So viel Wasser brauchen Ihre Rosen wirklich – und wann Sie am besten gießen
Üppig blühende Rosen im Garten sind der Stolz jedes Hobbygärtners. Doch wie viel Wasser brauchen Rosen eigentlich? Wann ist der beste Zeitpunkt zum Gießen – und wie bewässern Sie Topfrosen richtig, ohne Staunässe zu riskieren? In diesem Ratgeber finden Sie konkrete Gießempfehlungen, praktische Tipps zur Wasserqualität und erfahren, warum sich ein IBC-Container als Regenwasserspeicher und eine Tropfbewässerung besonders für Rosenbeete lohnen.
Warum ist das richtige Bewässern bei Rosen so wichtig?
Rosen gehören zu den sogenannten Tiefwurzlern – sie entwickeln Pfahlwurzeln, die Wasser aus tieferen Bodenschichten erschließen können. Damit sie ihre volle Blütenpracht entfalten, brauchen sie jedoch ausreichend Feuchtigkeit, die gleichmäßig bis in die Wurzelzone gelangt. Zu sparsam bewässerte Pflanzen bleiben klein und entwickeln kaum Blüten. Zu intensives Gießen kann hingegen bei Staunässe Wurzelfäule und Pilzkrankheiten wie Sternrußtau oder Mehltau begünstigen.
Der Schlüssel liegt in der tiefgründigen, durchdringenden Bewässerung: Ihr Ziel sollte es sein, die Erde etwa 50 cm tief zu durchfeuchten, damit die Rosenpflanzen tiefe Wurzeln ausbilden und sich langfristig selbst versorgen können.

Wie viel Wasser benötigen Rosen?
Der Wasserbedarf hängt von mehreren Faktoren ab: Bodenbeschaffenheit, Wetter, Standort und vor allem vom Alter der Pflanze. Die folgenden Richtwerte helfen Ihnen bei der Orientierung.
Frisch gepflanzte Rosen (1.–3. Standjahr)
Junge Rosenpflanzen, insbesondere Containerrosen, haben noch kein ausgeprägtes Wurzelsystem und sind auf regelmäßige Bewässerung angewiesen. In den ersten drei Standjahren sollten Sie bei Trockenheit besonders aufmerksam sein und Ihre Rosen etwa 2–3 Mal pro Woche gießen. Pro Pflanze und Gießgang rechnen Sie mit 10–15 Litern.

Wichtig: Verteilen Sie das Wasser auf 2–3 aufeinanderfolgende Gießvorgänge, damit es langsam einsickern kann.
Eingewachsene Rosen (ab dem 4. Standjahr)
Gut eingewurzelte Rosenstöcke mit tiefreichendem Wurzelwerk sind deutlich genügsamer. Sie können Feuchtigkeit aus tieferen Erdschichten selbst erschließen und müssen bei normalem Wetter nur bei längerer Trockenheit zusätzlich gegossen werden. Bei Trockenheit oder großer Hitze genügt es in der Regel, 1–2 Mal pro Woche zu bewässern – dann aber durchdringend mit 15–20 Litern pro Pflanze.
Gut zu wissen: Rosenpflanzen auf lehmigen Böden halten Trockenheit wesentlich besser stand als Pflanzen auf leichten Sandböden. Bei sandigem Boden sollten Sie häufiger, aber mit kleineren Mengen gießen.
Topfrosen richtig gießen
Rosenpflanzen im Kübel oder Blumentopf benötigen mehr Aufmerksamkeit als Beetrosen. Durch das begrenzte Erdvolumen trocknet das Substrat schneller aus, gleichzeitig droht bei Überwässerung Staunässe.
Im Sommer bei Trockenheit täglich bewässern, bei großer Hitze morgens und abends. Richtwert: Für einen Kübel mit 30–40 cm Durchmesser ca. 3–6 Liter pro Gießgang. Gießen Sie, bis Wasser aus dem Abzugsloch austritt Stehendes Wasser im Untersetzer nach 15–20 Minuten entfernen.

Gut zu wissen: Ist die Erde im Topf stark ausgetrocknet und das Gießwasser läuft einfach durch, können Sie den Topfballen vorsichtig in einen Eimer mit Wasser tauchen, bis er sich vollgesogen hat. Achten Sie darauf, Blätter und Blüten dabei trocken zu halten.
Wann ist die beste Zeit zum Gießen?
Der frühe Morgen ist die ideale Gießzeit für Topf- und Beetrosen. Zu dieser Zeit geht noch kaum Gießwasser durch Verdunstung verloren, und überschüssige Feuchtigkeit kann tagsüber in den Boden einsickern. Die Blätter haben Zeit zu trocknen, bevor die kühlere Nacht beginnt.
Vermeiden Sie das Gießen in der Mittagshitze: Die Pflanzen sind durch die starke Sonneneinstrahlung gestresst, und Wassertropfen auf den Blättern können wie Brenngläser wirken und Verbrennungen verursachen.
Abends nur im Notfall bewässern: Wenn das Laub über Nacht feucht bleibt, bildet sich ein idealer Nährboden für Pilzkrankheiten wie Sternrußtau, Mehltau oder Rosenrost. Falls Sie abends gießen müssen, achten Sie besonders darauf, nur den Wurzelbereich zu bewässern.
Regenwasser – das ideale Gießwasser für Rosen
Rosenpflanzen bevorzugen einen leicht sauren Boden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. Regenwasser ist von Natur aus weich und nahezu kalkfrei – damit ist es das optimale Gießwasser für Ihre Rosen.
Leitungswasser enthält je nach Region viel Kalk, der den Boden auf Dauer alkalisiert. Beet- und Topfrosen reagieren empfindlich auf kalkhaltiges Wasser und können bei dauerhafter Verwendung Mangelerscheinungen zeigen, etwa chlorotische (gelbliche) Blätter durch erschwertes Aufnehmen von Eisen. Ein IBC-Container eignet sich hervorragend, um Regenwasser zu sammeln und für die Gartenbewässerung bereitzuhalten. Mit Fassungsvermögen von 600 bis 1.250 Litern haben Sie auch in trockenen Perioden einen ausreichenden Wasservorrat für Ihren Rosengarten.
Gut zu wissen: Falls Sie Leitungswasser verwenden müssen, lassen Sie es vor dem Gießen einige Stunden in der Gießkanne stehen. So kann sich das Gießwasser auf Umgebungstemperatur erwärmen – kaltes Wasser direkt aus der Leitung kann empfindliche Wurzeln stressen.
Gießkanne oder Gartenschlauch? Die richtige Technik
Unabhängig vom Gießgerät gilt: Bewässern Sie immer bodennah direkt an den Wurzelbereich. Nasses Laub fördert Pilzkrankheiten und sollte vermieden werden. Mit der Gießkanne: Verwenden Sie einen Brauseaufsatz, um das Wasser sanft und gleichmäßig zu verteilen. So wird die Erde nicht weggespült und das Wasser hat Zeit, gleichmäßig einzusickern. Mit dem Gartenschlauch: Reduzieren Sie den Wasserdruck und verwenden Sie möglichst einen Aufsatz mit sanfter Einstellung. Ein zu scharfer Strahl spült die Erde weg und verhindert das gleichmäßige Einsickern.

Praktischer Tipp – Gießmulde anlegen: Formen Sie um jeden Rosenstock eine flache Mulde im Boden. So läuft das Gießwasser nicht seitlich ab, sondern sammelt sich direkt über dem Wurzelbereich und kann langsam versickern.
Tropfbewässerung – wassersparend und wurzelschonend
Die Tropfbewässerung ist eine hervorragende Methode, um Rosenpflanzen effizient und schonend zu bewässern. Das Wasser wird direkt an den Wurzelbereich abgegeben – ohne Verdunstungsverluste und ohne nasses Laub.
Vorteile der Tropfbewässerung für Rosen:
Die Tropfbewässerung ist eine hervorragende Methode, um Rosenpflanzen effizient und schonend zu bewässern. Das Wasser wird gezielt und langsam direkt an den Wurzelbereich abgegeben – mit deutlich geringeren Verdunstungsverlusten als beim herkömmlichen Gießen. Je nach System, Bodenart und Witterung kann der Wasserverbrauch gegenüber der klassischen Bewässerung spürbar reduziert werden. Tropfschläuche oder Tropfrohre lassen sich unkompliziert entlang Ihrer Rosenbeete verlegen. In Kombination mit einem IBC-Container als Wasserreservoir schaffen Sie ein nachhaltiges Bewässerungssystem für Ihren gesamten Garten.

Bodenabdeckung als Verdunstungsschutz
Eine Mulchschicht rund um Ihre Rosen reduziert die Verdunstung, hält den Boden länger feucht und unterdrückt Unkraut. Bei der Wahl des Mulchmaterials sollten Sie jedoch einige Besonderheiten bei Rosen beachten.
Empfehlenswerte Mulchmaterialien für Rosenpflanzen:
- Pinienrinde: Verrottet langsam, enthält weniger Gerbstoffe als herkömmlicher Rindenmulch und ist gut rosenverträglich
- Reifer Kompost: Liefert zusätzlich Nährstoffe und fördert das Bodenleben. Eine 4 cm starke Schicht ist ausreichend
- Spezial-Rosenmulch: Vorfermentiert und mit Stickstoff versetzt, entzieht dem Boden keine Nährstoffe

Gut zu wissen: Klassischer Rindenmulch aus Fichtenrinde ist für Rosenpflanzen weniger geeignet. Er entzieht beim Verrotten Stickstoff aus dem Boden und kann den Pilz Sternrußtau begünstigen. Falls Sie Rindenmulch verwenden, arbeiten Sie vorab Hornspäne (ca. 50–60 g/m²) in den Boden ein, um den Stickstoffverlust auszugleichen.
Woran erkennen Sie Bewässerungsfehler?
Trotz eingehaltener Richtwerte kränkeln Ihre Rosen? An folgenden Symptomen erkennen Sie, ob Sie zu viel oder zu wenig gegossen haben.
Anzeichen für Wassermangel
Schlaffe, hängende Blätter bereits am Morgen – nicht nur in der Mittagshitze – sind ein deutliches Warnsignal. Auch junge Blätter, die kleiner bleiben als normal, vertrocknete Blattränder und Knospen sowie kümmerliche Triebe und wenig Blüten deuten auf zu wenig Wasser hin. Im Extremfall werfen Rosen ihre Blätter ab, um sich vor dem Vertrocknen zu schützen.
Anzeichen für Staunässe und Überwässerung
Gelbfärbung der Blätter, beginnend im unteren Bereich Weiche, faulige Triebe Muffig riechender Boden Braune, matschige Wurzeln Pflanze wirkt trotz feuchtem Boden schlapp (Wurzeln können keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen).
Gut zu wissen: Eine unter Trockenstress leidende Rose ist besonders anfällig für Pilzkrankheiten. Besonders der Echte Mehltau hat bei geschwächten Pflanzen leichtes Spiel. Achten Sie daher auf eine gleichmäßige Wasserversorgung.

Fingerprobe – so prüfen Sie die Bodenfeuchte
Statt nach starrem Zeitplan zu gießen, prüfen Sie lieber regelmäßig die tatsächliche Bodenfeuchte. Die Fingerprobe ist einfach und zuverlässig: Stecken Sie einen Finger etwa 5 cm tief in die Erde neben der Rose Fühlt sich die Erde in dieser Tiefe trocken an, ist es Zeit zum Gießen Ist sie noch feucht, können Sie ein bis zwei Tage warten.
Tipps für schwierige Standorte
Nicht jeder Gartenboden macht es Rosengärtnern leicht. Die Bodenbeschaffenheit und der Standort beeinflussen maßgeblich, wie oft und wie viel Sie gießen müssen. Bei sandigen Böden versickert Gießwasser schnell und erreicht die Wurzeln oft nicht ausreichend. Gießen Sie hier häufiger mit kleineren Mengen und verbessern Sie den Boden mit Kompost, um die Wasserspeicherfähigkeit zu erhöhen. Das Gegenteil ist bei schweren Lehmböden der Fall: Sie speichern Feuchtigkeit gut, neigen aber zu Staunässe. Vergrößern Sie daher die Gießabstände und lockern Sie den Boden regelmäßig auf. Bei Neupflanzungen kann eine Drainageschicht aus Kies helfen.
Auch der Standort spielt eine Rolle: An sonnigen oder windigen Plätzen verdunstet das Gießwasser schneller als in geschützten Lagen. Gießen Sie hier häufiger und durchdringender, und schützen Sie den Boden mit einer Mulchschicht vor Austrocknung.
Mit der richtigen Bewässerung zu üppiger Blütenpracht
Rosen zu gießen ist einfacher, als es auf den ersten Blick scheint. Wer sich an die Grundregel ‚lieber seltener, aber durchdringend‘ hält, am frühen Morgen gießt und das Laub trocken hält, legt den Grundstein für gesunde, blühfreudige Rosenpflanzen. Gesammeltes Regenwasser aus einem IBC-Container ist dabei das optimale Gießwasser – kalkarm, weich und immer verfügbar. Mit einem durchdachten Bewässerungssystem sparen Sie Zeit und Wasser – und Ihre Rosenpflanzen danken es Ihnen mit reicher Blütenpracht. Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Rosenpflege!
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