Startseite | IBC Zubehör | Wasserkanister aus Kunststoff
© focus finder / Fotolia.com

Wasserkanister aus Kunststoff

« Vielbewährte Helfer bei der Bewässerung und Transport von Flüssigkeiten »

So unscheinbar sie vielleicht wirken mögen – Wasserkanister aus Kunststoff sind kleine Wunderwerke, die einem das Leben enorm erleichtern können. Wenn es um die Lagerung und den Transport von Flüssigkeiten geht, kommt man an ihnen nicht vorbei. Sie sind so konzipiert, dass sich mit ihnen vor allem kleinere Mengen von fünf bis 30 Litern perfekt handhaben lassen. Was es über die vielseitigen Helfer sonst noch zu wissen gibt, erfahren Sie hier.

Metall oder Kunststoff

Über viele Jahre hinweg waren Kanister aus Metall das Maß aller Dinge, wenn es darum ging, eine Flüssigkeit zu lagern oder zu transportieren. Das ist lange vorbei. Heute haben Kunststoffkanister ihre Metallkollegen weitgehend verdrängt. Wundern muss einen das nicht. Ein moderner Kanister aus Kunststoff ist mindestens so stabil wie einer aus Metall, dabei aber deutlich günstiger in der Herstellung und in der Anschaffung. Vor allem aber ist er um ein Vielfaches leichter, was die Handhabung im befüllten Zustand natürlich enorm erleichtert. Kunststoff ist daher zum Standardmaterial nicht nur für Wasserkanister geworden.

Dank „High Density Polyethylen“ (HDPE) bekommen aus Kunststoff gefertigte Kanister unter bestimmten Voraussetzungen auch eine UN-Zulassung und eignen sich damit für den Transport von sogenannten gefährlichen Stoffen.

Kurzum: Kunststoffkanister lassen im Prinzip keine Wünsche offen. Sie sind leicht, günstig und unglaublich vielseitig einsetzbar. Gründe genug also, sich einmal etwas näher mit den kleinen Transporteuren auseinanderzusetzen.

Wasser und Treibstoffe: Wie alles begann

360l-regenwassertank-amphore-garantia-terracottaDas lateinische Wort „canistrum“ bedeutet so viel wie „geflochtener Korb“ oder „umflochtener Behälter“. Die alten Römer haben Flüssigkeiten aller Art, allerdings nicht in Kanisterbehältnissen, gelagert und transportiert, sondern vornehmlich in Amphoren aus Ton. Beide Systeme hatten und haben dennoch denselben Zweck zu erfüllen – und der lässt sich am besten mit Transport und Lagerung von flüssigen Stoffen umschreiben. Ein Kanister, in der Form wie wir ihn spätestens seit dem ARAL-Werbesport aus den frühen Neunzigern kennen, hat gegen Ende des 19. Jahrhunderts seinen Ursprung.

 

Das einzige Material, das anfangs dafür denkbar war, war Metallblech. Es sorgte für die nötige Dichtheit und bot ein hohes Maß an Robustheit. Die von Anfang an quaderförmige Form sorgte zudem dafür, dass sich Metallkanister leicht stapeln ließen. Der Tragegriff wiederum erleichterte die Handhabung. Kein Wunder also, dass das Militär und Forschungsreisende gerne darauf zurückgegriffen und damit vor allem die Versorgung mit Wasser sicherten. Mit der beginnenden Automobilisierung im 20. Jahrhundert entstand zudem der Bedarf, Treibstoffe mit sich zu führen. Nur zur Erinnerung: Es geht um eine Zeit, in der noch nicht an jeder Ecke eine Tankstelle zu finden war. Genügend Benzin dabei zu haben, war deshalb für jede Ausfahrt von entscheidender Bedeutung.

Benzin im Kanister
© Nejron Photo / Fotolia.com

Polyethylen – die Revolution nicht nur für Wasserkanister

Auch wenn sich an den Verwendungszwecken von Kanistern im Laufe der Geschichte gar nicht so viel geändert hat, stellt die Erfindung des Polyethylens dennoch eine Revolution in der Kanisterfertigung dar. Der Kunststoff ermöglichte es, Behälter zu bauen, die ähnlich robust und dicht wie die Metallvarianten waren, dabei aber weit weniger Gewicht aufweisen und außerdem viel günstiger produziert werden konnten. In manchen Zusammenhängen bieten diese Kunststoffbehälter sogar noch einen weiteren Vorteil: Sie überstehen nämlich im Gegensatz zu Behältnissen aus Metall auch Stürze aus großer Höhe. Damit ist die sichere Verwahrung eine Flüssigkeit in einem Kunststoffkanister zusätzlich gewährleistet.

Mit der Weiterentwicklung des Polyethylens hin zum High Density Polyethylen, abgekürzt HDPE, konnten und können die Kanister auch für aggressive Stoffe wie Säuren oder Laugen eingesetzt werden, ohne dass der Kanisterkorpus beschädigt werden würde. Der simple Wasserkanister aus Kunststoff entwickelte sich damit hin zu einem Behälter, der sich auch für den Transport von gefährlichen Stoffen eignet. Viele Kanister aus Kunststoff bekommen deshalb auch die nötige UN-Zulassung, die gewährleisten soll, dass gefährliche Stoffe sicher bzw. für Mensch und Umwelt ungefährlich transportiert werden können.

Gefahrgut
© Thomas Weitzel / Fotolia.com

Unendlich viele Verwendungsmöglichkeiten für Wasserkanister aus Kunststoff

Noch immer sprechen wir gerne von einem Wasserkanister, obwohl darin heute längst nicht mehr nur Wasser oder Treibstoffe gelagert und transportiert werden. Die besonderen Eigenschaften, die Polyethylen PE bzw. HDPE auszeichnen, haben die Verwendungsmöglichkeiten noch einmal deutlich erhöht. So gibt es mittlerweile kaum eine Flüssigkeit, für die sich ein Wasserkanister aus Kunststoff nicht eignen würde. Von besondere Bedeutung ist dabei nicht zuletzt der Umstand geworden, dass PE lebensmittelecht ist. Das bedeutet, dass das Material nicht mit flüssigen Lebensmitteln reagiert, die in dem Kanister aufbewahrt werden. Der Geschmack und die Qualität werden durch das Material also nicht beeinträchtigt – von möglichen gesundheitlichen Folgen ganz zu schweigen.

Ein Grund dafür: PE und HDPE enthalten keine Weichmacher. Kein Wunder also, dass sich unser vormaliger Wasserkanister heute in der Lebensmittelproduktion ebenso findet wie in Großküchen. Er wird zum Campen genauso benutzt wie als Transportmittel für Benzin und Diesel. Handwerks- und andere Gewerbebetriebe nutzen ihn, um kleiner Mengen an Chemikalien darin zu lagern oder ganz einfach mit zu nehmen. und selbst die Großindustrie, die normalerweise deutlich größere Behältnisse benötigt, kommt nicht ganz ohne den Kanister aus, wenn es beispielsweise um Flüssigkeiten geht, die nur in minimalen Mengen benötigt werden – etwa um bestimmte Geschmacksstoffe.

wasserkanister-wohnwagen
© Sebastian / Fotolia.com

Unterschiedliche Größen für nahezu jeden Zweck

Es liegt im Grunde auf der Hand, dass unterschiedliche Nutzer auch unterschiedliche Kanistergrößen benötigen. Im Laufe der Zeit haben sich bestimmte Standardgrößen herausgebildet, die in der Regel die meisten Bedürfnisse abdecken. Die kleinste Größe, in der Kunststoffkanister heute zu bekommen sind, ist 5 Liter. Es folgen die Größen 10 Liter, 20 Liter, 25 Liter und 30 Liter. Seltener, aber bei Bedarf eben auch erhältlich, ist eine Größe von 60 Litern.

Grundsätzlich sind Wasserkanister aus Kunststoff mit einem Schraubverschluss aus PE oder HDPE versehen. Die in West- und Mitteleuropa gängigen Verschlussgrößen sind DIN 51, DIN 61 und DIN 45. DIN 51 bedeutet dabei, dass der Verschluss einen Durchmesser von 43 mm hat. Bei DIN 61 beträgt er hingegen 48 mm. Am weitesten verbreitet sind übrigens weiße Wasserkanister. Selbstverständlich sind sie aber auch in vielen weiteren Farben erhältlich. Gelb und blau haben sich beispielsweise durchgesetzt. Eine bestimmte Verbindung zwischen der Farbe und dem Inhalt gibt es heutzutage allerdings nicht mehr.

kanister-schraubverschluss

Stapelbarkeit und extrem leichtes Handling

Egal, ob nun Wasser, Milch, Benzin, Säure oder welche Flüssigkeit auch immer in einem Kanister gelagert werden soll – es kommt häufig vor, dass einer alleine dafür nicht ausreicht und die Menge auf mehrere Exemplare verteilt werden muss. Da trifft es sich ausgesprochen gut, dass sich Kunststoffkanister in der Regel leicht und problemlos stapeln lassen. Das spart einerseits enorm viel Platz und erleichtert andererseits die Handhabung. Auch in dieser Hinsicht ist der gute alte Wasserkanister aus Kunststoff eben ein Wunderding, das viel mehr Beachtung und Wertschätzung verdient. Andererseits gilt: Hauptsache er erfüllt stets zuverlässig und absolut sicher seinen Zweck.