Wann, wie viel und wie oft
Kürbisse gehören zu den durstigsten Pflanzen im Gemüsegarten – ihre großen Blätter verdunsten bei Sonneneinstrahlung enorme Mengen Feuchtigkeit, und als Starkzehrer brauchen sie ohnehin viel Wasser für ihre beeindruckenden Früchte. Schon kurze Trockenphasen können das Wachstum bremsen oder zu ungleichmäßigen Früchten führen. Doch wie viel Wasser braucht Ihr Kürbis wirklich? Wann gießen Sie am besten – und welche Fehler lassen sich leicht vermeiden? In diesem Beitrag finden Sie alles Wichtige rund um die optimale Bewässerung von Hokkaido, Butternut, Muskat und Co.
Wie lange Kürbis gießen?
Hokkaido, Butternut, Muskat und Co. begleiten Sie von der Pflanzung im Mai bis zur Ernte im September oder Oktober – und während dieser rund 100 Tage freuen sie sich über regelmäßige Wassergaben. Eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit danken Ihnen die Pflanzen mit kräftigem Wachstum und prächtigen Früchten.
Gut zu wissen: Ein Trick, den auch Profis anwenden: In den letzten zwei bis drei Wochen vor der Ernte darf es ruhig etwas trockener sein. Diese kontrollierte Trockenphase fördert die Einlagerung von Zucker und Aromastoffen – Ihre Kürbisse schmecken dadurch deutlich intensiver.
Wann Kürbis gießen? – Der richtige Zeitpunkt
Ihren Kürbis gießen Sie am besten frühmorgens. Dann ist der Boden noch kühl, das Gießwasser kann tief einsickern und steht den Wurzeln den ganzen Tag zur Verfügung. Alternativ kommt auch der späte Abend infrage. Tabu ist hingegen die Mittagshitze: Ein Großteil des Gießwassers würde sofort verdunsten und die tiefen Wurzeln nie erreichen. Außerdem könnte der Temperaturunterschied zwischen heißer Umgebung und kaltem Wasser die Pflanze stressen.
Um zu prüfen, ob es gerade notwendig ist, Ihre Kürbispflanzen zu gießen, machen Sie einfach kurz den Fingertest: Stecken Sie Ihren Finger etwa fünf Zentimeter tief in die Erde. Fühlt sie sich trocken an? Dann sollten Sie wässern. Ist sie noch leicht feucht? Dann können Sie warten.

Warnsignale richtig deuten
Achten Sie auf typische Anzeichen für Wassermangel oder -überschuss. Schlaffe Blätter sind oft ein Zeichen für Wassermangel – aber Vorsicht: Bei großer Hitze lassen Kürbispflanzen ihre Blätter absichtlich hängen, um sich vor Verdunstung zu schützen. Prüfen Sie deshalb abends noch einmal, ob die Blätter weiterhin schlaff sind. Gelbe Blätter weisen häufig auf Staunässe oder Überwässerung hin, während verformte oder auffällig kleine Früchte meist auf einen Wassermangel während der Fruchtbildung zurückgehen.
Wie oft Kürbis gießen? – Bodenart und Wetter entscheiden
Wie oft Ihre Kürbispflanzen gegossen werden müssen, hängt stark von Bodenart und Witterung ab. Bei normalem Gartenboden und mildem Wetter hat sich eine einfache Faustformel bewährt: zwei Mal pro Woche jeweils zwei bis drei Liter pro Pflanze.
Sandige Böden lassen das Gießwasser schneller versickern – hier fahren Sie mit kleineren Wassermengen in kürzeren Abständen besser. Lehmige Böden hingegen speichern Feuchtigkeit deutlich länger und eignen sich gut für selteneres, dafür aber durchdringendes Wässern. Achten Sie bei Lehm auf gute Drainage, damit keine Staunässe entsteht.
Während Hitzeperioden ist der tägliche Blick ins Beet unverzichtbar. Der Fingertest verrät Ihnen schnell, ob Ihre Kürbispflanze gegossen werden muss – an sehr heißen Tagen kann durchaus tägliches Gießen angesagt sein. Übrigens: Wer Kürbisspflanzen im Hochbeet oder direkt auf dem Kompost anbaut, sollte etwas großzügiger wässern. Die Verrottungsprozesse erzeugen Wärme, die das Wachstum ankurbelt, aber auch die Verdunstung beschleunigt.
Wie viel Wasser braucht ein Kürbis? – Der Bedarf nach Wachstumsphase
Der Wasserbedarf einer Kürbispflanze verändert sich im Laufe der Saison erheblich. Um Ihren Kürbis richtig zu gießen, sollten Sie die verschiedenen Entwicklungsphasen kennen und die Wassermenge entsprechend anpassen.
Keimung und Jungpflanze (Woche 1–3)
In dieser frühen Phase genügen kleine Wassermengen von etwa 1 bis 2 Litern täglich, um die Erde gleichmäßig feucht zu halten. Wichtig ist vor allem Konstanz: Die Erde sollte weder austrocknen noch durchnässt sein. Die jungen Wurzeln sind noch empfindlich und können bei Staunässe schnell faulen.
Vegetatives Wachstum (Woche 4–6)
Jetzt investiert die Pflanze ihre gesamte Energie in den Aufbau von Wurzeln, Stängeln und Blättern – und der Durst steigt entsprechend. Rechnen Sie mit circa 3 bis 5 Litern pro Tag, an heißen Sommertagen können es auch bis zu 10 Liter sein. Die großen Blätter verdunsten bei Sonneneinstrahlung erhebliche Mengen Feuchtigkeit.
Blüte und Fruchtbildung (Woche 7–12)
Dies ist die kritischste Phase der gesamten Saison. Der Wasserbedarf erreicht seinen Höhepunkt: 8 bis 12 Liter alle zwei bis drei Tage sind keine Seltenheit. Wassermangel rächt sich jetzt unmittelbar mit verformten oder unterentwickelten Früchten. Achten Sie besonders aufmerksam auf den Fingertest und die Warnsignale Ihrer Pflanzen.
Ausreifung (letzte 2–3 Wochen vor der Ernte)
In den letzten Wochen vor der Ernte sollten Sie die Wassergabe bewusst reduzieren. Diese kontrollierte Trockenphase fördert die Einlagerung von Zucker und Aromastoffen – Ihre Kürbisse werden dadurch geschmacklich deutlich intensiver und lagerfähiger.

Wasserbedarf im Überblick
| Wachstumsphase | Zeitraum | Wasserbedarf | Hinweis |
| Keimung/Jungpflanze | Woche 1–3 | 1–2 Liter/Tag | Gleichmäßig feucht halten |
| Vegetatives Wachstum | Woche 4–6 | 3–5 Liter/Tag (bis 10 l bei Hitze) | Bedarf steigt mit Blattmasse |
| Blüte/Fruchtbildung | Woche 7–12 | 8–12 Liter alle 2–3 Tage | Kritischste Phase |
| Ausreifung | Letzte 2–3 Wochen | Deutlich reduzieren | Fördert Aroma und Süße |
Wasserbedarf nach Kürbissorte – nicht jeder Kürbis ist gleich durstig
Neben der Wachstumsphase spielt auch die Sorte eine wichtige Rolle für den Wasserbedarf. Grundsätzlich gilt: Je größer die Blattmasse und je schwerer die Früchte werden sollen, desto höher ist der Wasserbedarf der Pflanze.
Hokkaido (0,5–1,5 kg)
Der kompakte Klassiker unter den Speisekürbissen kommt mit etwas weniger Wasser aus als seine großen Verwandten. Seine kleinere Blattmasse verdunstet weniger Feuchtigkeit, sodass in der Hauptwachstumsphase etwa 3 bis 5 Liter pro Tag genügen. Der Hokkaido ist damit ein idealer Einsteiger-Kürbis – auch was die Bewässerung betrifft.
Butternut (1,5–2 kg)
Der birnenförmige Moschuskürbis hat einen mittleren Wasserbedarf, vergleichbar mit dem Hokkaido. Seine längliche Form und das kompakte Wuchsverhalten machen ihn relativ pflegeleicht. Da Butternut-Pflanzen weniger ausladend wachsen als andere Sorten, lässt sich die Gießstelle an der Wurzel meist gut erreichen.
Muskatkürbis (bis 20 kg und mehr)
Dieser Gigant unter den Speisekürbissen bildet entsprechend große Blätter und benötigt deutlich mehr Gießwasser. In der Fruchtbildungsphase sollten Sie mit 10 bis 15 Litern alle zwei Tage rechnen. Die mächtigen Ranken können mehrere Meter lang werden – markieren Sie am besten die ursprüngliche Pflanzstelle, um gezielt an der Wurzel zu gießen.

Riesenkürbisse für Wettbewerbe
Wer Riesenkürbisse für Wettbewerbe züchtet, bewegt sich in einer ganz anderen Liga. Über die gesamte Saison summiert sich der Wasserbedarf u.U. auf 400 bis 500 Liter pro Pflanze. An heißen Tagen können ausgewachsene Wettbewerbskürbisse sogar 50 Liter und mehr pro Tag benötigen. Für solche Mengen ist eine automatisierte Bewässerung praktisch unerlässlich.
Gut zu wissen: Beobachten Sie Ihre Kürbisse aufmerksam und passen Sie die Wassergabe an deren Entwicklung an. Ein Hokkaido, der besonders üppig wächst, kann durchaus mehr Wasser brauchen als ein kümmerlicher Muskatkürbis – die Sortenangaben sind Richtwerte, keine starren Regeln.
Kürbis richtig gießen: bodennah und niemals über die Blätter
Um Ihren Kürbis richtig zu gießen, beachten Sie diese goldene Regel: Immer direkt an der Wurzel gießen. Nasse Blätter sollten Sie tunlichst vermeiden, denn sie fördern Pilzkrankheiten – insbesondere den Falschen Mehltau. Dieser Pilz liebt feucht-kühle Bedingungen und zeigt sich durch gelbliche Flecken auf der Blattoberseite sowie einen grau-violetten Belag auf der Unterseite.
Der Echte Mehltau hingegen tritt paradoxerweise bei trocken-warmem Wetter auf und bildet einen weißlichen, mehligen Belag auf der Blattoberseite. Interessanterweise kann auch ein ausgetrockneter Wurzelbereich das Risiko für Echten Mehltau erhöhen – eine gleichmäßige Bodenfeuchte ist daher die beste Prävention gegen beide Mehltau-Arten.
Praktische Tipps für die bodennahe Bewässerung
Bringen Sie das Gießwasser langsam und bodennah aus und formen Sie am besten eine kleine Gießmulde um die Pflanze. Dieser Erdwall im Kreis (ca. 30–40 cm Durchmesser) verhindert, dass das Gießwasser oberflächlich wegläuft, und leitet es gezielt zu den Wurzeln.
Wässern Sie stets tief, um ein ebenso tiefes Wurzelwachstum zu fördern. Bei ausgedehnten Kürbispflanzen mit langen Ranken hilft ein Stock am ursprünglichen Pflanzort, die richtige Gießstelle wiederzufinden.

Typische Fehler beim Kürbis gießen – und wie Sie es richtig machen
Auch erfahrenen Gärtnern unterlaufen bei der Kürbisbewässerung manchmal Fehler. Wer über die Blätter gießt, riskiert Echten und Falschen Mehltau sowie andere Pilzerkrankungen – wässern Sie daher immer bodennah direkt an der Wurzel. Ebenso problematisch ist das Gießen in der Mittagshitze: Das Wasser verdunstet größtenteils, bevor es die Wurzeln erreicht, und Sie verschwenden wertvolle Ressourcen.
Ein häufiger Fehler ist das tägliche Gießen mit nur wenig Wasser. Das führt zu flacher Wurzelbildung und macht die Pflanze abhängig von ständiger Bewässerung. Besser ist es, seltener, aber dafür durchdringend zu gießen – so fördern Sie tiefes Wurzelwachstum und robustere Pflanzen.
Besonders kritisch ist zu seltenes Gießen während der Fruchtbildung. Das Ergebnis sind verformte oder unterentwickelte Früchte. Passen Sie die Wassermenge daher stets an den Bedarf in der jeweiligen Wachstumsphase an. Umgekehrt sollten Sie die Wassergabe 2–3 Wochen vor der Ernte reduzieren, sonst schmecken die Früchte wässrig und weniger aromatisch.
Staunässe durch Übergießen erkennen Sie an gelben Blättern und im schlimmsten Fall an Wurzelfäule. Der Fingertest und eine gute Bodendrainage beugen diesem Problem vor. Fehlt eine Gießmulde, läuft das Wasser oberflächlich weg, statt einzusickern – formen Sie daher einen Ring um die Pflanze und mulchen Sie den Boden.
Schließlich stresst auch kaltes Leitungswasser die Pflanzen und verschlechtert die Nährstoffaufnahme. Verwenden Sie temperiertes Gießwasser mit 18–22 °C, etwa abgestandenes Leitungswasser oder Regenwasser aus einem IBC-Container.
Die richtige Wasserqualität und Wassertemperatur
Nicht nur die Menge, auch die Qualität des Gießwassers spielt eine Rolle für das Gedeihen Ihrer Kürbisse. Regenwasser ist ideal: Es ist weich, kalkfrei und hat – wenn es im Freien gesammelt wird – bereits die richtige Temperatur. Kürbisse bevorzugen weiches Wasser mit einem neutralen pH-Wert, und Regenwasser erfüllt diese Anforderungen perfekt.
Leitungswasser ist in den meisten Fällen ebenfalls geeignet. Je nach Region kann es jedoch hart und kalkhaltig sein. Hartes Wasser kann langfristig den Boden-pH-Wert verändern und die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen. Lassen Sie Leitungswasser am besten einige Stunden in der Gießkanne stehen – so erwärmt es sich auf Umgebungstemperatur.
Die ideale Wassertemperatur liegt zwischen 18 und 22 °C. Kaltes Wasser direkt aus der Leitung (oft nur 8–12 °C) kann die Wurzeln stressen und das Wachstum hemmen. Regenwasser, das sich in einem IBC-Container sammelt, erwärmt sich ganz natürlich auf Umgebungstemperatur – ein weiterer Vorteil der Regenwassernutzung.
Verschiedene Bewässerungsmethoden im Vergleich
Um Ihre Kürbisse zu gießen, können Sie eine Gießkanne, einen Gartenschlauch oder eine Tropfbewässerung nutzen. Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile.
Die Gießkanne ist kostengünstig und gibt Ihnen die volle Kontrolle über die Wassermenge. Allerdings beansprucht diese Methode viel Zeit, besonders bei größeren Kürbisbeeten. Für wenige Pflanzen im Hausgarten ist sie dennoch eine bewährte Wahl. Mit dem Gartenschlauch können Sie schnell große Mengen Wasser verteilen, allerdings nur ungenau dosieren. Achten Sie darauf, nicht versehentlich die Blätter zu benetzen, und verwenden Sie am besten einen Brauseaufsatz für sanften Wasserfluss.
Tipps zum Wasser sparen beim Kürbisse gießen
Kürbisgewächse sind prinzipiell extrem durstig. Umso wichtiger ist es, die Pflanzen so effizient wie möglich zu wässern. Mit einigen bewährten Maßnahmen können Sie den Wasserverbrauch deutlich reduzieren, ohne dass Ihre Kürbispflanzen leiden.
Eine 5 bis 10 cm hohe Mulchschicht aus Stroh, Rasenschnitt oder Laub um die Pflanze kann den Wasserbedarf um bis zu 30 Prozent reduzieren. Die Mulchschicht wirkt der Verdunstung entgegen und hält den Boden kühler. Wichtig: Lassen Sie etwas Abstand zum Stängel, um Fäulnis zu vermeiden.
Die bereits erwähnte Gießmulde – ein Erdwall im Kreis um die Pflanze – verhindert, dass Gießwasser oberflächlich wegläuft. Stattdessen wird es gezielt zu den Wurzeln geleitet, wo es gebraucht wird.
Regenwasser zu nutzen, spart nicht nur Geld, sondern versorgt Ihre Kürbispflanzen auch mit dem weichen, temperierten Wasser, das sie bevorzugen. Zusätzlich können Sie durch Bodenverbesserung mit 3 bis 5 Litern Kompost pro Quadratmeter die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens erhöhen – und liefern gleichzeitig wertvolle Nährstoffe für die hungrigen Starkzehrer.
Gut zu wissen: Ein IBC-Container eignet sich perfekt zur Regenwassersammlung. Das Wasser erwärmt sich darin ganz natürlich auf Umgebungstemperatur und ist damit ideal für Kürbisse. Über IBC-Adapter, Auslaufhähne und Tropf- bzw. Perlschläuche leiten Sie das Wasser direkt ins Beet und dort präzise zu den Wurzeln. Mit einer Zeitschaltuhr oder einem Bewässerungscomputer können Sie die morgendliche Bewässerung sogar automatisieren – so werden die Pflanzen zum optimalen Zeitpunkt gegossen, ohne dass Sie selbst früh aufstehen müssen. Für ein größeres Kürbisbeet empfiehlt sich ein IBC-Container mit 1000 Litern Fassungsvermögen. Um ihn am Fallrohr zu befüllen, installieren Sie einfach einen Regensammler.
Hokkaido, Butternut, Muskat und Co. richtig gießen – so klappt es!
Kürbisse haben zwar einen ordentlichen Durst, doch wer ein paar Grundregeln kennt, wird schnell zum Bewässerungsprofi. Am besten gedeihen die Pflanzen, wenn sie frühmorgens und bodennah gegossen werden – so bleiben die Blätter trocken und Pilzkrankheiten haben kaum eine Chance. Seltener, aber durchdringend zu wässern fördert ein kräftiges Wurzelwerk und macht die Pflanzen widerstandsfähiger. Besonders spannend: Der Wasserbedarf variiert je nach Sorte und Wachstumsphase. Ein kompakter Hokkaido ist genügsamer als ein mächtiger Muskatkürbis, und während der Fruchtbildung freuen sich alle Sorten über eine großzügige Wassergabe. Kurz vor der Ernte darf es dann ruhig etwas trockener sein – das intensiviert den Geschmack.
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