Anleitung zum Planen, Anlegen und Bepflanzen
Ein Beet, das Wasser sammelt, statt es abfließen zu lassen, Wind abhält und dabei ein eigenes Mikroklima schafft – klingt zu schön, um wahr zu sein? Doch dieses Gartenbeet gibt es tatsächlich: das Kraterbeet. Mit Spaten, Schnur, ein paar Steinen und der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung lässt sich diese clevere Beetform an einem Wochenende anlegen. Außerdem haben wir noch einige Tipps für das Bepflanzen und die nachhaltige Garten-Bewässerung für Sie zusammengestellt.
Was versteht man unter einem Kraterbeet?
Ein Kraterbeet ist im Grunde genommen das genaue Gegenteil eines Hügelbeets. Statt Erde aufzuschütten, hebt man beim Anlegen den Boden kreisförmig aus. In der Mitte entsteht eine Mulde; der Aushub wird rundherum als schützender Wall aufgeschichtet. Dieses an und für sich simple Prinzip erweist sich als ungemein effektiv: Im Sunken Bed sammelt sich Regenwasser, die Wände schützen vor Wind und integrierte Steine speichern Sonnenwärme. All das sorgt für ein günstiges Mikroklima – einen ausgeglichenen Lebensraum für Kräuter- und Gemüsepflanzen, der im Winter etwas wärmer und im Sommer kühler ist als die Umgebung.

Was sind die Vorteile eines Kraterbeets?
Ein Kraterbeet bietet vor allem drei Vorteile: Es spart Wasser, schützt empfindliche Pflanzen und ermöglicht eine vielfältige Bepflanzung auf kleinem Raum.
Der größte Vorteil liegt in der effizienten Wassernutzung. Regenwasser fließt automatisch in die tiefste Stelle des Gartenbeets und steht den Pflanzen dort deutlich länger zur Verfügung als in einem flachen Beet. Dadurch reduziert sich der Gießaufwand spürbar – gerade in Trockenperioden macht sich das bemerkbar.
Der zweite Vorteil ergibt sich aus dem Aufbau: Die umlaufenden Wälle bilden einen natürlichen Windschutz. Empfindliche Gemüsepflanzen wie Tomaten, Paprika oder Auberginen profitieren davon besonders, da sie vor austrocknenden Winden geschützt in der Kratermitte stehen. Wer zusätzlich beim Anlegen Steine in das Beet integriert, verstärkt den klimatischen Effekt: Die Steine nehmen tagsüber Sonnenwärme auf und geben sie nachts langsam wieder ab. So entsteht ein Temperaturausgleich, der Frostschäden im Frühjahr abmildern und Hitzestress im Sommer durch Verdunstungskühlung reduzieren kann.
Der dritte Vorteil ist die Vielfalt auf kleinem Raum. Durch die unterschiedlichen Feuchtigkeits- und Lichtverhältnisse in den drei Zonen – Kratermitte, Hänge und Wall – lassen sich Gartenpflanzen mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen in Mischkultur anbauen. Diese Vielfalt fördert nicht nur gesunde Zier- und Gemüsepflanzen, sondern auch nützliche Insekten und ein ausgewogenes Bodenleben. Mit einer einfachen Abdeckung aus Vlies oder Folie lässt sich das Sunken Bed im Frühjahr sogar als Frühbeet nutzen, um die Anbausaison zu verlängern.

Kraterbeet anlegen – Schritt-für-Schritt-Anleitung
Mit unserer Bauanleitung legen Sie Ihr eigenes Kraterbeet Schritt für Schritt an. Das Anlegen im Frühjahr oder Herbst ist ideal, da der Boden dann weder zu trocken noch zu nass ist und sich gut bearbeiten lässt.
Das richtige Werkzeug und Material
Für ein kleines bis mittleres Sunken Bed mit zwei bis drei Metern Durchmesser benötigen Sie zum Anlegen folgende Werkzeuge und Materialien:
- Stab (etwa 50 Zentimeter lang) und Schnur zum Abstecken
- Spaten und Grabegabel zum Ausheben und Lockern
- Schubkarre für den Transport des Aushubs
- Rechen zum Verteilen und Glätten der Erde
- große Natursteine, Feldsteine oder Rasenkantensteine zur Stabilisierung
- Kompost oder Humus zur Bodenverbesserung
- optional: flache Trittsteine für den Zugang zur Beetmitte
Bei größeren Projekten ab vier Metern Durchmesser und Tiefen von mehr als 60 Zentimetern lohnt sich der Einsatz eines Minibaggers zum Bauen. Das Anlegen geht damit deutlich schneller voran und schont den Rücken. Viele Baumärkte und Gartencenter bieten Minibagger zur Tagesmiete an.
Schritt 1: Standort wählen und Bodenbeschaffenheit prüfen
Die Standortwahl vor dem Anlegen ist entscheidend und will gut überlegt sein. Wählen Sie einen offenen, sonnigen Platz, der mindestens sechs Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag erhält. Da das Sunken Bed seine Stärken besonders an windexponierten Standorten ausspielt, sind Lagen ohne natürlichen Windschutz durch Hecken oder Gebäude sogar von Vorteil – der Wall übernimmt diese Funktion.
Mindestens ebenso wichtig wie die Sonneneinstrahlung ist die Bodenbeschaffenheit. Das Sunken Bed funktioniert am besten auf durchlässigen, sandigen bis lehmig-sandigen Böden, die Wasser aufnehmen, aber nicht stauen. Graben Sie vor dem Anlegen ein Testloch von etwa 40 Zentimetern Tiefe und füllen Sie es mit Wasser. Versickert das Wasser innerhalb von ein bis zwei Stunden, ist der Standort geeignet. Bleibt es deutlich länger stehen, neigt der Boden zu Staunässe – in diesem Fall ist ein Hügelbeet die bessere Alternative. Übrigens: Wer sich auch für das aufgeschüttete Pendant interessiert, findet in unserem Beitrag Hügelbeet im eigenen Garten anlegen eine passende Anleitung.
Achten Sie beim Anlegen außerdem darauf, dass keine unterirdischen Leitungen, Kabel oder Bewässerungs-Druckrohre im geplanten Bereich verlaufen. Bei Unsicherheit kann ein Blick in die Grundstückspläne oder eine Anfrage beim Versorgungsunternehmen Klarheit schaffen.
Schritt 2: Größe festlegen und Kreis abstecken
Die Größe des Kraterbeets richtet sich nach dem verfügbaren Platz zum Bauen und Ihren Ambitionen. Für den Einstieg empfiehlt sich ein Durchmesser von zwei bis drei Metern – groß genug für eine vielfältige Bepflanzung, aber noch gut mit Spaten und Schubkarre anzulegen. Wer mehr Platz zum Anlegen hat, kann Durchmesser von vier bis fünf Metern anpeilen. Große terrassierte Anlagen erreichen sogar zehn bis 15 Meter, erfordern dann aber Maschineneinsatz und eine sorgfältige Planung der Zugangswege.
Zum Abstecken stecken Sie einen stabilen Stab oder Holzpflock in die Mitte des geplanten Beets. Befestigen Sie daran eine Schnur, deren Länge dem gewünschten Radius entspricht – also der Hälfte des Durchmessers. Bei einem geplanten Durchmesser von drei Metern spannen Sie die Schnur auf 1,5 Meter. Gehen Sie nun mit gespannter Schnur um den Stab herum und markieren Sie den Kreis mit dem Spaten oder streuen Sie eine Linie aus Sand. Diese Markierung dient als Orientierung für den Aushub.

Schritt 3: Boden vorbereiten und Erde ausheben
Bevor Sie mit dem eigentlichen Aushub beginnen, sollten Sie den Boden innerhalb des markierten Kreises mit einer Grabegabel tiefgründig lockern. Arbeiten Sie beim Anlegen bereits jetzt eine Schicht Kompost oder reifen Humus ein – das verbessert die Bodenstruktur und schafft gute Startbedingungen für die spätere Bepflanzung. Entfernen Sie größere Steine und Wurzelreste, die später beim Bepflanzen stören könnten.
Nun beginnt der arbeitsintensivste Teil: das Ausheben der Kratermulde. Die Tiefe richtet sich nach der Größe des Beets und dem gewünschten Schutzeffekt. Als Faustregel gilt: Je tiefer das Beet, desto ausgeprägter das Mikroklima, aber auch desto aufwendiger die Anlage. Für kleine Sunken Beds bis drei Meter Durchmesser reichen 20 bis 40 Zentimeter unter Bodenniveau. Mittlere Beete profitieren von 40 bis 60 Zentimetern Tiefe. Große terrassierte Sunken Beds können 80 Zentimeter bis über einen Meter tief sein.
Wichtig ist die Form beim Anlegen: Heben Sie die Erde so aus, dass eine Trichter- oder Kegelform entsteht. Die tiefste Stelle liegt im Zentrum, von dort steigen die Hänge gleichmäßig zum Rand hin an. Der Neigungswinkel sollte moderat ausfallen – zu steile Hänge erodieren bei Regen. Als Richtwert gilt ein Verhältnis von etwa 1:3, also auf einen Meter Höhenunterschied drei Meter horizontale Strecke.
Den Aushub lagern Sie neben dem Sunken Bed zwischen. Er wird später für das Anlegen des Walls benötigt und sollte nicht verloren gehen. Bei lehmigen Böden empfiehlt es sich, den Aushub vor dem Aufschütten mit Sand und Kompost zu mischen, um die Durchlässigkeit zu verbessern.

Schritt 4: Wall aufschütten und formen
Der Wall ist mehr als nur ein Abfallprodukt des Aushubs – er erfüllt wichtige Funktionen als Windschutz, Wärmespeicher und zusätzliche Pflanzfläche. Mischen Sie den Aushub vor dem Aufschütten mit Kompost oder Humus im Verhältnis von etwa 3:1, um die Bodenqualität zu verbessern. Diese Mischung verteilen Sie beim Anlegen ringförmig um das Kraterbeet und formen daraus einen Wall von 20 bis 30 Zentimetern Höhe über dem ursprünglichen Bodenniveau.
Die Höhe des Walls muss nicht überall gleich sein. Im Gegenteil: Ein asymmetrischer Aufbau bringt Vorteile. Schütten Sie die Nordseite des Walls etwa zehn bis 15 Zentimeter höher auf als die Südseite. So fangen Sie mehr Sonnenlicht ein, das in die Kratermitte fällt, und bieten gleichzeitig zusätzlichen Windschutz gegen kalte Nordwinde. Die Sonne erreicht ihren Höchststand im Süden, daher bleibt die Nordseite des Kraterinneren – also die dem Wall gegenüberliegende Innenfläche – am längsten sonnenbeschienen.
Verdichten Sie den Wall durch leichtes Andrücken mit der Rückseite des Spatens oder dem Fuß. Die Erde sollte fest genug sein, um nicht bei der ersten Bewässerung wegzurutschen, aber nicht so stark verdichtet, dass keine Pflanzenwurzeln eindringen können. Der Übergang vom Wall zu den Hängen sollte fließend verlaufen, ohne abrupte Kanten.

Schritt 5: Steine einarbeiten und Hänge stabilisieren
Steine erfüllen beim Bau dieses Beets gleich mehrere Aufgaben: Sie stabilisieren die Hänge gegen Erosion, speichern tagsüber Sonnenwärme und geben sie nachts langsam wieder ab, und sie verleihen dem Beet eine ansprechende Optik. Beginnen Sie mit der Stabilisierung der Außenseite des Walls, indem Sie größere Natursteine oder Rasenkantensteine am Fuß des Walls platzieren. Diese verhindern, dass der Wall bei Starkregen nach außen abrutscht.
Auch die Innenhänge profitieren von einer Steineinfassung. Setzen Sie hier in regelmäßigen Abständen flache Steine quer zum Gefälle ein. Sie wirken wie kleine Barrieren, die das Abschwemmen von Erde verhindern und gleichzeitig Wärme speichern. Bei größeren Sunken Beds können Sie die Hänge durch ringförmige Steinreihen in Terrassen unterteilen – mehr dazu im nächsten Schritt.
Für den Kraterboden eignen sich flache, dunkle Steine besonders gut. Legen Sie einige davon in der Mulde aus, ohne den gesamten Boden zu bedecken – zwischen den Steinen soll weiterhin Erde sichtbar bleiben, in die Sie später pflanzen können. Die Steine heizen sich tagsüber auf und geben die gespeicherte Wärme nachts ab, was empfindliche Kräuter- oder Gemüsepflanzen vor Temperaturstürzen schützt.
Gut zu wissen: Eine Trockenmauer an der Nordseite des Walls ist eine lohnende Ergänzung. Sie besteht aus aufeinandergeschichteten Natursteinen ohne Mörtel und bietet in ihren Spalten wertvollen Lebensraum für Eidechsen, Wildbienen und andere nützliche Gartenbewohner. Gleichzeitig verstärkt sie den Windschutz und speichert zusätzliche Wärme.

Schritt 6: Terrassen anlegen (bei größeren Beeten)
Ab einer Tiefe von etwa 60 bis 80 Zentimetern oder einem Durchmesser von mehr als vier Metern empfiehlt es sich, die Hänge des Beets in ringförmige Terrassen zu unterteilen. Terrassen erleichtern die Bearbeitung und Ernte, verhindern Erosion bei Starkregen und schaffen klar definierte Pflanzflächen mit unterschiedlichen Bedingungen.
Jede Terrasse sollte etwa 60 bis 80 Zentimeter breit sein – genug Platz, um bequem darauf zu stehen und zu arbeiten. Die Stufenhöhe richtet sich nach der Gesamttiefe des Beets; üblich sind Stufen von 20 bis 30 Zentimetern. Bei einem Kraterbeet von 80 Zentimetern Tiefe ergeben sich so drei bis vier Terrassen vom Rand bis zur Mitte.
Stabilisieren Sie jede Terrassenstufe mit einer Reihe aus Natursteinen oder Rasenkantensteinen an der Vorderkante. Die Steine sollten etwa zur Hälfte in die Erde eingelassen sein, um sicheren Halt zu bieten. Achten Sie darauf, dass die Terrassenflächen leicht nach innen geneigt sind – so fließt überschüssiges Wasser zur Mitte hin ab, statt sich auf den Stufen zu stauen.
Gut zu wissen: Bei sehr tiefen Kraterbeeten ist eine Treppe unverzichtbar, um ins Zentrum zu gelangen. Legen Sie diese an der Südseite an, wo sie am wenigsten Schatten wirft. Die Stufen können Sie aus der Erde formen und mit flachen Trittsteinen belegen, oder Sie bauen eine kleine Steintreppe aus aufeinandergeschichteten Natursteinen. Die Stufen sollten trittsicher sein und nicht zu weit auseinanderliegen – eine Stufenhöhe von 15 bis 20 Zentimetern und eine Auftrittsfläche von mindestens 30 Zentimetern haben sich bewährt.

Schritt 7: Stabilität prüfen und Absackzeit einplanen
Bevor Sie das Kraterbeet bepflanzen, sollten Sie einen Rutschtest durchführen. Bewässern Sie das gesamte Beet gründlich mit dem Gartenschlauch oder warten Sie einen kräftigen Regenschauer ab. Beobachten Sie dabei genau, wie sich die Erde verhält: Rutscht Material von den Hängen? Bilden sich Rinnen oder Auswaschungen? Sammelt sich das Wasser wie gewünscht in der Kratermitte?
Falls Erde abrutscht, ist der betroffene Hang zu steil. Flachen Sie ihn ab, indem Sie Material vom oberen Bereich abtragen und weiter unten wieder aufbringen. Zusätzliche Steine an kritischen Stellen können die Stabilität verbessern. Wiederholen Sie den Test, bis die Hänge auch bei starker Bewässerung stabil bleiben.
Nach dem erfolgreichen Rutschtest sollten Sie dem Sunken Bed etwa eine Woche Zeit geben, bevor Sie mit dem Pflanzen beginnen. In dieser Zeit sackt die aufgeschüttete Erde natürlich nach und verdichtet sich. Eventuell müssen Sie nach dieser Absackphase noch etwas Erde nachfüllen oder kleinere Korrekturen vornehmen. Diese Geduld zahlt sich aus: Ein sorgfältig gesetztes Sunken Bed bleibt über viele Jahre stabil und erfordert nur minimale Nacharbeiten.
Schritt 8: Bodenvorbereitung vor dem Pflanzen
Ist die Absackphase abgeschlossen und das Sunken Bed stabil, bereiten Sie den Boden für die Bepflanzung vor. Lockern Sie die oberste Erdschicht in allen Bereichen noch einmal leicht mit einer Harke auf, ohne die Hangstabilität zu gefährden. Arbeiten Sie eine dünne Schicht reifen Komposts ein, um den Nährstoffgehalt zu erhöhen und das Bodenleben zu aktivieren. In der Kratermitte, wo später besonders nährstoffhungrige Pflanzen wie Tomaten, Zucchini oder Kürbisse stehen werden, darf die Kompostgabe beim Anlegen großzügiger ausfallen. Die Wallzone hingegen sollte eher mager bleiben, da viele mediterrane Kräuter auf zu nährstoffreichem Boden ihr Aroma verlieren und anfälliger für Krankheiten werden. Bedecken Sie die vorbereiteten Flächen abschließend mit einer dünnen Mulchschicht aus angetrocknetem Rasenschnitt, Stroh oder Beinwellblättern. Der Mulch hält die Feuchtigkeit im Boden, unterdrückt Unkrautwachstum und schützt die Erde vor Verschlämmung bei Regen. Lassen Sie um die späteren Pflanzstellen herum etwas Platz frei, damit sich der Boden dort erwärmen kann.
Nun ist Ihr Kraterbeet bereit für die Bepflanzung – wie Sie die drei Zonen optimal nutzen und welche Pflanzen sich wo am wohlsten fühlen, erfahren Sie im folgenden Abschnitt.

Kraterbeet bepflanzen – wie die drei Zonen Vielfalt ermöglichen
Nachdem das Kraterbeet fertig angelegt ist, folgt der spannendste Teil: die Bepflanzung. Durch den besonderen Aufbau des Sunken Beds entstehen drei Zonen mit unterschiedlichen Wachstumsbedingungen – von feucht und windgeschützt in der Mitte bis trocken und sonnig am Wallrand. Diese natürliche Zonierung ermöglicht eine Mischkultur, bei der Pflanzen mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen nebeneinander gedeihen.
Grundsätzlich gilt: Bepflanzen Sie das Beet von innen nach außen. Setzen Sie wärmeliebende, frostempfindliche Zier- oder Gemüsepflanzen in die Mitte, Gemüse mit mittleren Ansprüchen an die Hänge und trockenheitsverträgliche Kräuter sowie Wildstauden auf den Wall.
Tiefe Zone – die Wärmekuhle im Zentrum
In der Kratermitte herrschen besondere Bedingungen: Der Boden ist durch das zulaufende Regenwasser dauerhaft feuchter als in den oberen Bereichen, die Luft ist durch die Verdunstung leicht gekühlt und der Wind erreicht diese geschützte Lage kaum. Dieses feucht-warme Mikroklima eignet sich hervorragend für wärmeliebende Gemüsepflanzen, die eine hohe Luftfeuchtigkeit vertragen.
Besonders gut gedeihen hier Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen, Gurken, Zucchini und Kürbisse. Auch Buschbohnen, Sellerie und Basilikum fühlen sich in der Wärmekuhle wohl. Die Pflanzen entwickeln sich hier oft schneller als in klassischen Beeten und bringen frühere Ernten. Wer den Boden der Kratermitte mit flachen Steinen auslegt, verstärkt den Wärmespeichereffekt zusätzlich. Alternativ lässt sich bei lehmigem Boden ein kleines Wasserreservoir anlegen, das die Verdunstungskühlung im Sommer unterstützt.
Randzone – die Hänge als Übergangsbereich
Die Hänge des Beets bilden eine Übergangszone zwischen der feuchten Mitte und dem trockenen Wall. Der Wasserabzug ist hier gut, sodass die Erde zwar feucht bleibt, aber keine Staunässe entsteht. Je nach Lage im Krater variieren die Bedingungen: Der nördliche Innenhang zeigt zur Mittagssonne hin und erhält mehr direkte Einstrahlung, während der südliche Innenhang nach Norden zeigt und entsprechend kühler und schattiger bleibt.
Für diese mittlere Zone eignen sich Gemüsesorten mit moderaten Ansprüchen an Feuchtigkeit und Wärme. Kopfsalat, Feldsalat, Spinat, Mangold und verschiedene Kohlarten gedeihen hier ebenso wie Radieschen, Karotten und Petersilie. Auch Erdbeeren finden an den Hängen gute Bedingungen vor. Die Bepflanzung der Hänge hat zudem einen praktischen Nebeneffekt: Die Wurzeln der Pflanzen stabilisieren die Erde und verhindern, dass bei starkem Regen Substrat abgetragen wird.

Wallzone – der Trockenbereich am Rand
Der obere Rand des Beets ist der wärmste und trockenste Bereich. Hier scheint die Sonne ungehindert, der Wind weht stärker und das Wasser fließt schnell in tiefere Zonen ab. Diese Bedingungen entsprechen den natürlichen Standorten mediterraner Kräuter, die mit wenig Wasser auskommen und volle Sonne benötigen, um ihr volles Aroma zu entwickeln.
Thymian, Rosmarin, Lavendel, Oregano und Salbei sind hier bestens aufgehoben. Auch robuste Wildstauden wie Malven, Natternkopf oder Wiesensalbei gedeihen auf dem Wall hervorragend und locken zahlreiche Bestäuber an. Wer möchte, kann auf der Nordseite hinter dem Wall zusätzlich Gehölze anpflanzen, die mit Trockenheit zurechtkommen – etwa Felsenbirne, Sanddorn oder Wildrosen. Diese bieten nicht nur Früchte für Mensch und Tier, sondern verstärken den Windschutz für das gesamte Beet.

Mischkultur und Pflanzplan – Tipps für die Praxis
Das Kraterbeet eignet sich hervorragend für eine Mischkultur, bei der Pflanzen mit unterschiedlichen Nährstoffansprüchen nebeneinander wachsen. Dieses Prinzip hat mehrere Vorteile: Der Boden wird gleichmäßig genutzt und kann sich zwischen den Anbauphasen regenerieren. Zudem unterstützen sich viele Zier- oder Gemüsepflanzen gegenseitig bei der Vorbeugung von Krankheiten und Schädlingen – etwa wenn stark duftende Kräuter Schädlinge von benachbarten Gemüsepflanzen fernhalten. Ein praktischer Tipp für die Anordnung: Setzen Sie hochwachsende Pflanzen wie Stangenbohnen, Mais, Fenchel oder Dill an die Nordseite des Kraters. So vermeiden Sie, dass sie den übrigen Beetbewohnern das Licht nehmen. Niedrigere Pflanzen und Bodendecker finden ihren Platz weiter innen oder an der Südseite der Hänge. Nach der Ernte kurzlebiger Kulturen können Sie die entstehenden Lücken mit neuen Jungpflanzen füllen und so den Erntezyklus über die gesamte Saison fortsetzen.
Pflege des Kraterbeets
Ein Kraterbeet erfordert weniger Pflege als ein klassisches Beet, dennoch gibt es einige Punkte, die Sie im Blick behalten sollten. Nach starken Regenfällen lohnt sich ein kurzer Kontrollgang, um die Hangstabilität zu prüfen. Kleine Auswaschungen lassen sich mit einer Handvoll Erde und ein paar zusätzlichen Steinen schnell beheben, bevor sie sich vergrößern.
Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Beinwellblättern oder Stroh leistet gleich mehrfach gute Dienste: Sie hält die Feuchtigkeit im Boden, unterdrückt Unkraut und versorgt beim Verrotten die Pflanzen mit Nährstoffen. Ergänzend können Sie während der Wachstumsphase Kompost oder organischen Dünger einarbeiten – besonders die nährstoffhungrigen Pflanzen in der Kratermitte danken es mit kräftigem Wuchs.
Obwohl das Sunken Bed Wasser deutlich effizienter nutzt als flache Beete, kommt es in längeren Trockenperioden nicht ganz ohne zusätzliche Bewässerung aus. Das gilt vor allem in den ersten Wochen nach dem Pflanzen, wenn die Wurzeln noch nicht tief genug reichen. Eine praktische Lösung ist ein IBC-Container als Regenwasserreserve: Leicht erhöht aufgestellt, lässt sich daraus per Schwerkraft ein Tropfschlauch in die Kratermitte führen. So gelangt das Wasser genau dorthin, wo es gebraucht wird – ohne Pumpe und ohne Stromkosten. Das Sammeln und gezielte Nutzen von Regenwasser fügt sich nahtlos in die nachhaltige Grundidee des Kraterbeets ein.
Kraterbeet anlegen – so gelingt der Einstieg
Vom Abstecken über das Ausheben bis zur Bepflanzung der drei Zonen – ein Kraterbeet anzulegen ist einfacher, als es auf den ersten Blick wirkt. Das Schöne an diesem Projekt: Es verzeiht Anfängerfehler. Wenn eine Pflanze an ihrem Standort nicht so recht gedeihen will, setzen Sie sie einfach eine Zone höher oder tiefer. Mit jeder Saison lernen Sie Ihr neues Gartenbeet besser kennen und finden heraus, welche Kombinationen an welcher Stelle am besten funktionieren. Starten Sie ruhig mit einer überschaubaren Größe von zwei bis drei Metern Durchmesser. So sammeln Sie erste Erfahrungen, ohne sich zu viel vorzunehmen. Später können Sie das Beet erweitern oder ein zweites anlegen, um eine sinnvolle Fruchtfolge zu ermöglichen. Am besten beginnen Sie im Frühjahr oder Herbst, wenn sich der Boden gut bearbeiten lässt – dann steht Ihrem ersten eigenen Kraterbeet nichts mehr im Weg.
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