© Rocker Stocker - stock.adobe.com

Rebottling oder Rekonditionierung

« Was ist nötig, um ausrangierte IBC Container wiederzuverwenden? »

Intermediate Bulk Container (IBC) sind vielseitig verwendbar. Industrie und Handel dienen sie als Großpackmittel, in privaten Gärten werden sie zur Wasserversorgung verwendet und auf vielen Weiden nutzt man sie, um das Vieh zu tränken. Oft ist es für die beinahe unkaputtbaren Behälter nicht die erste Nutzungsform. Viele wurden bereits in anderer Funktion verwendet. In einem Verfahren, das Rebottling oder Rekonditionierung genannt wird, werden IBCs, wenn nötig aufbereitet und fit für ihr zweites oder auch drittes Leben gemacht. So wird nicht nur Müll vermieden, man kann auch bares Geld sparen, wenn man sich einen gebrauchten Container anschafft.

IBC-Container wiederverwenden

Einen IBC-Container aufzubereiten und ihn fit für seinen neuen Verwendungszweck zu machen, ist mitunter ein recht aufwendiges Verfahren. Denn je nach Verwendungszweck und Nutzungsintensität können Beschädigungen, Ablagerungen und Materialveränderungen durch das Lagergut dazu führen, dass der IBC für die geplante Verwendung nicht mehr oder nur noch bedingt einsetzbar ist. Da es jedoch das Ziel ist, auch bereits genutzte Behälter möglichst universell und uneingeschränkt in eine Folgenutzung zu überführen, ist eine umfassende und zielgerichtete Aufarbeitung unverzichtbar. Je nach seinem Zustand kann ein Tank zwei unterschiedliche Verfahren auf seinem Weg zum zweiten Leben durchlaufen: das so genannte Rekonditionierung oder das Rebottling.

1000l IBC Wassertank GESPÜLT auf Holzpalette - Rebottling oder Rekonditionierung

Die Rekonditionierung von IBC

Sind Gestell und Blase des Containers intakt, kann er rekonditioniert werden. Bei diesem Verfahren werden mehrere Arbeitsschritte hintereinandergeschaltet, um mögliche Beeinträchtigungen oder Einschränkungen durch die Vornutzung zu beseitigen. Zunächst erfolgt eine gründliche Reinigung und anschließend eine Prüfung, um herauszufinden, ob eine weitere Instandsetzung erforderlich ist.

Die Reinigung

An erster Stelle steht immer das Reinigen der Container. Hierbei werden verbliebene Rückstände der bisherigen Lagergüter entfernt und Verunreinigungen beseitigt. Diese können entweder ebenfalls der bisherigen Nutzung entstammen oder Folge von externen Umwelteinflüssen sein. Die Reinigung umfasst sowohl das für die Lagerung relevante Innere des Behälters, als auch die Außenseite mitsamt Gitterbox und Palette. Außerdem wird ein besonderes Augenmerk auf neuralgische Punkte, wie etwa Dichtungen, Deckel und Anschlüsse gelegt. Kleinteile werden allerdings oft auf Grund der Arbeitsökonomie nicht gereinigt, sondern vollständig ausgetauscht. In erster Linie zählen hierzu die ohnehin häufig von Verschleiß betroffenen Dichtungen. Wichtigstes Kriterium für eine erfolgreiche Reinigung des Containers ist, dass auch möglicherweise in die obersten Kunststoffschichten eingedrungene Stoffe wieder vollständig beseitigt werden können.

IBC Gitterbox auf Stahlpalette

Prüfung und Instandsetzung

Ist der Behälter erst einmal vollständig von anhaftenden Rückständen und Schmutzpartikeln befreit, folgt eine umfassende Prüfung aller Bauteile. Denn auch ein gebraucht erworbener Tank soll schließlich zu einhundert Prozent funktionsfähig sein. Besonderes Augenmerk liegt bei der Prüfung natürlich auf der Dichtheit der Blase. Außerdem werden alle mechanischen Bauteile auf Verschleiß und ihre uneingeschränkte Funktionstüchtigkeit hin geprüft. Genau unter die Lupe genommen wird auch der Rahmen, der auf mechanische Beschädigungen, Korrosion oder auch Deformationen hin untersucht wird. Bei dieser Prüfung auffällige Aspekte werden nachfolgend bearbeitet und ausgebessert. Das breite Sortiment an erhältlichem IBC-Container Zubehör ermöglicht gerade bei Anschlüssen, Abdeckungen, Ventilen und vielem mehr einen kostengünstigen Austausch. Außerdem kann in diesem Rahmen sogleich eine eventuell erwünschte Anpassung an die neue Nutzung vorgenommen werden.

IBC Adapter S60x6 DN50 - 3-teilige Auslauftülle DN 50 Ersatzdichtung für IBC Deckel Einlauf/Filter

Prüfung bestanden – Neue Aufgaben warten

Hat der Container die Prüfung und Instandsetzung hinter sich, wird er einer abschließenden Qualitätsprüfung unterzogen und erhält, sofern keine Missstände entdeckt werden, die Freigabe für sein neuen Verwendungszweck. Zwar existiert für diese Behältertypologie kein allseits anerkanntes Prüfsiegel. Allerdings sind alle diese Maßnahme durchführenden Unternehmen bestrebt, den Erfolg der Aufarbeitung für Kunden, Nutzer und auch Prüfer nachvollziehbar zu dokumentieren. Daher ist es heute üblich, einen gut sichtbaren Nachweis über die durchgeführten Instandsetzungen mitsamt einer Bestätigung über die vollständige Funktionstüchtigkeit an Blase oder Rahmen anzubringen.

1000l IBC Wassertank mit Stahlmantel auf Palette GESPÜLT

Rebottling bei IBC

Immer wieder kann es vorkommen, dass bei der Inspektion der Container ein nicht behebbarer Defekt an der Blase festgestellt wird. Entweder liegen Beschädigungen vor, die durch äußere mechanische Einwirkungen hervorgerufen wurden, oder aber das frühere Lagergut hat sich so in den Kunststoff eingefressen, dass eine uneingeschränkte Folgenutzung nicht mehr möglich ist. Besonders gut verständlich ist das im Bereich der Lebensmittelverabeitung, wo bereits geringste Rückstände von Stoffen zur Untauglichkeit für die Lebensmittellagerung führen. Ist das der Fall, setzt man nicht das Verfahren des Rekonditionierens ein, sondern das sogenannte Rebottling. IBC Behälter können so trotz einer Untauglichkeit der Speicherblase ökonomisch wie ökologisch sinnvoll zumindest in Teilen weiterverwendet werden.

Was ist Rebottling?

IBC-Container bestehen aus einer Blase, die die Speicherfunktion übernimmt. Eingefasst ist sie von einem Metallrahmen und einer Palette, die Standsicherheit, Transport- und Lagerfähigkeit gewährleistet. Beim Rebottling wird der äußere Rahmen beibehalten und weitergenutzt. Dessen untauglich gewordenes Innenleben wird dagegen durch eine neue Blase ersetzt. Es handelt sich also bei einem derart aufgearbeiteten Produkt um ein Kombinationsprodukt aus einer Mehrwehrwegnutzung und einem fabrikneuen Bauteil. Eine gewisse Sonderform des Rebottlings wird immer wieder, wenn auch weit seltener praktiziert. Es kann vorkommen, dass bei einzelnen Objekten die Blase defekt ist, während andere Behälter unter einem defekten Rahmen leiden. Wird nun eine gebrauchte, aber immer noch intakte Blase in einen anderen, gebrauchten Rahmen eingesetzt, kann immer noch von Rebottling gesprochen werden.

Defekter IBC Container - hier ist Rebottling oder Rekonditionierung nicht mehr sinnvoll
© Animaflora PicsStock – stock.adobe.com

Warum Rebottling?

Der Vorteil von Rebottling liegt auf der Hand. Durch den Austausch der nicht mehr nutzbaren Teile der Behälter lassen sich Materialkosten deutlich senken. Zwar stellt auch der Austausch ein gewissen Aufwand dar, dennoch rechnet sich das Verfahren. Die ökologischen Aspekte liegen darüber hinaus auf der Hand. Insgesamt handelt es sich also um eine wirtschaftlich sinnvolle und zugleich ressourcenschonende Maßnahme, sodass dieses Vorgehen nicht nur sinnvoll ist, sondern auch in der Tat vielfach Anwendung findet.

Plastikmüll am Strand - IBC Rebottling oder Rekonditionierung ist auch ein Beitrag zur Vermeidung
© marina_larina – stock.adobe.com

Vorteile von Rebottling gegenüber der Rekonditionierung

Für den Nutzer bietet sich beim Rebottling der IBC-Container der große Vorteil, dass eine fabrikneue Blase mit hundertprozentiger Sicherheit für die geplante Nutzung geeignet ist. Ein Restrisiko im Sinne von Rückständen im Kunststoffmaterial ist ausgeschlossen. Das Rebottling der IBC-Tanks führt zu einem nutzungstechnisch völlig neuen Produkt, während die Rekonditionierung einen bereits verwendeten und schlicht gealterten Werkstoff aufbereitet. Letztendlich obliegt es aber dem Nutzer, im Hinblick auf die zukünftige Verwendung und auch die vorangegangene Nutzung abzuwägen, welches Vorgehen – sofern die Wahl besteht – sinnvoller, weil wirtschaftlicher, erscheint. Denn selbstverständlich besteht die Möglichkeit, auch einen durchaus noch rekonditionierbaren Tank durch den Blasentausch in ein neuwertiges Produkt verwandeln zu lassen.