« Ganzheitliche Systeme im Einsatz »
Bei der Bewässerung großer Flächen im Garten kann ein Beregnungssystem eine praktische Lösung sein. Beregnungssysteme bieten verschiedene Vorteile – von der gleichmäßigen Wasserverteilung bis hin zur bequemen Handhabung. Durch eine passende Zonenaufteilung, eingestellte Laufzeiten und Sensoren lässt sich die Bewässerung an den Bedarf der einzelnen Gartenbereiche anpassen. Vorab muss so ein System allerdings erst einmal installiert werden. Auf was es dabei ankommt und welche Wasserquelle sich dafür eignet, erfahren Sie in diesem Artikel.
Gleichmäßige Beregnung für Rasen und Pflanzen
Regen versorgt Pflanzen auf natürliche Weise mit Wasser. Künstliche Beregnungssysteme greifen dieses Prinzip auf und verteilen Wasser mithilfe von Regnern auf den vorgesehenen Flächen. Solche Anlagen kommen heute in vielen Gärten, Parks oder auf Fußballplätzen zum Einsatz.

Da das benötigte Wasser nicht vom Himmel fällt, sondern aus einer Leitung entnommen werden muss, wird es zunächst mit Druck zu den Regnern befördert und anschließend auf der vorgesehenen Fläche verteilt. Besonders während längerer trockener Sommerphasen können solche Anlagen die regelmäßige Bewässerung größerer Gartenflächen erleichtern.
Flexibel und komfortabel: Die Vorteile der künstlichen Beregnung
Die Bewässerung des Gartens kann im Sommer durchaus zu einer Herausforderung werden. Dabei steigen die Schwierigkeiten in der Regel mit der Größe des Gartens an. Ein, zwei Beete und ein paar Heckenpflanzen mit der Gießkanne zu versorgen, ist normalerweise kein Problem. Bei einem 2 000 Quadratmeter großen Grundstück mit viel Rasenfläche sieht das hingegen schon ganz anders aus. Viele Gartenbesitzer behelfen sich, indem sie ihre Rasenfläche mit einem Wasserschlauch bewässern. Dabei ist es jedoch schwierig, das Wasser gleichmäßig auf der gesamten Fläche zu verteilen. Ein passend geplantes Beregnungssystem kann die Bewässerung größerer Flächen vereinfachen.
Mehrere aufeinander abgestimmte Regner können das Wasser auf größere Flächen verteilen. Wurfweite, Beregnungssektor und Laufzeit sollten dabei so eingestellt werden, dass vor allem die vorgesehenen Rasen- und Pflanzflächen erreicht werden. Ein derartiges Beregnungssystem hat zudem einen weiteren Vorteil: Es lässt sich automatisieren. Konkret bedeutet das, die Wasserversorgung findet zu festgelegten Zeiten statt, ohne dass der Gartenbesitzer vor Ort sein muss. Außerdem ist es möglich, die Beregnung ausfallen zu lassen, wenn es nicht nötig ist, den Garten zu gießen – beispielsweise, weil es kurz zuvor geregnet hat. Möglich wird dies durch einen Bewässerungscomputer, über den sich die Bewässerungszeiten vorab einstellen lassen. Er fungiert dabei als Steuergerät, welches das ganze Beregnungssystem regelt.
In Kombination mit einem Regensensor kann eine vorgesehene Bewässerung nach ausreichendem Niederschlag unterbrochen oder ausgesetzt werden. Bodenfeuchtesensoren erfassen dagegen die Feuchtigkeit im Boden und können diese Werte an das Steuergerät übermitteln. So lassen sich unnötige Bewässerungsgänge vermeiden. Wie stark sich die tatsächlich eingesetzte Wassermenge dadurch verändert, hängt unter anderem von Wetter, Boden, Gartenfläche, Programmierung und bisheriger Bewässerungspraxis ab.
Funktion und Komponenten eines Beregnungssystems
Ein Beregnungssystem für den Garten muss zunächst einmal aufgebaut werden. Dazu braucht es Zubehör. Das Steuergerät ist dabei die zentrale Einheit. Zudem werden mehrere Regner und gegebenenfalls ein Regensensor benötigt. Und dann braucht es selbstverständlich auch Leitungen, die von einer Wasserquelle zu den einzelnen Regnern führen. Meistens wird dazu zunächst eine Hauptleitung im Garten verlegt, von der dann mehrere Nebenleitungen zu den Regnern abgehen. Das mag zunächst nach aufwendigen Baumaßnahmen klingen, tatsächlich ist der Aufwand jedoch abhängig von Gartengröße, Anzahl der Zonen und Art der Verlegung.
Hilfreich sind in diesem Zusammenhang sogenannte Komplettsets, die wesentliche Komponenten für den Aufbau enthalten. Man sollte sich allerdings klar darüber sein, dass sämtliche Leitungen im Boden verlegt werden müssen, wenn sie auf Rasenflächen nicht sichtbar oder im Weg sein sollen. Theoretisch ist zwar auch eine oberirdische Wasserversorgung möglich, aber beim Rasenmähen können die Leitungen stören. Die Leitungen für Beregnungssysteme bestehen in der Regel nicht aus starren Rohren, sondern häufig aus flexiblen Leitungen. Die Schläuche und Rohre lassen sich unterirdisch im Boden verlegen. Bei den Regnern können sogenannte Versenkregner zum Einsatz kommen, die bündig in den Boden eingesetzt werden.

© Wellnhofer Designs – stock.adobe.com
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Erst durch den Wasserdruck in der Zuführungsleitung fahren sie aus und verteilen das Wasser anschließend auf der eingestellten Fläche. Die im Boden versenkbaren Regner stellen beim Rasenmähen in eingefahrenem Zustand kein Hindernis dar. Etwas Planungsaufwand ist allerdings nötig, wenn man sich für dieses System der Gartenbewässerung entscheidet. Vor allem der Leitungsverlauf und die Positionen der Regner wollen wohlüberlegt sein.
Darauf sollten Sie bei der Planung achten
Bei der Einrichtung eines Bewässerungssystems in Ihrem Garten, das sowohl Ihren Rasen als auch Ihre Pflanzen mit der notwendigen Feuchtigkeit versorgt, sollten Sie einige wichtige Faktoren berücksichtigen. Der Schlüssel liegt in einer an Pflanzen, Boden und Lage angepassten Bewässerung. Eine durchdachte Planung beginnt mit der Einteilung der Gartenfläche in verschiedene Zonen, die sich beispielsweise nach Bepflanzung, Sonneneinstrahlung und Wasserbedarf unterscheiden.
Die Verteilung des Wassers hängt stark von der korrekten Platzierung und Einstellung der Regner ab. Die Wurfbereiche sollten sich so ergänzen, dass die vorgesehenen Flächen gleichmäßig erreicht und Wege, Terrassen oder Hauswände möglichst wenig bewässert werden. Eine Bewässerung in den frühen Morgenstunden kann Verluste durch Verdunstung gegenüber heißen Tageszeiten verringern. Druckregler können zudem dabei helfen, den vorgesehenen Arbeitsdruck für Regner und Leitungen einzuhalten.
Eine regelmäßige Wartung des Beregnungssystems hilft, Lecks oder Verstopfungen zu erkennen und zu beheben. Regner sollten auf ihre Ausrichtung, Filter auf Verschmutzungen und Leitungen auf undichte Stellen kontrolliert werden. Timer oder intelligente Bewässerungssteuerungen können eine gleichmäßige Bewässerung zu den festgelegten Zeiten ermöglichen, auch wenn Sie nicht zu Hause sind.
Die richtige Wasserquelle für das Beregnungssystem im Garten finden
Am einfachsten ist es, wenn das Beregnungssystem an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen wird. Hier steht in der Regel ein gleichmäßiger Versorgungsdruck zur Verfügung. Vor der Planung sollten dennoch die tatsächlich vorhandene Durchflussmenge und der Wasserdruck gemessen werden, da diese je nach Anschluss und gleichzeitiger Nutzung schwanken können.
Beim Betrieb mit Leitungswasser entstehen verbrauchsabhängige Wassergebühren. Alternativ kann gesammeltes Regenwasser eingesetzt werden und abhängig von Niederschlagsmenge, Speichervolumen und Gartenbedarf einen Teil des sonst benötigten Leitungswassers ersetzen. Für die aufgefangene Regenwassermenge fallen keine verbrauchsabhängigen Trinkwassergebühren an. Zu berücksichtigen sind jedoch die Anschaffungs-, Installations-, Wartungs- und gegebenenfalls Energiekosten für Speicher, Anschlüsse und Pumpe. Regenwasser ist in der Regel weich und kalkarm und kann deshalb für viele Gartenpflanzen gut geeignet sein.
Soll das Beregnungssystem für den Garten mit Regenwasser aus der Zisterne, Regentonne oder einem Wassertank gespeist werden, wird in der Regel eine Pumpe benötigt. Welche Gartenpumpe geeignet ist, hängt von der benötigten Fördermenge, dem erforderlichen Arbeitsdruck, den Leitungslängen und der Anzahl der gleichzeitig betriebenen Regner ab.
Das Steuergerät als das Hirn aller Beregnungssysteme
Wie bereits erwähnt wird ein Beregnungssystem für den Garten häufig von einem Bewässerungscomputer gesteuert. Diese Steuereinheit macht eine automatische Beregnung möglich. Moderne Geräte können abhängig vom Modell drahtlos mit im Garten verbauten Sensoren kombiniert werden. Außerdem sind sie in der Lage, mehrere Bewässerungszonen mit unterschiedlichen Laufzeiten abzuspeichern.
Ein Bewässerungscomputer mit WLAN-Zugang kann abhängig von Modell, Internetverbindung und App aus der Ferne programmiert und eingestellt werden. So ist es möglich, die Bewässerung des Gartens auch während einer Abwesenheit im Blick zu behalten und bei Bedarf anzupassen.







