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Leichtpaletten aus Kunststoff

« Geringes Gewicht, hohe Stabilität sind Garanten des Erfolgs »

Leichtpaletten aus Kunststoff sind eine clevere Alternative zu den noch immer weit verbreiteten Holzpaletten. Sie punkten mit einem deutlich geringeren Gewicht, einer längeren Lebensdauer und nicht zuletzt durch hohe hygienische Standards. Allerdings kosten Kunststoffpaletten auch etwas mehr als ihre Schwestern aus Holz. Warum sie sich dennoch rechnen und wo man sie besonders gut einsetzen kann, können Sie hier lesen.

Moderne Industrieverpackungen

Geht es um Industrieverpackungen kommt niemand um die sogenannten Europaletten herum. Die heißen so, weil sie in einem europaweit gültigen Maß gefertigt werden und damit auch auf dem gesamten Kontinent kompatibel sind. Über Jahrzehnte hinweg bestanden diese Paletten vornehmlich aus Holz. Kein Wunder: Holz ist günstig und gilt als ein nachwachsender Rohstoff. Mittlerweile setzt sich allerdings Kunststoff mehr und mehr als Material zur Herstellung von Paletten durch. Der große Vorteil dabei: Durch das geringe Gewicht des Kunststoffs wird auch der Paletten-Korpus erheblich leichter. Nicht umsonst ist in diesem Zusammenhang von Leichtpaletten die Rede. Klar, dass das dann insbesondere beim Transport Kosten spart. In Sachen Tragfähigkeit stehen die Leichtpaletten ihren schwereren Schwestern aus Holz in nichts nach. Und was die Lebensdauer angeht, lassen sie sie sogar um Längen hinter sich. Ganz zu schweigen davon, dass es mit ihnen auch möglich ist, hohe hygienische Standards zu erfüllen. Nicht umsonst werden Hygienepaletten bzw. H1-Paletten aus genau diesem Material produziert. Gründe genug also, sich etwas näher mit dieser neuen Palettengeneration zu beschäftigen.

Leichtpaletten sind praktisch und hygienisch
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Was genau sind eigentlich Leichtpaletten?

Der Name deutet es bereits an: Es handelt sich dabei um eine Palettenkonstruktion, die ein besonders geringes Gewicht hat. Als Vergleich dient dazu stets die klassisches Holzpalette. Sie wiegt je nach Ausführung zwischen 20 und 25 kg. Leichtpaletten aus Kunststoff bewegen sich hingegen in einem Rahmen von 11 bis 18 kg. Die Tragfähigkeit beider Varianten ist im Wesentlichen gleich. Man spart bei einer Kunststoffpalette also definitiv an Gewicht ein, was insbesondere eine Rolle beim Transport spielt. Aber auch das Handling wird ganz allgemein dadurch erheblich vereinfacht. Hinzu kommt, dass sich Kunststoff im Gegensatz zu Holz nicht mit Wasser vollsaugen kann. Ist eine Holzpalette beispielsweise Regen ausgesetzt führt das zwangsläufig dazu, dass sich ihr Gewicht noch einmal erhöht. Grund dafür ist ihre offene bzw. poröse Oberflächenstruktur, durch die Wasser eindringen kann, das dann im Holz gespeichert wird. Eine Kunststoffpalette ist hingegen versiegelt, könnte man sagen. Wasser hat hier keine Chance einzudringen. Diese Versiegelung ist im Übrigen ein Grund dafür, warum sich eine Kunststoffpalette auch für den Einsatz in hygienisch sensiblen Bereichen eignet. Ganz zu schweigen davon, dass sie sich auch deutlich leichter wieder reinigen lässt.

Kunststoff Europalette ECO (mit Rand) 1200 x 800 mm

Hochdichtes Polyethylen

Möglich wird das alles durch den Kunststoff High Density Polyethylen, der mit HDPE abgekürzt wird. HDPE ist besonders dicht und damit auch besonders robust und widerstandsfähig. Das Material kann unter Wärmeeinwirkung in nahezu jede gewünschte Form gebracht werden. Kunststoffpaletten unterscheiden sich dadurch kaum von klassischen Holzpaletten. Der zentrale Punkt dabei: Sie verfügen auch über das typische Kufensystem, das den einfachen Transport mit Gabelstapler und Hubwagen ermöglicht. HDPE widersteht im Übrigen auch den meisten Säuren und Laugen, ist je nach Ausführung in einem Bereich von minus 40 bis plus 70 Grad Celsius temperaturbeständig und splittert in der Regel nicht. Auch in Sachen Nachhaltigkeit können Leichtpaletten aus Kunststoff längst mithalten. Im Schnitt haben sie nämlich mindestens eine um ein Drittel höhere Lebensdauer. HDPE lässt sich zudem recyceln. Seit Langem gibt es deshalb auch recycelte Leichtpaletten auf dem Markt, die sogenannten Regenerate. Eigentlich bieten diese Paletten also nur Vorteile. Der Knackpunkt ist allerdings, dass sie etwas mehr kosten. Diese Mehrkosten werden durch die längere Lebensdauer und geringere Transportgewichte allerdings sehr schnell wieder ausgeglichen. Kurzum: Leichtpaletten rechnen sich auch unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten und sind eine kluge Investition, wenn es um Industrieverpackungen geht.

H1 Hygiene Europalette (mit Rand) 1200 x 800 mm

Wo kommen Europaletten aus Kunststoff überall zum Einsatz?

Paletten aus HDPE sind heute praktisch überall zu finden. Ihre vielen Vorteilen bewehren sich mehr und mehr. Aber natürlich gibt es Bereiche, in denen sie besonders häufig verwendet werden. Dazu gehört insbesondere die Lebensmittelindustrie. Grund dafür ist ihr hoher hygienischer Standard. Die sogenannten Hygienepaletten (H1-Paletten), die beispielsweise in der Fleischindustrie vorgeschrieben sind, sind allesamt Leichtpaletten aus Kunststoff. Auch in der chemischen und in der pharmazeutischen Industrie sind sie mittlerweile weit verbreitet. Auch hier spielt die Sauberkeit bekanntlich eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ganz allgemein kann man sagen, dass Kunststoffpaletten Holzpaletten komplett ersetzen können. Anders ausgedrückt: Sie können all das, was ihre Holzschwestern auch können. Unternehmen, die ihr Palettenlager im Freien haben, tun im Übrigen grundsätzlich gut daran, auf die Kunststoffvariante zurückzugreifen. Und zwar ganz einfach deswegen, weil sie witterungsbeständig ist und sich nicht mit Wasser vollsaugen kann.

Leichtpaletten in der Pharmaindustrie
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Wie sieht es in Zukunft mit diesen speziellen Industrieverpackungen aus?

Kunststoffe sind unter ökologischen Gesichtspunkten ja durchaus problematisch. Holz ist da der eindeutig sympathischere Rohstoff – nicht zuletzt deshalb, weil er nachwächst. Dennoch spricht auch bei Transport- und Lagerpaletten vieles für die Variante aus HDPE, denn sie überzeugt letztlich auch in Sachen Nachhaltigkeit. Ihre längere Lebensdauer führt zwangsläufig dazu, dass weniger Paletten produziert werden müssen. Vor allem aber sorgt ihr geringeres Gewicht nicht nur für geringere Transportkosten, sondern auch für einen geringeren Verbrauch an Treibstoffen. Da sie sich auch noch recyceln lassen, ist auch ein sinnvoller Rohstoffkreislauf gewährleistet. Berücksichtigt man all diese Gesichtspunkte, dann haben Leichtpaletten definitiv noch eine große Zukunft vor sich.