Aquapink-System - Ebbe-Flut-System als Motor

Effektives Ebbe-Flut-System für die Aquaponic-Anlage

Aquaponic ist ein neuer Trend in Sachen autarke Lebensmittelversorgung. Nicht nur gewerbliche Erzeuger, sondern auch Sie selbst können auf diesem Wege Alternativen zum klassischen Gemüseanbau etablieren. Allerdings ist auch hier die Bewässerung – wie bereits in der klassischen Gärtnerei – ein großes Thema. Sogar noch mehr, denn ohne ein funktionierendes Ebbe-Flut-System ist die Funktionalität nicht dauerhaft gegeben. Flood & Drain effektiv umzusetzen, ist dabei gar nicht schwierig und bedarf weit weniger Technik, als Sie möglicherweise vermuten. Entdecken Sie dies anhand unserer Kubikgarden Aquaponic +Sets!

Was ist Aquaponic?

Aquaponic beschreibt eine Kombination zweier eigentlich völlig gegensätzlicher Methoden der Nahrungsmittelerzeugung: der Fischzucht und dem Pflanzbeet. Verbunden werden beide Methoden durch das ihnen gemeinsame Element: das Wasser. Während die Fische im Wasser schwimmen und leben, dient es den Pflanzen zur Bewässerung. Das Kernelement ist jedoch nicht alleinig das kühle Nass selbst, sondern viel mehr die Kombination auch Feuchtigkeit und den darin gelösten Nährstoffen. Für die Fische handelt es sich bei zunehmender Lebensdauer um Schmutz in Form von Nahrungsresten und Kot. Für die Pflanzen ist es zwar ein und dasselbe Medium. Allerdings wird es aus Sicht eines Gewächses als intensive Nährstofflösung und damit letztlich als Lebensgrundlage benötigt.

Jemand füttert die Fische in einem Aquaponik System - Ebbe-Flut-System
Von IMCBerea College – 20100625_Aquaponics_OA (10), CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=58296818

Wie funktioniert ein effizientes Aquaponic-System?

Damit die Symbiose aus Fischen und Pflanzen gelingt, kommt es auf einen funktionstüchtigen Wasserkreislauf an. Eine Grundvoraussetzung ist das Ersetzen des Erdreichs durch Blähton oder ein anderes Substrat. Dieses kann die Nährstoffe aufnehmen, verunreinigt das Wasser aber vor der Rückführung zu den Tieren nicht. Gleichzeitig finden die Wurzeln genügend Halt, um ein ungehindertes Wachstum zu ermöglichen. Gerade weil verunreinigende Stoffe wie Erde etc. weitgehend vermieden werden, ist zwar ein Filter kaum verzichtbar, dessen Leistungsfähigkeit kann jedoch auf ein Minimum reduziert werden. Bezüglich des Wassers selbst ist die Anlage darauf angewiesen, einen stabilen Automatismus aus Bewässerung und Rückführung ins Fischbecken herzustellen, so dass die Anlage eigenständig agiert und über einen regelmäßigen Wasserumlauf sowohl die Nährstoffversorgung als auch die Kotentsorgung gewährleistet.

Aquaponik-System - Ebbe-Flut-System
©c2ap – stock.adobe.com

Das Ebbe-Flut-System – der Motor für das gesamte System

Das Kernelement einer funktionierenden Wasserhaltung bezeichnet man als so genanntes Ebbe-Flut-System. Zwar benötigen die Fische selbst als Lebensgrundlage jederzeit einen ausreichend hohen Wasserstand. Das Pflanzbeet dagegen profitiert von dem auch Flood & Drain genannten Mechanismus. Bei Flut wird das Substrat mit der Nährstofflösung überschwemmt. Die Inhaltsstoffe werden vom Substrat und den Wurzeln selbst aufgenommen und somit dem Wasserkreislauf entzogen. Bei Ebbe gelangt Sauerstoff hinzu und die Verwertung der Nährstoffe beginnt. Letztlich konzentriert sich der Mechanismus somit vor allem auf das Thema der Bewässerung, wobei selbstverständlich im Sinne der umfassenden Funktionalität die Fischzucht gleichermaßen profitiert.

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Wie funktioniert ein Ebbe-Flut-System?

Ein Ebbe-Flut-System ist nach dem regelmäßigen Gezeitenwechsel des Meeres benannt. Ihm vergleichbar simuliert es bei Flut die Überschwemmung des Pflanzbeetes mit Nährlösung und bei Ebbe die Rückführung dieses Wassers in den Fischbehälter. Der Einsatz von Blähton als Substrat erlaubt dabei einen raschen Abfluss des Wassers, ohne dass ein stetiges Nachsickern zu erwarten ist. Und auch ein Filter zur Rückhaltung des Substrats kann sehr einfach ausgeführt werden, da keine intensiven Belastungen mit Schwebstoffen zu erwarten sind. Der Hauptantrieb dieses Systems ist die Schwerkraft. Um den Prozess anzustoßen, muss die Nährlösung von den Fischen technisch, also mittels einer Pumpe, in den höher platzierten Pflanzbereich transportiert werden. Die eigentliche Flutung erfolgt somit aktiv, also nicht eigenständig. Der „Gezeitenwechsel“ erfolgt dann aber rein physikalisch ohne technischen Aufwand. Die Schwerkraft führt das gereinigte Wasser wieder nach unten zu den Fischen. Ist das Beet leergelaufen, kommt der Prozess zum Erliegen und wird erst bei der erneuten Flutung wieder in Gang gesetzt.

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Der Glockensiphon – mit Physik geht es auch ohne aufwändige Technik

Ganz ohne „Technik“ geht es aber doch nicht. Herzstück im Ebbe-Flut-System ist ein so genannter Glockensiphon. Ohne bewegliche und damit besonders stör- oder schadensanfällige Bauteile gelingt es dem Glockensiphon, Ebbe und Flut gezielt zu steuern. Durch die Kombination von Außen- und Innenrohren mit entsprechenden Durchbrüchen gelangt ab einem vorgegebenen Wasserstand im Beet Wasser in den Siphon. Durch den eintretenden Ablauf entsteht ein Sog, der so lange Flüssigkeit nachsaugt, bis ein ebenfalls konstruktiv vorgegebener Mindeststand erreicht wird. Der Sog reißt ab und der Vorgang kommt zum Erliegen. Erneut in Gang gesetzt wird er durch die erneute Flutung und die Rückkehr zum einleitenden Höchstwasserstand.

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Der IBC – die ideale Voraussetzung für ein funktionierendes Ebbe-Flut-System zu Hause

Damit ein Ebbe-Flut-System aber nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch und dass am besten auch noch dauerhaft und stabil funktioniert, kommt es auch auf das Gesamtkonzept aus Beet, Tank und Verbindungen an. Ein bewährter „Baukasten“ für ein solches Konzept ist ein IBC Container. Als industrielles Großgebinde zeigt sich der IBC mit genormten Anschlüssen bestens auf diese alternative Verwendung vorbereitet. Glockensiphon, Pumpe und Leitungen lassen sich mit Standardverbindungsmitteln problemlos installieren. Die verbleibende Hauptaufgabe ist es, den Container so aufzuschneiden, dass ein flaches und ein tiefes Becken entstehen. Wird der flachere Deckel umgedreht und obenauf gestellt, ergibt sich geradezu zwangsläufig ein Grundsetting, mit dem sich die Aquaponic ideal umsetzen lässt. Bereits ideal gelöst, mit passenden Dichtungen veredelt und direkt zum Befüllen, findet das Prinzip von Ebbe und Flut in unseren Kubikgarden Aquaponic +Sets Anwendung.

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Fazit – Wie durch ein Ebbe-Flut-System aus dem IBC-Hochbeet nachhaltige Aquaponic-Systeme entstehen

IBCs bilden eine ideale Grundlage, um auch für zu Hause Aquaponic zu betreiben. Ergänzt um einen gut konstruierten Glockensiphon lässt sich einfach und sicher ein Ebbe-Flut-System einrichten, das die grundlegende Funktionalität im gesamten System gewährleistet. Denn Flood & Drain ist zwar nicht der einzige Erfolgsfaktor in der kombinierten Nahrungsmittelproduktion. Aber ohne den geregelten „Gezeitenwechsel“ kann der erforderliche Nährstofftransfer nur mit hohem technischem Aufwand sichergestellt werden, was wiederum dem Gedanken der Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit elementar entgegenstehen würde.