« Einfach umsetzbar mit geeigneten gebrauchten IBC-Containern »
Einen Hasenstall selber zu bauen, kann eine mühsame Herausforderung sein. Ein geeigneter gebrauchter IBC kann als Grundlage für einen Schutz- und Rückzugsbereich innerhalb eines größeren Kaninchengeheges dienen. Ob ein solcher IBC Container dafür geeignet ist, hängt unter anderem von seiner vorherigen Nutzung, seinem Zustand und dem fachgerechten Umbau ab. Wie das grundsätzlich funktioniert und worauf Sie dabei achten müssen, erfahren Sie hier.
So wollen wir einen Hasenstall bauen
Geht es um Intermediate Bulk Container und Tiere, denken die meisten Menschen wohl zuerst an Fischzucht. Schließlich kann der IBC als Wasserbecken dienen. Aus so einem Container einen Hasenstall oder einen geschützten Bereich für Kaninchen zu machen, kommt aller Wahrscheinlichkeit nach kaum jemandem in den Sinn. Dabei bringt die Tankblase eines geeigneten IBCs einige Eigenschaften mit, die einen Umbau grundsätzlich ermöglichen. Sie muss dafür allerdings umfassend angepasst und mit einem ausreichend großen, dauerhaft zugänglichen Außengehege verbunden werden.
Der Umbau kann weniger Baumaterial erfordern als ein vollständig aus Holz gefertigter Stall. Gleichzeitig wird ein bereits vorhandener Behälter für einen neuen Zweck weiterverwendet. Voraussetzung ist, dass die vorherige Nutzung des IBCs bekannt ist und keine gesundheitsgefährdenden Rückstände vorhanden sind. Ein lediglich ausgespülter oder zuvor mit unbekannten beziehungsweise problematischen Stoffen befüllter Container darf nicht für die Tierhaltung verwendet werden. Bei dieser Form der Weiterverwendung spricht man häufig von Upcycling.

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Warum sich ein geeigneter IBC als Rückzugsbereich nutzen lässt
Jedes Tier hat bestimmte Bedürfnisse. Ob eine Haltung tiergerecht gestaltet ist, hängt nicht von einem einzelnen Stall, sondern vom gesamten Gehege, der verfügbaren Fläche, der Einrichtung, der Pflege und dem Sozialkontakt ab. Kaninchen sollten nicht einzeln gehalten werden und benötigen ausreichend Platz zum Hoppeln, Rennen, Springen, Aufrichten und Zurückziehen. Eine IBC-Tankblase allein bietet dafür nicht genügend Bewegungsfläche und darf deshalb nur als Teil eines deutlich größeren Geheges betrachtet werden.
Die Höhe eines IBCs ermöglicht es Kaninchen grundsätzlich, sich aufzurichten. Durch größere, gesicherte Öffnungen können Licht und Frischluft in den Innenraum gelangen. Gleichzeitig lassen sich geschützte und abgedunkelte Rückzugsbereiche einrichten. Entscheidend sind jedoch eine ausreichende Belüftung, ein trockener und rutschfester Boden sowie der Schutz vor Hitze, Kälte und Kondenswasser.
Die glatte Kunststoffoberfläche lässt sich im Vergleich zu unbehandeltem und bereits stark durchfeuchtetem Holz leichter abwischen. Daraus ergibt sich jedoch nicht automatisch eine bessere Hygiene. Einstreu, Kot und Futterreste müssen regelmäßig entfernt und sämtliche Flächen, Ecken und Einbauten gereinigt werden. Auch Lüftungsöffnungen und ein sicherer Wasserablauf sind bei der Planung zu berücksichtigen.
Selber bauen: So erfolgt der grundlegende Umbau
Wer einen geeigneten gebrauchten IBC zu einem Schutz- und Rückzugsbereich für Kaninchen umfunktionieren möchte, muss an der Tankblase und gegebenenfalls an der Gitterbox mehrere bauliche Veränderungen vornehmen. Besonders wichtig ist eine ausreichend große Öffnung in einer Längsseite. Sie schafft Zugang zum angeschlossenen Außengehege, verbessert die Belüftung und ermöglicht es dem Halter, den Innenraum zu kontrollieren und zu reinigen.
Die Öffnung kann mit einer Stichsäge aus der Containerwand herausgeschnitten werden. Dazu muss die Tankblase zunächst aus der Gitterbox genommen werden. Es empfiehlt sich, die Schnittlinien vorab mit Bleistift und einer Wasserwaage anzuzeichnen. Zu den Rändern sollte genügend Abstand verbleiben, damit die Tankblase ihre Form behält. Für das Schneiden ist ein für Kunststoff geeignetes Sägeblatt erforderlich. Ein vorgebohrtes Loch auf der Schnittlinie erleichtert den Start.
Soll die Tankblase anschließend wieder in die Gitterbox eingesetzt werden, muss auch im Metallgitter eine entsprechende Öffnung geschaffen werden. Dafür sind geeignete Werkzeuge und Erfahrung in der Metallbearbeitung erforderlich. Alle gekürzten Metallstreben müssen anschließend dauerhaft abgedeckt oder abgeschliffen werden, damit keine scharfen Kanten oder hervorstehenden Drahtenden verbleiben. Die Gitterbox kann die Konstruktion stabilisieren, darf aber keine Stellen aufweisen, an denen sich Tiere einklemmen oder verletzen können.

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Nach dem Aussägen müssen sämtliche Schnittkanten sorgfältig entgratet, abgeschliffen und mit geeigneten Kantenschutzprofilen versehen werden. Im Innenraum dürfen weder scharfe Kunststoffkanten noch zugängliche Metallenden verbleiben.
Der Boden sollte geschlossen, eben und rutschfest gestaltet und mit geeigneter Einstreu versehen werden. Große oder frei zugängliche Ablaufbohrungen sind ungeeignet, da sich Tiere daran verletzen können und Flüssigkeiten unkontrolliert in den Untergrund gelangen. Für die Reinigung kann stattdessen der vorhandene IBC-Auslauf genutzt oder eine herausnehmbare, geschlossene Bodeneinlage vorgesehen werden. Reinigungswasser und verunreinigte Einstreu müssen kontrolliert aufgefangen und entsorgt werden.
Die große Öffnung wird mit einem stabilen, engmaschigen und bissfesten Metallgitter gesichert. Eine fest angeschlagene Tür mit einem gegen unbeabsichtigtes Öffnen gesicherten Verschluss ist meist zuverlässiger als ein lediglich eingeschobenes Gitter. Die Maschenweite muss so gewählt werden, dass weder Kaninchen entweichen noch Marder oder andere Fressfeinde eindringen können. Gleichzeitig sollte der Durchgang zum angeschlossenen Gehege für die Tiere dauerhaft und ohne Verletzungsgefahr nutzbar sein.
Einen Hasenstall selber bauen – die Details
Zur Einrichtung gehören mehrere geschützte Rückzugsmöglichkeiten, ausreichend Einstreu, Beschäftigungsmaterial und ständig verfügbares Heu. Auch frisches Wasser muss jederzeit bereitstehen. Dafür kommen eine standsichere Wasserschale oder eine geeignete Trinkflasche infrage. Beide Varianten müssen täglich kontrolliert und regelmäßig gereinigt werden. Eine Heuraufe lässt sich ebenfalls anbringen, sofern sie keine scharfen Kanten besitzt und die Tiere sich nicht darin verfangen können.
Ein umgebauter IBC kann somit einen geschützten Teil eines Kaninchengeheges bilden. Er ersetzt jedoch weder den erforderlichen Auslauf noch weitere Rückzugsorte. Größe und Ausstattung müssen an Anzahl, Alter und Bedürfnisse der Tiere angepasst werden. Werden Kinder am Bau beteiligt, dürfen sie wegen der Arbeiten mit Stichsäge, Bohrer und Metallteilen nur unter unmittelbarer Aufsicht eines Erwachsenen mithelfen.

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Immer auf Stabilität und Sicherheit achten
Wer einen Hasenstall selber bauen möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass Sicherheit und Witterungsschutz eine zentrale Rolle spielen. Der umgebaute IBC steht häufig Tag und Nacht im Freien. Die Kunststofftankblase bietet jedoch nicht automatisch ausreichenden Schutz vor Hitze, Kälte, Feuchtigkeit oder Zugluft. Im Sommer kann sich der Innenraum bei direkter Sonneneinstrahlung stark erwärmen. Im Winter kann die dünne Kunststoffwand schnell auskühlen. Deshalb sind ein schattiger und geschützter Standort, eine gute Belüftung sowie eine an die Jahreszeit angepasste Isolierung erforderlich.
Füchse, Marder und andere Tiere können auch in Gärten vorkommen. Türen, Gitter, Übergänge und der gesamte Auslauf müssen deshalb stabil und gegen Untergraben oder Aufdrücken gesichert sein. Ein einfaches Vorhängeschloss allein genügt nicht, wenn Gitter oder Verbindungen Schwachstellen aufweisen.
Von Bedeutung ist auch ein stabiler und waagerechter Stand. Die Palette kann als Unterbau erhalten bleiben, sofern sie unbeschädigt, tragfähig und gegen Verrutschen gesichert ist. Eine Kunststoff- oder Metallpalette ist gegenüber dauerhafter Bodenfeuchte häufig unempfindlicher als eine Holzpalette. Dennoch müssen auch diese Bauteile regelmäßig auf Risse, Korrosion und scharfe Kanten kontrolliert werden.
Die richtige Tierhaltung
Kaninchen können je nach Haltungsform ganzjährig im Freien leben, wenn sie daran gewöhnt sind und ein ausreichend großes, sicheres und witterungsgeschütztes Gehege zur Verfügung steht. Ein umgebauter IBC kann darin als zusätzlicher Schutz- und Rückzugsbereich dienen. Er ist jedoch nicht als alleiniger Aufenthaltsraum geeignet.
Die Tiere sollten schrittweise an eine neue Umgebung gewöhnt werden. Der Standort darf niemals in der prallen Sonne liegen. Zusätzlich müssen Temperatur, Belüftung, Feuchtigkeit und der Zustand des Innenraums regelmäßig kontrolliert werden. Ob die gesamte Anlage den Anforderungen an eine geeignete Kaninchenhaltung entspricht, sollte im Zweifel mit einem Tierarzt oder einer fachkundigen Tierschutzstelle abgestimmt werden.



