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Kunststoffpaletten in der Intralogistik

« So werden Paletten für den innerbetrieblichen Transport genutzt »

Rohstoffe, Materialien, Produktteile und fertige Produkte sind innerhalb eines Fertigungsbetriebs praktisch dauernd unterwegs. Klar, dass sie dabei adäquat transportiert werden müssen und dass dieser Transport organisiert werden muss. Man spricht in diesem Zusammenhang von der sogenannten Intralogistik. Was genau sich hinter diesem Begriff verbirgt, wie sie sich gestalten lässt und welche Rolle insbesondere Paletten bzw. Kunststoffpaletten dabei spielen können, erfahren Sie hier.

Immer komplexere Anforderungen in Industrie und Logistik

Früher war mit Sicherheit nicht alles besser, aber doch irgendwie einfacher und übersichtlicher. Nehmen wir zum Beispiel die Herstellung eines Wagenrades. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war dafür ein einzelner Handwerker zuständig – nämlich der Wagner. Er suchte das dafür benötigte Holz aus, bog es, schliff es, drechselte es und setzte dann die einzelnen Teile zu einem fast fertigen Rad zusammen. Sogar die Metallbeschläge, die für so ein Wagenrad nötig waren, stellte er meist selbst her. Auf jeden Fall folgte die Montage der Beschläge durch ihn.

Kurzum: Der gesamte Herstellungsprozess lag in der Hand eines einzigen Menschen. An der Herstellung eines modernen Reifen oder einer Felge sind hingegen viele Menschen und Maschinen beteiligt.

Sie führen jeweils kleine, ganz bestimmt Arbeitsschritte, an deren Ende schließlich das fertige Produkt steht. Der Vorteil: Auf diese Weise lassen sich viel mehr Reifen produzieren, als wenn ein einzelner alle nötigen Arbeiten erledigen würde. Man nennt das bekanntlich Arbeitsteilung.

Arbeiter in einem Warenlager einer Spedition
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Kein Fertigungsbetrieb kommt heute ohne diese Arbeitsteilung aus. Das bedeutet aber auch, dass einzelne Teile oder Komponenten permanent innerhalb des Betriebsgeländes hin- und her transportiert werden müssen. Dieser innerbetriebliche Transport erfordert jede Menge Intralogistik. Und genau damit wollen wir uns hier etwas näher beschäftigen.

Was genau versteht man eigentlich unter Intralogistik?

Um die Frage zu beantworten, machen wir uns am besten erst mal klar, was nicht zur Intralogistik gehört – nämlich alle Arten von Waren- und Materialtransporten, die außerhalb eines bestimmten Betriebsgeländes stattfinden. Ein fertiges Produkt, dass per Spedition zum Großhändler oder zum Endabnehmer transportiert wird, gehört also eindeutig nicht in diese Kategorie. Es handelt sich dabei zwar um Logistik bzw. einen logistischen Vorgang, da er aber außerhalb des Betriebes stattfindet hat es mit Intralogistik nichts zu tun. Es geht dabei also ausschließlich um die innerbetriebliche Logistik bzw. den innerbetriebliche Materialfluss – Begriffe, die häufig synonym gebraucht werden können.

Notwendig wird dieser Transport durch die modernen Produktionsverfahren und das denen zugrundeliegende Prinzip der Arbeitsteilung.

Ohne interne logistische Prozesse ließen sich also auch die Effizienz- und Kostenvorteile dieser Produktionsmethoden nicht ausschöpfen. Es versteht sich daher von selbst, dass der Intralogistik eine große Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens zukommt. Steigt man etwas tiefer in die Materie ein, merkt man schnell, wie komplex dieser nur auf den ersten Blick simple Vorgang des innerbetrieblichen Transports ist.

Gestapelte IBC Container auf Kunststoffpaletten
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Der Verband „Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau“ definiert den gesamten Prozess denn auch als „Organisation, Steuerung, Durchführung und Optimierung des innerbetrieblichen Waren- und Materialflusses“. Der Verband bezeichnet ferner auch noch alle Informationsströme innerhalb des Produktionsprozesses als Teil der internen logistischen Vorgänge. Klar, dass davon unglaubliche viele Bereiche eines Unternehmens betroffen sind.

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Die Spanne reicht dabei vom Waren- und Warenausgang über Lager- und Fördersysteme bis hin zu Kommissions- und Sortiervorgängen. Übrigens: Werden in einem Lager mittel Gabelstapler Paletten aus einem Regalsystem bzw. einem Palettenregal entnommen, dann ist auch das ein intralogistischer Vorgang. Gleichzeitig handelt es sich dabei aber auch nur um einen winzigen Schritt innerhalb einer komplexen Kette von Einzelschritten.

Wie funktioniert Intralogistik konkret?

Derart komplexe und nicht selten auch sehr unübersichtliche Vorgänge lassen sich nur organisieren und steuern, wenn die verschiedenen Bereiche und Disziplinen eines Unternehmens reibungslos zusammenarbeiten. Darüber hinaus braucht es auch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und externen Anbietern. Denn: Die Steuerung funktioniert heute in der Regel nur, durch von außen hinzu gekaufte Technik und Knowhow. Vor allem werden entsprechende Software und Waren- bzw. Materialerfassungssysteme benötigt. Für einen reibungslosen Produktionsprozess ist es schließlich von entscheidender Bedeutung, dass jederzeit klar ist, wo sich welches Material das Werkstück gerade befindet – und natürlich auch, wie der Bearbeitungsstand zu einem bestimmten Zeitpunkt ist.

Lagerarbeiter und Geschaeftsmann mit Tablet-PC-Computer
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Darüber hinaus sind Transportmittel, als etwa Hubwagen oder Gabelstapler, und Industrieverpackungen erforderlich, ohne die der innerbetriebliche Transport aus nachvollziehbaren Gründen erst gar nicht möglich wäre. Die Digitalisierung hat übrigens auch im weiten Feld der Intralogistik für Quantensprünge gesorgt. Waren- und Materialerfassung per Scancode oder RFID-Chip sind heute in den meisten Betrieben längst Standard. Diese Hilfsmittel erleichtern nicht nur die konkreten Transportvorgänge, sondern auch die unabdingbare Kontrolle.

Die Vorteile von Kunststoffpaletten in der internen Logistik

Paletten spielen seit Jahrzehnten eine große Rolle bei praktisch allen logistischen Vorgängen. Sie sind die Grundlage vieler Industrieverpackungen und gelten selbst als das ideale Verpackungsmaterial für den Transport von Gütern, Gitterboxen und IBC Containern.

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Kein Wunder also, dass sie im Lager ebenso zu finden sind wie auf den meisten Lkws, die tagtäglich durchs Land rollen. Nachvollziehbar, dass ein Regalsystem häufig als Palettenregal organisiert ist. Vor allem drei Gründe sprechen für die Verwendung von Paletten nicht nur im Lager. Da ist zum einen der Umstand, dass sie enorm belastbar und wiederverwendbar sind. Zum anderen lassen sie sich aber auch ausgesprochen leicht transportieren. Und schlussendlich zählt auch der Umstand, dass eine Palette in der Anschaffung ausgesprochen günstig ist.

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Über einen langen Zeitraum wurden Paletten praktisch ausschließlich aus Holz gefertigt. Zwischenzeitlich werden diese Holzpaletten aber mehr und mehr von Kunststoffpaletten verdrängt. Hygienepaletten aus Kunststoff punkten vor allem in den Bereichen Hygiene und Beständigkeit. Insbesondere in der lebensmittelverarbeitenden Industrie kommen sie deshalb zum Einsatz. Bei ihnen besteht eine weitaus geringere Gefahr der Verkeimung. Gleichzeitig lassen sie sich viel leichter und effektiver reinigen, als beispielsweise Holzpaletten. Zudem sind Kunststoffpaletten in der Regel auch noch etwas leichter.

Kunststoffpaletten reinigen
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Sie sind weit beständiger und weniger anfällig gegenüber Beschädigungen. Letzteres mag dann auch der Hauptgrund dafür sein, warum sie auch in der Intralogistik immer mehr zum Einsatz kommen. Gerade in engen Produktions- und Lagerhallen ist nämlich die Gefahr von ungewollten Remplern und Unfällen groß.

Die Zukunft der Intralogistik

Voraussagen sind bekanntlich schwer, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. Man muss allerdings kein Prophet sein, um zu prognostizieren, dass die Digitalisierung und die weiter voranschreitende Globalisierung auch Auswirkungen auf Logistik, Lager und Transport haben werden.

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Die unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ ablaufende Automatisierung von Produktionsprozessen wird dabei sicherlich auch die Intralogistik betreffen. Gut möglich, dass in Zukunft Roboter und selbstfahrende Fahrzeuge den innerbetrieblichen Transport weitgehend autonom abwickeln werden. Die notwendigen technischen Voraussetzungen gibt es dafür längst. Und zum Teil ist diese Vision in so manchem Betrieb bzw. Unternehmen ja auch schon Realität geworden.