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Ist ein IBC Container für Trinkwasser geeignet?

Es steht ganz außer Frage, dass der Intermediate Bulk Container (IBC) der nahezu perfekte Wassertank ist. Aber eignet er sich auch dazu, Trinkwasser zu speichern? Pauschal lässt sich diese Frage leider nicht beantworten, denn es kommt darauf an, wie genau der Kunststofftank beschaffen und vor allem, ob er lebensmittelecht ist. Was das genau bedeutet und worauf bei einem IBC für Trinkwasser geachtet werden sollte, erfahren Sie hier.

Ein kostbares Gut

Wasser ist Leben, doch natürlich lässt sich nicht jedes Wasser einfach so trinken. Sauber und rein muss es sein. Hier kommt das Trinkwasser ins Spiel, das ohne Zweifel das wichtigste Lebensmittel überhaupt ist.  Vor diesem Hintergrund wird natürlich schnell klar, dass an das trinkbare Nass höchste Anforderungen gestellt werden müssen. So verwundert es denn auch nicht, dass es beispielsweise in Deutschland zu den am meisten überwachten Lebensmitteln gehört.

Trinkwasser ein kostbares Gut
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Das Ergebnis: Die öffentliche Wasserversorgung liefert hierzulande ein Produkt von hoher Reinheit und Qualität. Kommt es nicht direkt aus dem Wasserhahn und muss eventuell sogar gelagert oder gespeichert werden, stellt sich natürlich sofort die Frage nach dem richtigen Behälter dafür. Eignet sich beispielsweise ein IBC Container für Trinkwasser?

Lebensmittelecht – was genau bedeutet das eigentlich?

Die sogenannte Lebensmittelechtheit ist ein Begriff aus der Lebensmittelchemie. Im Allgemeinen versteht man darunter, dass Lebensmittel aller Art nicht von ihren Umverpackungen beeinträchtigt werden dürfen. Es darf zu keinen wie auch immer gearteten Reaktionen zwischen dem Lebensmittel und dem Material der Umverpackung kommen. Dabei würde es schon ausreichen, wenn etwa der Geschmack oder der Geruch des Lebensmittels verändert würden, jedoch nicht die Verzehrfähigkeit. Bei Umverpackungen bzw. Behältnissen aus Kunststoff existieren eindeutige, europaweit gültige Vorschriften. Sie legen genau fest, welcher Kunststoff in Kontakt zu welchem Lebensmittel gelangen darf.

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Die Frage, ob ein IBC Container für Trinkwasser geeignet ist, hängt also vor allem davon ab, aus welchem Kunststoff die Tankblase des Containers hergestellt wurde. In der Regel wird dafür heute Polyethylen (PE) bzw. High Density Polyethylen (HDPE) verwendet. Beide Kunststoffe dürfen grundsätzlich als Lagerbehälter für Lebensmittel verwendet werden. Allerdings bedeutet das nicht automatisch, dass ein Wassertank auch für Lebensmittel zugelassen ist. Er muss dafür vom Hersteller explizit als lebensmittelecht ausgewiesen werden. Übrigens sollte ein IBC Container für Trinkwasser aus hygienischen Gründen nicht auf einer Holzpalette stehen, sondern eher auf einer Palette aus Kunststoff.

Nur neue IBC Tanks eignen sich auch wirklich für die Speicherung von Trinkwasser

Wer einen IBC für die Gartenbewässerung nutzt greift dabei in den allermeisten Fällen auf einen gebrauchten, aber rekonditionierten Container zurück. Rekonditionierung bedeutet, dass das gebrauchte Produkt gründlichst gereinigt und wiederaufgearbeitet worden ist. Für Wasser, das als Gieß- bzw. Brauchwasser eingesetzt wird, reicht das vollkommen aus. Anders sieht es hingegen bei der Lagerung von flüssigen Lebensmitteln aus. Hier sollten nur neue IBCs verwendet werden. Der Grund dafür ist einfach: Trotz penibelster Reinigung kann nie ausgeschlossen werden, dass sich in der Tankblase nicht doch noch minimale Reste der zuvor darin gelagerten Flüssigkeiten befinden.

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Bei giftigen Säuren und Laugen könnte das dann fatale Folgen haben. Über das Wasser aus dem Tank, das dann von Menschen getrunken wird, würden hochgiftige Substanzen in den Körper geraten. Das kann natürlich niemand wollen. Da bei einem rekonditionierten Tank nie ganz klar ist, was zuvor darin gelagert wurde, sollte dieses Risiko erst gar nicht eingegangen werden. Es gilt: Um Trinkwasser zu speichern, dürfen grundsätzlich nur neue IBCs zum Einsatz kommen. Diese sollten im Übrigen vor dem Ersteinsatz gründlich ausgespült werden. Am besten verwendet man dafür ausschließlich frisches Wasser du verzichtet dabei auf jegliche Reinigungsmittel.

Der IBC Container für Trinkwasser im konkreten Einsatz

Trinkwasser ist ein sehr sensibles Lebensmittel, das bei der Lagerung in einem Wassertank geschützt und gepflegt werden muss. Der Container selbst garantiert nämlich nur, dass es zu keiner Reaktion mit und zu keiner Beeinträchtigung durch den verwendeten Kunststoff kommt. Er kann jedoch nur bedingt verhindern, dass Verunreinigungen von außen in die Tankblase gelangen.

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Steht er im Freien ist die Gefahr zudem groß, dass es zu Beeinträchtigungen durch die Sonnenstrahlung kommt. Deshalb sind bestimmte Schutzmaßnahmen unumgänglich. So sollte beispielsweise die Befüllung mit Frischwasser nur über einen speziellen Adapter in der Einfüllöffnung erfolgen. Die Einfüllöffnungen der IBCs haben einen relativ großen Durchmesser, durch den selbst grobe Verunreinigungen in die Tankblase gelangen können. Am besten ist es daher, wenn der Verschluss der Öffnung zum Befüllen nicht abgenommen werden muss.

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Spezielle Deckelverschlüsse, in die eine Zuleitung integriert ist, machen das möglich. Die Zuleitung wird einfach an die Öffentliche Wasserversorgung angeschlossen und bildet so ein geschlossenes System. Wichtig ist darüber hinaus, dass der Behälter im Freien möglichst kühl bzw. schattig steht. Starke Sonneneinstrahlung kann nämlich dazu führen, dass das Wasser im Tank umkippt oder es zu einer Algenbildung kommt. Wer auf der sicheren Seite sein will, schafft sich idealerweise eine passgenaue Hülle an, die den Tank vor Wärme und Sonne ebenso schützt wie vor Kälte.

Wie und wie oft den IBC Container für Trinkwasser reinigen?

Natürlich muss ein IBC Behälter für Trinkwasser auch regelmäßig gereinigt werden. Dazu wird die Tankblase zunächst komplett geleert. Anschließend befüllt man sie wieder mit Frischwasser und gibt ein spezielles Reinigungsmittel hinzu. Ein derartiges Mittel enthält sehr häufig Silberionen, die vor einer Verkeimung im Inneren der Blase schützen. Bei der Dosierung des Mittels müssen unbedingt die Vorgaben des Herstellers beachtet werden. Das gilt auch für die konkrete Handhabung. In einem nächsten Schritt wird der Kunststofftank dann wieder komplett geleert und noch einmal gut ausgespült.

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Bei der Lagerung von Brauchwasser reicht es in der Regel vollkommen aus, den Container zwei Mal im Jahr zu reinigen – nämlich im Herbst und im Frühjahr. Wird der IBC für Trinkwasser genutzt, sollte man die Tankblase jedoch durchaus einmal im Monat auf die oben beschriebene Art reinigen. Das gilt vor allem dann, wenn der Tank tatsächlich durchgehend im Freien steht. Apropos Reinigung: Auch im Außenbereich des Containers sollte auch strikte Sauberkeit geachtet werden. Es macht auch Sinn, den Tank der Außenseite regelmäßig mit Wasser und einem Reinigungsmittel zu säubern.

Standort: Wo ein IBC Container für Trinkwasser nichts zu suchen hat

Der Standort für den Wassertank hängt natürlich immer von der Verwendung ab. Um das Trinkwasser vor unerwünschten Einträgen zu schützen, sollte er jedoch nie in unmittelbarer Nachbarschaft von Gütern oder Anlagen stehen, die Emissionen freisetzen.

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Neben einem Öltank hat er genau so wenig zu suchen wie neben einem Dünger- oder Farblager. Ein Container ist zwar grundsätzlich äußerst dicht, jedoch können etwa durch die Auslaufarmatur bzw. den Auslaufhahn giftige Dämpfe ins Innere eindringen.