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Komposter selber bauen

« Funktioniert auch mit IBC Containern »

Kompost ist so etwas wie ein perfekter und sogar kostengünstiger Dünger für den Garten. Grüngut und Haushaltsabfälle lassen sich durch Kompostieren auf die denkbar umweltschonende Weise entsorgen. Dafür benötigt man lediglich einen geeigneten Komposter. Wie sich so ein Kompost selber bauen lässt, wie hilfreich ein gebrauchter IBC Container dabei sein kann und worauf es für ein rundum gelungenes Kompostergebnis ankommt, erfahren Sie im Rekubik Magazin!

Grünschnitt und andere Gartenabfälle

Wer seinen eigenen Garten kultiviert, hat in der Regel auch reichlich Gartenabfälle. Im Sommer ist das vor allem der Grünschnitt des Rasenmähers. Im Herbst kommen Blätter, Zweige und abgestorbene Pflanzen hinzu. Natürlich drängt sich sofort die Frage auf, wie dieses Material entsorgt werden kann. Für den regulären Hausmüll oder die Biotonne ist die Menge meistens zu groß – ganz abgesehen davon, dass Grüngut auch viel zu schade dafür ist. Es lässt sich nämlich als Kompost prima wiederverwenden.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Es entsteht ein vollkommen natürlicher Kreislauf, der nicht die geringsten Einflüsse auf die Umwelt hat. Das Problem dabei: Die Abfälle müssen erst einmal umgewandelt, also kompostiert werden. Dazu braucht man nicht nur etwas Geduld, sondern vor allem auch einen geeigneten Behälter. Zum Glück gibt es alte, ausrangierte IBC Container, die sich ganz wunderbar eignen, daraus einen Komposter selber zu bauen. Das ist sogar einfacher, als Sie zunächst vielleicht denken mögen.

Schubkarre mit Gruenschnitt
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Worauf es beim Kompost ankommt

Kompostgemisch ist nichts anderes als verrottetes organisches Material. Beim Kompostieren wird dieses auf ganz natürliche Art und Weise umgewandelt – egal, ob es sich dabei um Rasenschnitt, Blätter, kleine Äste, Stauden oder auch Küchenabfälle handelt.

Bei der Kompostierung findet ein sogenannter Nährstoffkreislauf statt. Das organische Material wird in Verbindung mit Sauerstoff und unter Einwirkung von Kleinstlebewesen aus dem Boden abgebaut. Dabei werden wasserlösliche Mineralien freigesetzt, die sich später als Dünger verwenden lassen. Sie sind automatisch im Humus, der während des Kompostierungsprozesses entsteht, enthalten. In der Folge muss lediglich der Humus in das Erdreich gemischt werden, um den Pflanzen wichtige Nährstoffe zuzuführen und den Kreislauf zu schließen.

Damit der Kompostierungsvorgang allerdings auch wirklich funktioniert, braucht es vor allem zwei Dinge: Sauerstoff und Mikroorganismen aus dem Boden. Und auch ein spezieller Behälter ist notwendig, in den die organischen Abfälle gegeben werden.

Komposter im Eigenbau: Warum sich ein gebrauchter IBC Container dafür eignet

Auf den ersten Blick ist ein IBC nicht unbedingt der ideale Behälter, um daraus eine Kompostierungsanlage selber bauen zu können. Wie wir bereits wissen, spielen Sauerstoff und Bodenorganismen eine zentrale Rolle beim Kompostierungsvorgang. Die Tankblase eines IBCs ist zwar grundsätzlich in der Lage, jede Menge an Material zu fassen, sie ist aber auch weitgehend geschlossen. Sauerstoff kann in sie nur in sehr geringem Umfang eindringen, Mikroorganismen so gut wie gar nicht.

Warum also sollte an dennoch einen IBC Container dafür verwenden? Nun, zum einen spielt natürlich auch hier die Nachhaltigkeit eine Rolle. Es macht sicherlich keinen Sinn, einen neuen IBC anzuschaffen, um daraus einen Komposter zu bauen. Hat man jedoch bereits einen alten Container im Garten stehen, der sich als Teil der Gartenbewässerung nicht mehr nutzen lässt, ist die Umwandlung die ideale Lösung – nicht zuletzt auch, weil man sich damit die Entsorgung sparen kann.

Es gibt aber noch einen anderen Grund: Im Tank selbst lässt sich perfekt jenes Mikroklima erzeugen, das für eine erfolgreiche Kompostierung unumgänglich ist. Dazu bedarf es allerdings ein paar Umbauarbeiten an der Blase. Diese gestalten sich jedoch kinderleicht und ohne viel Aufwand.

Regenwuermer
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Einen IBC Komposter in Eigenregie herstellen – so geht’s

In einem ersten Schritt wird der Deckel der Tankblase abgeschnitten. Das ist wichtig, um den Komposter später problemlos befüllen bzw. entleeren zu können. Der Deckel wird in einer Höhe von rund zehn Zentimetern abgetrennt. Am besten verwendet man eine Stichsäge, die mit einem Sägeblatt versehen ist, das Kunststoff schneidet. Idealerweise zeichnet man dafür eine durchgehende gerade Linie rund um den Tank herum. An dieser Linie kann dann gerade geschnitten werden.

Kleiner Tipp: Mit einer langen Wasserwaage gelingt dieses Anzeichnen um einiges leichter. Ist der Deckel abgetrennt, sollte man die Schnittkanten entgraten bzw. abschleifen, um spätere Verletzungen zu vermeiden. Wichtig ist auch, den abgeschnittenen Deckel aufzubewahren. Er kann zum Beispiel im Winter als Abdeckung noch wertvolle Dienste leisten.

Stichsaege und Wasserwaage
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In einem zweiten Schritt geht es nun darum, für ausreichend Luft im Komposter zu sorgen. Außerdem müssen Möglichkeiten geschaffen werden, dass die Mikroorganismen aus dem Boden ins Innere der Blase gelangen können. Beides erreicht man ganz einfach dadurch, indem man unzählige Löcher in alle noch vorhandenen Seiten des Tanks bohrt. Die Löcher dürften dabei nicht zu klein sein. Einen Durchmesser von mindestens drei Zentimeter sollten sie schon haben. Da das mit herkömmlichen Bohrern nicht funktionieren wird, empfehlen sich spezielle Schneidaufsätze für die Bohrmaschine. Die Löcher im Boden sollten sogar noch einmal deutlich größer sein. Alternativ können übrigens Boden und Deckel einfach abgeschnitten werden. Allerdings leidet darunter die Stabilität der Konstruktion deutlich.

Noch einmal: An den Löchern darf auf gar keinen Fall gespart werden. Alle Schichten im Inneren der Blase müssen später gut mit Luft versorgt werden können.

Kompostierung
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Selber bauen und selbst platzieren

Sie sehen: Eine kleine Kompostierungsanlage selber zu bauen, ist eigentlich kein Problem. In der einfachsten Variante geht man wie oben beschrieben vor und platziert die nackte Tankblase dann an einem geeigneten Ort. Das bedeutet konkret, dass die Blase im Halbschatten und in direktem Kontakt mit dem Erdreich stehen sollte. Die Europalette und die Gitterbox, die nun mal auch zu einem IBC Container gehören, werden damit nicht weiter verwendet.

Besteht die Palette hingegen aus Kunststoff und nicht aus Holz, kann man überlegen, ob man sie nicht doch verwendet und sie bis zu ihrem oberen Rand in der Erde vergräbt.

Die Gitterbox kann dabei natürlich an ihr befestigt bleiben. Auf diese Weise erreicht man eine ungemein stabile Konstruktion, die selber zu bauen auf einem anderen Weg einen sehr großen Aufwand erfordern würde. Man sollte bei dieser Variante allerdings peinlich darauf achten, dass ein direkter Kontakt zwischen dem Erdreich und den Öffnungen in der Unterseite beim Komposter besteht. Eventuell müssen deshalb kleinere Stücke aus der Palette entfernt werden.

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Komposter selber bauen: Auf die richtige Befüllung kommt es an

Wer sich eine Kompostierungsanlage selber bauen möchte, steht über kurz oder lang auch vor der Frage, wie genau er sie denn befüllen soll. Wichtig dabei ist vor allem, dass die Befüllung in wechselnden Schichten erfolgt. Schichten aus trockenem Material wie Gras, zerkleinerten Ästen oder Blättern sollten sich am besten mit Schichten aus Küchenabfällen wie Tee- oder Kaffeeresten, Gemüse-, Obst- und Eierschalen abwechseln.

Sorgt man derart für Abwechslung, ist auch das Verhältnis von Stickstoff zu Kohlenstoff im Komposter ausgewogen. In der Folge werden dann mehr Kleinstlebewesen und Würmer angezogen, die für das Kompostieren unerlässlich sind. Darauf achten sollte man allerdings, dass das eingebrachte Material nicht zu feucht ist, da es sonst zu Fäulnisprozessen kommen könnte.

Innerhalb eines Kompostierbehaelters
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