Regenwasser ableiten in IBC Container
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Regenwasser ableiten

« Das kostbare Nass effektiv nutzen! »

Regen ist wertvoll und nützlich. Allerdings kann der Niederschlag in Übermaßen auch zum Problem werden. So stellt das Ableiten des Niederschlagwassers nach Starkregenereignisse oft eine besondere Herausforderung rund um Haus, Garten, Balkon und Terrasse dar. Deshalb sollten Hausbesitzer und Gärtner darauf vor bereitet sein. Neben speziellen Entwässerungssysteme, die Niederschläge in die Kanalisation leiten, gibt es aber Alternativen: Man kann das Regenwasser oberirdisch ableiten und versickern lassen. Noch nachhaltiger und praktischer ist es allerdings, das Niederschlagswasser in einem robusten IBC-Container (IBC) zu sammeln und für die Gartenbewässerung an heißen Tagen zu nutzen.

Effektive Entwässerung ist wichtig

Den Wert guter Entwässerungssysteme lernt man oft erst schätzen, wenn sie nicht mehr richtig funktionieren. Das gilt beispielsweise für die Entwässerung des Hausdachs. Wenn zum Beispiel Laub und Unrat die Dachrinne oder das Fallrohr verstopfen, können beide das Regenwasser nicht mehr ableiten. Dann bahnt es sich möglicherweise einen anderen Weg. Dabei kann es Teile eines Hauses wie die Fassade, das Dach oder eine Dämmschicht beschädigen.

Starkregen, Gartenansicht - Regenwasser ableiten
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Bei der Terrasse muss man ebenfalls darauf achten, dass das Terrassendach oder (bei einer offenen Variante) die Terrasse selbst entwässert wird. Komplexe Lösungen sind für kleinere Terrassen aber in der Regel unnötig. Die Terrasse muss einfach nur einen gewissen Neigungswinkel haben. Dann kann man das Wasser durch das Gefälle natürlich ableiten. Die Neigung sollte bei etwa zwei bis 2,5 Prozent liegen, wenn als Terrassenbelag Betonpflaster verlegt wurde. Wird dagegen Naturstein mit einer raueren Oberfläche eingesetzt, ist eine Neigung von etwa drei Prozent erforderlich. Bei sehr großen Terrassen sind zusätzliche Lösungen gefragt, um das Regenwasser ableiten zu können. Hier kommt beispielsweise ein durchgehender Wasserablauf unter der Terrasse infrage.

Terrasse bei Starkregen - Regenwasser ableiten
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Ableiten, versickern oder verrieseln lassen?

Wenn Entwässerungssysteme Regewasser in Abwasserrohre ableiten, werden Abwassergebühren fällig. Zudem darf sich das Regenwasser nicht mit dem Schmutzwasser aus dem Haus mischen. So heißt es in Paragraf 55, Absatz 2 des Wasserhaushaltsgesetzes:

Niederschlagswasser soll ortsnah versickert, verrieselt oder direkt oder über eine Kanalisation ohne Vermischung mit Schmutzwasser in ein Gewässer eingeleitet werden, soweit dem weder wasserrechtliche noch sonstige öffentlich-rechtliche Vorschriften noch wasserwirtschaftliche Belange entgegenstehen.

Regenwasser versickern zu lassen, ist also eine grundsätzlich zugelassene Alternative zum Ableiten in die Kanalisation. Und die Versickerung hat Vorteile, denn sie füllt die Grundwasserreserven vor Ort auf. Ob und unter welchen Bedingungen eine Versickerung wirklich erlaubt oder sogar gefordert wird, hängt aber von den jeweiligen Regeln in den unterschiedlichen Bundesländern ab. Hausbesitzer sollten sich also vorab nach den Konditionen erkundigen, wenn sie Regenwasser ableiten und versickern lassen möchten.

Dach bei Regen - Regenwasser ableiten zur Nutzung ist sinnvoller, als es versickern zu lassen
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Unterschiedliche Versickerungssysteme

In einer sehr einfachen Variante kann man Regenwasser einfach vom Dach oder von der Terrasse über Rohre auf eine unversiegelte Fläche ableiten. Dafür eignet sich beispielsweise eine ansonsten weitgehend ungenutzte Rasenfläche. Damit das funktioniert, bedarf es aber diverser Voraussetzungen. Einerseits darf das versickernde Wasser nicht mit Schadstoffen kontaminiert sein. Andererseits sollte der Erdboden auf der jeweiligen Fläche gut durchlässig sein. Falls es sich beim Untergrund zum Beispiel um einen festen und relativ undurchlässigen Lehmboden handelt, fließt das Regenwasser eventuell nur oberirdisch ab. Die Folge: Es kommt zu einer Überschwemmung. Um das zu vermeiden, kann man vorab die Sickerfähigkeit des Bodens testen.

Kind spielt in Pfütze im Garten - Regenwasser ableiten wäre sinnvoller
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Bestens aufgestellt mit Mulden- oder Rigolenversickerung

Eine Alternative zu dieser sehr einfachen Art der Versickerung ist die Muldenversickerung. Für sie baut man eine begrünte Mulde, in die man das Regenwasser ableiten kann. Die Mulde dient dann als eine Art Zwischenspeicher für das Wasser. Eine weitere Variante ist die Rigolenversickerung. Als Rigole bezeichnet man ein unterirdisch angelegtes Areal für das zu versickernde Regenwasser. Dieses Wasser sollte man in der Regel über einen Sandfang in die Rigole ableiten. Der Sandfang befreit es von groben Schmutzteilen. Dafür muss der Fang bzw. der Sand bisweilen aber gereinigt oder ausgetauscht werden. Der Vorteil einer Rigolenversickerung: Da das Wasser größtenteils unterirdisch versickert, beansprucht die Anlage oberirdisch relativ wenig Platz. Um das Wasser problemlos in den Untergrund leiten zu können, ist aber der Bauaufwand höher als etwa bei einer reinen Muldenversickerung.

Mulden-Rigolensystem
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Nachhaltig und praktisch: aktive Regenwassernutzung

Es gibt eine Alternative zu den bisher vorgestellten Lösungen, bei denen man Regenwasser in die Kanalisation leitet oder auf dem Grundstück versickern lässt. Man kann es natürlich auch sammeln. Nutzen lässt es sich dann zum Beispiel für die Gartenbewässerung an heißen Sommertagen. Dafür zapft man einfach die Dachentwässerung mit Dachrinne und Fallrohr an, indem man in das Fallrohr einen praktischen Regensammler integriert. Mit ihm lässt sich das Wasser aus dem Rohr umleiten und in einem Wassertank sammeln.

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Als Tank kommt unter anderem ein sogenannter IBC-Container infrage, wobei die Abkürzung IBC für Intermediate Bulk Container steht. Der IBC stammt aus Gewerbe und Industrie und dient dort dazu, flüssiges oder rieselfähiges Material zu lagern oder zu transportieren. Er wird aber mittlerweile auch gerne im privaten Umfeld genutzt. Das Gebinde ist sehr robust und dabei relativ leicht. Je nach Größe fasst er zwischen wenigen hundert und über tausend Liter Wasser.

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Aus einem IBC kann man das Regenwasser mittels maßgeschneiderten IBC-Zubehörteilen ableiten, um es in ein unterirdisches Rohrsystem einzuspeisen. Durch die PE-Druckrohre fließt es zu Abnehmern wie Sprinklern oder Tropfschläuchen, die es an die Pflanzen im Garten verteilen. Diese Art der Regenwassernutzung versorgt den Garten selbst in längeren Hitzeperioden ausreichend mit Wasser.

Überirdischer Wasserschlauch im Garten - Regenwasser ableiten und wiederverwerten

Mit einem Bewässerungscomputer lässt sich diese Gartenbewässerung zudem automatisieren. Das Wasser fließt dann zu einprogrammierten Zeiten aus dem Container durch die Rohre zu den jeweiligen Verteilern. Dabei kann man verschiedene Sektoren des Gartens zu unterschiedlichen Zeiten bewässern. Das Steuergerät für die Gartenbewässerung öffnet und schließt dann die jeweiligen Schleusen, um das Wasser zu den Pflanzen zu führen.