Bewässerungsanlage im Garten bauen

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Wer eine Bewässerungsanlage im Garten selber bauen möchte, steht zunächst vor vielen Fragen. Welches System passt zu meinen Beeten? Woher kommt das Wasser – aus der Leitung, dem Brunnen oder einem IBC Container mit Regenwasser? Und wie aufwendig ist die Installation wirklich? In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie eine Bewässerungsanlage planen, welche Komponenten Sie benötigen und worauf es beim Bauen im Garten wirklich ankommt.

Warum sich eine Bewässerungsanlage im Garten lohnt

Jeder Gartenbesitzer kennt es: Im Sommer steigen die Temperaturen, der Boden trocknet aus und das tägliche Gießen wird zur zeitraubenden Pflichtaufgabe. Bei einer Gartenfläche von 200 Quadratmetern und mehr summiert sich der Aufwand schnell auf 30 bis 60 Minuten pro Tag – Zeit, die Sie sinnvoller nutzen könnten. Eine fest installierte Bewässerungsanlage nimmt Ihnen diese Arbeit dauerhaft ab und versorgt Ihre Pflanzen dabei oft sogar gleichmäßiger, als es von Hand möglich wäre.

Doch der Komfort ist nur ein Argument. Wer seine Anlage gezielt plant und baut, kann den Wasserverbrauch im Vergleich zum Gießen mit Schlauch oder Gießkanne um bis zu 50 Prozent senken. Moderne Tropfsysteme und gut eingestellte Regner bringen das Wasser dorthin, wo es tatsächlich gebraucht wird – an die Wurzeln. Streuverluste durch Wind und Verdunstung werden deutlich reduziert.

Und das Beste: Eine Bewässerungsanlage selber zu bauen ist deutlich einfacher, als viele denken. In den meisten Fällen kommen Sie ohne Spezialwerkzeug aus und können das Projekt an ein bis zwei Wochenenden umsetzen.

Bewässerungsanlage im Garten selber bauen – grüner Garten im Sommer
© mashiki – stock.adobe.com

Bewässerungsanlage planen – der wichtigste Schritt vor dem Bauen

Bevor Sie im Garten zur Schaufel greifen, investieren Sie Zeit in eine sorgfältige Planung. Eine gut durchdachte Bewässerungsanlage funktioniert später nahezu wartungsfrei – eine schlecht geplante macht dagegen dauerhaft Probleme. Die Planung umfasst drei zentrale Fragen: Was soll bewässert werden, wie viel Wasser wird benötigt und woher kommt das Wasser?

Den Garten in Bewässerungszonen einteilen

Nicht jede Pflanze hat denselben Wasserbedarf. Rasen benötigt etwa 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter und Woche, Gemüsebeete je nach Kultur 20 bis 30 Liter und Staudenbeete oft nur 10 bis 15 Liter. Teilen Sie Ihren Garten deshalb in Zonen mit ähnlichem Bedarf ein. Typische Zonen sind:

  • Rasenflächen (hoher, gleichmäßiger Bedarf – ideal für Regner)
  • Gemüse- und Hochbeete (mittlerer bis hoher Bedarf – ideal für Tropfbewässerung)
  • Stauden- und Blumenbeete (geringerer Bedarf – Tropfschläuche oder Einzeltropfer)
  • Hecken und Sträucher (geringer, aber tiefgründiger Bedarf – Tropfrohr oder Wurzelbewässerung)
  • Kübelpflanzen auf der Terrasse (individueller Bedarf – Mikrobewässerung mit Einzeltropfern)

Zeichnen Sie eine einfache Skizze Ihres Gartens im Maßstab 1:100 (1 cm = 1 m). Tragen Sie alle Beete, Rasenflächen, Wege und den Standort des Wasseranschlusses ein. Diese Skizze bildet die Grundlage für die Leitungsführung Ihrer Bewässerungsanlage.

Blick auf einen Garten, man sieht Beete, Rasenflächen und Kübelpflanzen

Den Wasserbedarf berechnen

Für die Dimensionierung Ihrer Anlage müssen Sie wissen, wie viel Wasser pro Bewässerungsgang benötigt wird. Ein Rechenbeispiel: Eine Rasenfläche von 100 Quadratmetern benötigt bei sommerlicher Hitze etwa 20 Liter pro Quadratmeter und Woche, also rund 2.000 Liter. Verteilt auf drei Bewässerungsgänge pro Woche ergibt das etwa 670 Liter pro Durchgang. Für diese Menge brauchen Sie entweder einen ausreichend großen Wasserspeicher oder einen Anschluss mit entsprechender Durchflussmenge.

Gut zu wissen:
Messen Sie die verfügbare Wassermenge an Ihrem Anschluss, bevor Sie mit dem Bauen beginnen. Stellen Sie dazu einfach einen 10-Liter-Eimer unter den Wasserhahn und stoppen Sie die Zeit. Füllt sich der Eimer in 30 Sekunden, haben Sie eine Durchflussmenge von rund 1.200 Litern pro Stunde – genug für die meisten privaten Bewässerungsanlagen.

Die Wasserquelle – Herzstück jeder Bewässerungsanlage im Garten

Jede Bewässerungsanlage braucht eine zuverlässige Wasserquelle. Für den Eigenbau im Garten stehen Ihnen drei Optionen zur Verfügung, die sich auch kombinieren lassen.

Regenwasser mit IBC Container sammeln und nutzen

Regenwasser ist kostenlos, kalkarm und für Pflanzen bestens geeignet. Um es in ausreichender Menge zu speichern, hat sich der IBC Container (Intermediate Bulk Container) als besonders praktische Lösung etabliert. Mit einem Fassungsvermögen von 600 bis 1.000 Litern bietet ein einzelner IBC genug Speicherkapazität, um auch mehrtägige Trockenphasen zu überbrücken. Bei größeren Gärten lassen sich mehrere Container miteinander verbinden.

1000l-ibc-regenwassertank-mit-80m2-fallrohrautomat-schwanenhals-bewaesserungsanlage-bauen-garten

Für die Integration in eine selbst gebaute Bewässerungsanlage bringt der IBC entscheidende Vorteile mit. Der Auslaufhahn mit S60x6-Gewinde am unteren Teil ermöglicht einen direkten Schlauchanschluss, die transparenten Wände erlauben eine einfache Füllstandskontrolle und die standardisierten Anschlussmaße machen die Anbindung an Pumpen und Leitungen unkompliziert. Über einen Fallrohranschluss am Regenfallrohr füllt sich der Container bei Regen automatisch.

Gut zu wissen:
Für die Gartenbewässerung muss der IBC nicht neu sein. Ein gereinigter, rekonditionierter IBC Container erfüllt denselben Zweck und schont Ihr Budget. Achten Sie bei der Aufstellung darauf, einen Container mit Kunststoffpalette zu wählen – Holzpaletten können bei dauerhafter Witterung verrotten.

Hauswasseranschluss nutzen

Der Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung ist die bequemste Variante. Sie haben einen konstanten Wasserdruck von etwa 3 bis 4 bar und müssen sich keine Sorgen um den Wasservorrat machen. Allerdings entstehen laufende Kosten – je nach Region zwischen 3 und 6 Euro pro Kubikmeter. Bei einem Garten mit 200 Quadratmetern Nutzfläche kommen in einem trockenen Sommer schnell 10 bis 20 Kubikmeter zusammen. Ein separater Gartenwasserzähler kann Abwassergebühren einsparen, da Gießwasser nicht in die Kanalisation fließt.

Brunnen als unabhängige Quelle

Wer einen eigenen Brunnen im Garten hat oder anlegen möchte, bewässert dauerhaft kostenlos. Die Investitionskosten für einen Ramm- oder Bohrbrunnen liegen je nach Tiefe zwischen 500 und 2.000 Euro. Für den Betrieb ist eine Brunnenpumpe erforderlich. Beachten Sie, dass Sie die Anlage eines Brunnens in den meisten Bundesländern bei der unteren Wasserbehörde anzeigen müssen.

Welches Bewässerungssystem passt zu Ihrem Garten?

Die Wahl des richtigen Systems richtet sich nach Ihren Bewässerungszonen. In vielen Gärten ist eine Kombination aus zwei Systemen sinnvoll – etwa Regner für den Rasen und Tropfbewässerung für die Beete.

Tropfbewässerung für Beete und Einzelpflanzen

Bei der Tropfbewässerung gelangt das Wasser über Tropfschläuche oder Einzeltropfer direkt an den Wurzelbereich der Pflanzen. Der Wasserdruck liegt dabei typischerweise bei nur 0,5 bis 1,5 bar, die Abgabemenge pro Tropfer zwischen 2 und 8 Litern pro Stunde. Streuverluste durch Wind oder Verdunstung entfallen nahezu vollständig – das macht die Tropfbewässerung zur effizientesten Methode für Gemüsebeete, Staudenrabatten und Hecken.

Tropfschlauch für Bewässerungsanlage im Garten selber bauen

Für ein selbst gebautes System eignen sich Tropfschläuche mit fest integrierten Tropfern besonders gut, da sie einfach zu verlegen sind. Die Tropfabstände von 20 bis 30 Zentimetern passen zu den meisten Gemüse- und Beetpflanzungen. Verlegen Sie die Schläuche in Schlangenlinien zwischen den Pflanzenreihen und achten Sie auf eine maximale Stranglänge von rund 50 bis 80 Metern, um eine gleichmäßige Wasserabgabe sicherzustellen.

Beregnung für Rasenflächen

Für Rasenflächen sind Regner nach wie vor die beste Wahl. Versenkregner (auch Getrieberegner genannt) verschwinden im Boden und fahren nur während der Bewässerung aus – optisch die sauberste Lösung. Für kleinere Flächen bis etwa 50 Quadratmeter reichen Sprühdüsen mit einem Radius von 2 bis 4 Metern. Größere Flächen decken Getrieberegner mit einer Wurfweite von 6 bis 12 Metern ab. Für die Beregnung benötigen Sie einen Wasserdruck von mindestens 2 bis 3 bar.

Mikrobewässerung für Kübel und Terrasse

Topfpflanzen und Kübel auf der Terrasse lassen sich am besten mit Einzeltropfern oder Mikro-Sprühern versorgen, die über dünne Kapillarschläuche (4 bis 6 mm Durchmesser) an die Hauptleitung angeschlossen werden. Die Wasserabgabe pro Tropfer ist individuell regulierbar – ideal, wenn große Kübelpflanzen neben kleinen Kräutertöpfen stehen.

Bewässerungsanlage selber bauen – Komponenten im Überblick

Eine selbst gebaute Bewässerungsanlage besteht im Kern aus fünf Baugruppen, die aufeinander abgestimmt sein müssen:

  • Wasserquelle: IBC Container, Regentonne, Hauswasseranschluss oder Brunnen
  • Pumpe (bei druckloser Wasserquelle): Erzeugt den nötigen Arbeitsdruck von 2 bis 4 bar
  • Hauptleitung: PE-Rohr (25 oder 32 mm Durchmesser) als zentrale Versorgungsleitung durch den Garten
  • Verteilerleitungen: Dünnere Rohre oder Tropfschläuche, die von der Hauptleitung zu den einzelnen Zonen abzweigen
  • Bewässerungsendgeräte: Regner, Tropfschläuche, Einzeltropfer oder Mikro-Sprüher – je nach Zone

Optional, aber empfehlenswert: Ein Bewässerungscomputer automatisiert die Anlage vollständig. Moderne Geräte lassen sich per App programmieren und arbeiten mit Bodenfeuchtesensoren zusammen, sodass nur bei tatsächlichem Bedarf bewässert wird.

Bewässerungscomputer für automatische Bewässerungsanlage im Garten

Schritt für Schritt: Bewässerungsanlage im Garten selber bauen

Sie haben Ihren Garten in Zonen eingeteilt, die Wasserquelle festgelegt und die Komponenten ausgewählt. Jetzt geht es ans eigentliche Bauen. Folgen Sie dieser Reihenfolge, um typische Fehler zu vermeiden.

1. Leitungswege planen und Gräben ausheben

Übertragen Sie die Leitungsführung aus Ihrer Skizze auf den Garten. Markieren Sie die Strecken mit Schnüren oder Sprühfarbe. Für eine unterirdisch verlegte Bewässerungsanlage heben Sie Gräben von 20 bis 30 Zentimetern Tiefe aus – tief genug, um die Rohre vor Beschädigung durch Gartengeräte zu schützen, aber flach genug für eine einfache Verlegung. Die Hauptleitung sollte möglichst geradlinig verlaufen, um Druckverluste zu minimieren.

Gut zu wissen:
Verlegen Sie Leerrohre unter gepflasterten Wegen und der Terrasse, bevor Sie die Flächen schließen. So können Sie die Anlage später erweitern, ohne Pflaster aufnehmen zu müssen. PVC-Leerrohre mit 50 bis 100 mm Durchmesser eignen sich dafür bestens.

2. Hauptleitung und Verteiler installieren

Als Hauptleitung empfehlen sich PE-Druckrohre mit 25 oder 32 mm Durchmesser. Diese sind UV-beständig, frostfest und lassen sich mit Klemmverbindern ohne Werkzeug zusammenstecken – ideal für alle, die ohne Spezialwerkzeug bauen möchten. An den Abzweigstellen zu den einzelnen Bewässerungszonen setzen Sie T-Stücke oder Verteilerblöcke ein.

Wichtig: Planen Sie an jeder Zonenabzweigung ein Absperrventil ein. So können Sie einzelne Bereiche unabhängig voneinander steuern und bei Reparaturen gezielt Abschnitte abschalten, ohne die gesamte Anlage stillzulegen.

25mm (100m) PE-Druckrohr PN6 für Bewässerung

3. Bewässerungsendgeräte anschließen

Schließen Sie nun die Regner, Tropfschläuche oder Mikro-Tropfer an die jeweiligen Verteilerleitungen an. Für Versenkregner bohren oder graben Sie an den vorgesehenen Positionen Schächte und setzen die Regner bündig mit der Grasnarbe ein. Tropfschläuche verlegen Sie oberirdisch zwischen den Pflanzenreihen oder leicht unter einer Mulchschicht. Am Ende jeder Stichleitung verschließen Sie das Rohr mit einer Endkappe.

4. Pumpe und Wasserquelle anbinden

Nutzen Sie einen IBC Container als Wasserquelle, benötigen Sie eine Gartenpumpe, die den nötigen Betriebsdruck erzeugt. Für eine typische Gartenbewässerung mit Tropfschläuchen und einzelnen Regnern sollte die Pumpe mindestens 2 bis 3 bar liefern und eine Fördermenge von rund 2.000 bis 3.000 Litern pro Stunde schaffen. Schließen Sie die Pumpe am Auslaufhahn des IBC an – ein passender Schlauchanschluss lässt sich in wenigen Minuten montieren.

Gartenpumpe für selbstgebaute Bewässerungsanlage im Garten

Zwischen Wasserquelle und Hauptleitung gehört unbedingt ein Filter – gerade bei Regenwasser verhindert ein 120- bis 150-Mesh-Filter das Zusetzen von Tropfern und Düsen. Ein Rückschlagventil am Pumpenausgang verhindert, dass Wasser zurück in den Tank fließt und die Pumpe beim nächsten Start trocken läuft.

5. Steuerung einrichten

Für eine vollautomatische Bewässerungsanlage schließen Sie einen Bewässerungscomputer am Anfang der Hauptleitung an. Einfache batteriebetriebene Modelle lassen sich direkt am Wasserhahn oder nach der Pumpe montieren. Programmieren Sie unterschiedliche Bewässerungszeiten für jede Zone – Rasen beispielsweise dreimal pro Woche für 20 Minuten in den frühen Morgenstunden, Gemüsebeete täglich für 30 bis 45 Minuten.

Gut zu wissen:
Die beste Bewässerungszeit liegt zwischen 4 und 7 Uhr morgens. In diesen Stunden ist die Verdunstung minimal, der Boden nimmt das Wasser optimal auf und die Blätter trocknen im Tagesverlauf schnell ab – das reduziert die Gefahr von Pilzbefall deutlich. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber zur optimalen Bewässerungszeit.

6. Testlauf und Feinjustierung

Bevor Sie die Gräben verfüllen, führen Sie einen vollständigen Testlauf durch. Öffnen Sie die Wasserzufuhr und kontrollieren Sie Zone für Zone. Sind alle Verbindungen dicht? Erreichen die Regner die vorgesehenen Flächen? Geben die Tropfer gleichmäßig Wasser ab? Justieren Sie die Sprührichtung der Regner und überprüfen Sie den Druck an den entferntesten Tropfern. Erst wenn alles einwandfrei funktioniert, schließen Sie die Gräben und decken oberirdische Tropfleitungen mit einer dünnen Mulchschicht ab.

Werkzeuge und Material für den Aufbau

Wenn Sie Ihre Bewässerungsanlage im Garten selber bauen, benötigen Sie neben den technischen Komponenten auch ein paar Werkzeuge. Die gute Nachricht: Ein gut sortierter Werkzeugkasten reicht in den meisten Fällen aus – Spezialwerkzeug ist nicht nötig.

Für die Erdarbeiten brauchen Sie einen Spaten und eine Schaufel, um die Leitungsgräben auszuheben. Je nach Bodenbeschaffenheit kann eine Wiedehopfhacke die Arbeit bei hartem oder steinigem Untergrund deutlich erleichtern. Mit einem Maßband von mindestens 10 Metern Länge messen Sie die Leitungsstrecken ab und übertragen die Maße aus Ihrer Planungsskizze auf das Gelände.

Zum Ablängen der PE-Rohre verwenden Sie am besten einen Rohrschneider – er erzeugt saubere, gerade Schnittkanten, die sich deutlich besser in Klemmverbinder einführen lassen als schräge Schnitte von einer Säge. Für dünnere Tropfschläuche und Kapillarrohre reicht eine handelsübliche Gartenschere. Möchten Sie Einzeltropfer oder Abzweige in die Hauptleitung einbauen, benötigen Sie zusätzlich ein Stechwerkzeug oder eine Lochstanze mit 4 mm Durchmesser, um die Einsteckstellen vorzubohren.

Für die Verbindungstechnik sollten Sie Teflonband (PTFE-Band) bereithalten, um alle Gewindeverbindungen zuverlässig abzudichten. Ein Schraubenschlüssel oder ein Ratschenset hilft beim Festziehen von Verschraubungen und Klemmverbindern. Falls Ihr System auch drucklose Abschnitte enthält, etwa eine Schwerkraftleitung vom IBC zum Beet, ist eine Wasserwaage hilfreich, um die korrekte Gefällerichtung sicherzustellen – schon ein Prozent Gefälle reicht aus, damit das Wasser zuverlässig fließt.

Vor einem Haus an einem Sommerabend bewässert ein Versenkregner den Rasen

Häufige Fehler beim Bau einer Bewässerungsanlage vermeiden

Wer zum ersten Mal eine Bewässerungsanlage im Garten selber baut, kann mit etwas Voraussicht die typischen Stolperfallen umgehen. Die folgenden Fehler begegnen uns in der Praxis immer wieder.

Zu kleine Leitungsquerschnitte

Einer der häufigsten Planungsfehler ist eine zu dünn dimensionierte Hauptleitung. Das Wasser muss auf dem Weg vom Anschluss bis zum letzten Regner oder Tropfer zahlreiche Meter zurücklegen, und mit jedem Meter steigt der Reibungsverlust im Rohr. Ist der Querschnitt zu klein, kommt am Ende der Leitung spürbar weniger Druck an – Regner sprühen dann nur noch schwach und Tropfer geben ungleichmäßig Wasser ab. Als Faustregel gilt: Für Strecken bis 30 Meter reicht ein PE-Rohr mit 25 mm Durchmesser in den meisten Fällen aus. Sobald die Gesamtlänge der Hauptleitung darüber hinausgeht oder mehr als drei Zonen gleichzeitig versorgt werden sollen, sollten Sie auf 32 mm Durchmesser umsteigen. Der Preisunterschied ist gering, die Wirkung auf den Wasserdruck jedoch erheblich.

Regner und Tropfschläuche am selben Strang

Regner und Tropfbewässerung stellen grundlegend unterschiedliche Anforderungen an den Wasserdruck. Regner arbeiten typischerweise bei 2 bis 4 bar und benötigen eine hohe Durchflussmenge, um ihre Wurfweite zu erreichen. Tropfschläuche hingegen funktionieren optimal bei nur 0,5 bis 1,5 bar – wird dieser Wert deutlich überschritten, platzen Schlauchverbindungen oder Tropfer geben unkontrolliert Wasser ab. Wer beide Systeme am selben Leitungsstrang betreibt, kann deshalb nie beide gleichzeitig optimal versorgen. Die Lösung ist einfach: Planen Sie für Beregnung und Tropfbewässerung jeweils eigene Kreisläufe mit separaten Zuleitungen. Vor dem Tropfbereich setzen Sie einen Druckminderer ein, der den Leitungsdruck auf den gewünschten Wert herabsetzt.

Kein Filter eingebaut

Besonders bei Regenwasser aus dem IBC Container ist ein Vorfilter nicht optional, sondern unverzichtbar. Regenwasser enthält Schwebstoffe, kleine Blatt- und Rindenreste sowie Algenpartikel, die sich in Tropfern und Düsen festsetzen. Ohne den Einbau eines Filters sind feine Tropföffnungen innerhalb weniger Wochen verstopft, und die Bewässerung wird ungleichmäßig oder fällt ganz aus. Ein Scheiben- oder Siebfilter mit 120 bis 150 Mesh gehört deshalb immer direkt hinter die Pumpe. Kontrollieren und reinigen Sie den Filter alle zwei bis vier Wochen – je nach Wasserqualität auch häufiger.

Winterfestigkeit nicht eingeplant

Stehendes Wasser in Leitungen dehnt sich beim Gefrieren um etwa 9 Prozent aus – genug, um PE-Rohre, Klemmverbinder und Ventile zum Bersten zu bringen. Dieser Fehler ist besonders ärgerlich, weil er erst Monate nach der Installation auffällt, nämlich im nächsten Frühjahr. Planen Sie deshalb von Anfang an Entwässerungspunkte an den tiefsten Stellen der Anlage ein. Im Herbst öffnen Sie diese Ablässe, lassen das gesamte Leitungssystem leerlaufen und blasen verbleibende Wasserreste mit einem Kompressor oder einer Handluftpumpe aus. Drehen Sie anschließend alle Absperrventile in Mittelstellung, damit sich kein Restdruck aufbauen kann. Dieser Aufwand von einer halben Stunde bewahrt Sie vor kostspieligen Reparaturen im Frühjahr.

Den passenden Wasserspeicher auswählen

Wenn Regenwasser die Wasserquelle Ihrer Bewässerungsanlage sein soll, spielt die Wahl des Speichers eine zentrale Rolle. IBCs sind für diesen Zweck besonders gut geeignet: Sie bieten mit 600 bis 1.000 Litern ein großes Fassungsvermögen bei kompakten Abmessungen (ca. 120 × 100 × 116 cm für die 1000-Liter-Variante) und lassen sich bei Bedarf über Verbindungssets in Serie schalten.

1000l-ibc-wassertank-gespuelt-auf-kunststoffpalette

Bei der Auswahl des richtigen Tanks für Ihren Garten sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Volumen: Für Gärten bis 100 Quadratmeter reicht ein 600-Liter-IBC oft aus. Bei größeren Flächen empfehlen sich 1.000 Liter oder zwei gekoppelte Container.
  • Palette: Wählen Sie einen IBC mit Kunststoffpalette, wenn der Container dauerhaft im Freien steht. Holzpaletten können bei Witterung verrotten.
  • Lichtschutz: Transparente IBC-Wände ermöglichen eine bequeme Füllstandskontrolle, begünstigen aber Algenwachstum. Eine Abdeckung oder UV-Schutzhaube wirkt dem entgegen.
  • Zustand: Für die Bewässerung ist ein gereinigter, rekonditionierter IBC vollkommen ausreichend – und wesentlich günstiger als ein Neucontainer.

Bewässerungsanlage im Garten selber bauen – so gelingt es

Eine Bewässerungsanlage selber zu bauen ist ein Projekt, das sich in wenigen Arbeitstagen umsetzen lässt und sich langfristig mehrfach auszahlt: durch Zeitersparnis beim Gießen, durch geringeren Wasserverbrauch und durch gesündere Pflanzen, die gleichmäßig und bedarfsgerecht versorgt werden. Der Schlüssel liegt in der sorgfältigen Planung – wer sich die Zeit nimmt, Zonen einzuteilen, den Wasserbedarf zu berechnen und die Komponenten aufeinander abzustimmen, wird mit einer zuverlässigen Anlage belohnt, die Saison für Saison funktioniert. Und sollte der Garten einmal wachsen, lässt sich ein gut geplantes System jederzeit um weitere Zonen erweitern.