Keyhole-Garden anlegen – das wassersparende Beet mit integriertem Kompost

Der Klimawandel macht sich längst auch im heimischen Garten bemerkbar: Böden trocknen schneller aus, klassische Hochbeete müssen häufig gegossen werden und die Wasserkosten steigen kontinuierlich an. Wenn Sie nachhaltig gärtnern und gleichzeitig Ihre Selbstversorgung stärken möchten, sollten Sie moderne, wassersparende Beetkonzepte in Erwägung ziehen. Neben dem Hügelbeet und dem Kraterbeet – zu beiden finden Sie bereits jeweils einen eigenen Beitrag inklusive Anleitung in unserem Online-Magazin – etabliert sich zunehmend ein drittes innovatives System: der Keyhole-Garten. Dieses clevere Hochbeet mit Kompost schafft einen geschlossenen Nährstoffkreislauf und verbraucht dabei bis zu 50 Prozent weniger Wasser als herkömmliche Hochbeete. Im Folgenden stellen wir den Schlüssellochgarten näher vor und erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie ein Keyhole Garden anlegen.

Was ist ein Keyhole-Beet?

Der Keyhole-Garden – auch Schlüssellochgarten genannt – ist ein rundes Hochbeet mit einem zentralen Kompostkorb. Über einen keilförmigen Zugang, der an ein Schlüsselloch erinnert, gelangen Sie bequem bis zur Mitte, ohne das Beet betreten zu müssen. Genau diesem Zugang verdankt das Keyhole-Beet seinen Namen. Der zugang kann von oben und von der Seite realisiert werden. Er kann mit einem Drahtkorb oder Holzkeilen gebaut werden.

Achtung: In der Permakultur beschreibt der Begriff „Keyhole-Garten“ teilweise auch andere Beetformen mit Sackgassen-Wegen. Im vorliegenden Artikel geht es jedoch ausschließlich um die afrikanische Variante mit integriertem Kompostbehälter.

Nahaufnahme zentraler Kompostkorb im Keyhole-Garten, Drahtgeflecht gefüllt mit Küchenabfällen, Bananenschalen, Eierschalen und organischem Material

Keyhole-Beet: Herkunft und Geschichte

Entwickelt wurde der Schlüssellochgarten in den 1990er-Jahren im Bergkönigreich Lesotho. Das Consortium for Southern Africa Food Security Emergency (C-SAFE) griff dabei ein Hochbeet-Konzept der Hilfsorganisation CARE aus Simbabwe auf und entwickelte es weiter. Hintergrund war eine dramatische Situation: Lesotho hatte eine der weltweit höchsten HIV/AIDS-Raten. Viele ältere oder körperlich geschwächte Menschen konnten keine großen Felder mehr bewirtschaften. Ziel war daher ein Beet, das auf kleiner Fläche hohe Erträge liefert, rückenschonend zu pflegen ist, wenig Wasser benötigt und ohne zusätzlichen Dünger auskommt. C-SAFE unterstützte den Bau von über 20.000 Schlüssellochgärten. Bei einer Nachkontrolle Jahre später waren mehr als 90 Prozent davon noch in Betrieb – ein eindrucksvoller Beweis für die Praxistauglichkeit. Heute findet man diese Beete in vielen afrikanischen Ländern und zunehmend auch in Europa und Nordamerika.

So funktioniert das Schlüssellochbeet

Das Herzstück ist der zentrale Kompostkorb. Dort geben Sie Küchen- und Gartenabfälle hinein: rohe Gemüsereste, Kaffeesatz, Teebeutel, Eierschalen und/oder welke Blätter. Beim Gießen füllen Sie das Wasser direkt in diesen Korb. Es sickert durch das organische Material, nimmt dabei Nährstoffe auf und verteilt sich anschließend im umliegenden Erdreich. Die Pflanzen erhalten somit gleichzeitig Wasser und Dünger. Da das Erdreich vom Zentrum leicht nach außen abfallend aufgeschüttet ist, verteilt sich das nährstoffreiche Wasser gleichmäßig bis zum Rand. Es entsteht ein nahezu geschlossener Nährstoffkreislauf.

Fertiges Keyhole-Beet mit Steinumrandung, zentraler Drahtkorb für Kompost, Zonenbepflanzung mit Tomaten, Zucchini, Salat und Kräutern, keilförmiger Zugang

Typische Maße

  • Durchmesser des Beets: ca. 2-3 m (max. 3 m, damit alle Pflanzen erreichbar sind)
  • Höhe der Außenmauer: ca. 80-100 cm (rückenfreundliche Arbeitshöhe)
  • Höhe des Kompostkorbs: ca. 130 cm (ragt über die Beetoberkante hinaus)
  • Durchmesser des Kompostkorbs: ca. 30-50 cm (je größer, desto mehr Kompost und Nährstoffabgabe)
  • Zugangsöffnung: keilförmig, ca. 60 cm breit am Rand, verjüngt sich zur Mitte

Schichtaufbau

Der Schichtaufbau eines Schlüssellochgartens entspricht weitgehend dem eines klassischen Hochbeets.

Schicht Material Funktion
1 (unten) Grobe Äste, Baumschnitt, Holz Drainage, Belüftung, langsame Zersetzung
2 Dünne Äste, Strauchschnitt, Häckselgut Übergangsschicht, verrottet schneller
3 Laub, Grasschnitt, Rasensoden Feuchtigkeitsspeicher, Nährstofflieferant
4 Reifer Kompost Sofort verfügbare Nährstoffe
5 (oben) Hochwertige Gartenerde (ca. 15-20 cm) Pflanzsubstrat, Wurzelraum

Schlüssellochbeet bauen – erforderliche Materialien

Außenwand: Natursteine sind klassisch und wärmespeichernd. Alternativ können Sie auch Ziegel- oder Betonsteine verwenden. Weidengeflecht ist ästhetisch und sorgt für eine afrikanische Optik. Wenn Sie Holzbretter nutzen wollen, bevorzugen Sie am besten Douglasie oder Lärche – beide sind langlebiger als Fichte. Auch Cortenstahl oder Gabionen kommen für die Keyhole-Beet-Außenwand infrage.

Kompostkorb: Als Standardlösung fungiert Maschen- bzw. Kaninchendraht. Geeignet sind auch Weidengeflecht und dünne Holzpflöcke. Der Korb muss oben und unten offen sein.

Tipp: Setzen Sie dem Kompostkorb einen abnehmbaren Deckel – beispielsweise aus Stroh oder Holz – auf, um die Feuchtigkeit im Kompost zu halten und die Zersetzung zu beschleunigen.

Wenn Sie möglichst günstig einen Keyhole-Garden anlegen wollen, greifen Sie am besten auf Upcycling-Materialien zurück – etwa gesammelte Feldsteine und Reste von anderen Gartenprojekten. Der zeitliche Aufwand für eine einfache Steinvariante beläuft sich gemeinhin auf ein Wochenende.

Was kostet ein Keyhole-Garten?

Die Kosten für einen Schlüssellochgarten hängen stark von den gewählten Materialien ab. Bei einer Steinvariante mit etwa 2,5 Metern Durchmesser können Sie mit folgenden Richtwerten rechnen:

Budget-Variante (Upcycling): 50-150 Euro

  • Gesammelte Feldsteine oder Ziegel (kostenlos bis 50 Euro)
  • Kaninchendraht für Kompostkorb (15-25 Euro)
  • Hochwertige Gartenerde (ca. 0,5-1 m³, 30-80 Euro)
  • Kompost und organisches Material aus eigenem Garten (kostenlos)

Mittelklasse-Variante: 200-400 Euro

  • Natursteine oder Betonsteine (100-200 Euro)
  • Verzinkter Draht oder stabileres Gittergewebe (20-40 Euro)
  • Gartenerde und Kompost (80-120 Euro)
  • Drainage-Material (10-30 Euro)

Premium-Variante: 500-800 Euro

  • Hochwertige Natursteine oder Gabionen (250-400 Euro)
  • Cortenstahl-Elemente (150-250 Euro)
  • Premium-Gartenerde und Bio-Kompost (80-120 Euro)
  • IBC-Container mit Tropfbewässerung (100-150 Euro)

Gärtnerin erntet reife Tomaten aus rückenschonendem Hochbeet, Erntekorb gefüllt mit Tomaten, Gurken und Kräutern, ergonomische Arbeitshöhe

Hinzu kommen gegebenenfalls Werkzeugkosten, falls Sie keine Schaufel, Spaten oder Wasserwaage besitzen. Die Investition amortisiert sich jedoch durch eingesparte Dünger- und Wasserkosten sowie höhere Gemüseerträge innerhalb von 2-3 Jahren.

Die richtige Bepflanzung im Keyhole-Beet

Bisherige Erfahrungen zeigen, dass sich ein Schlüssellochbeet für Starkzehrer ebenso eignet wie für Mittel- und Schwachzehrer. Damit alle Pflanzen optimal versorgt werden, sollten Sie jeder Sorte den passenden Platz zuweisen. Starkzehrer gehören nah an den Kompostkorb, Schwachzehrer an den Rand. Die Wurzeln wachsen selbstständig in Richtung Kompostkorb.

Zone Pflanzentyp Beispiele
Innen (nah am Korb) Starkzehrer Tomaten, Zucchini, Kürbis, Kohl, Paprika, Auberginen
Mitte Mittelzehrer Salat, Spinat, Karotten, Radieschen, Zwiebeln, Knoblauch
Außen (Rand) Schwachzehrer, Kräuter Erdbeeren, Rosmarin, Schnittlauch, Salbei, Thymian

Mischkultur-Tipp: Zwiebeln und Erdbeeren harmonieren besonders gut. Basilikum zwischen Tomaten hält Mehltau und Weiße Fliegen fern. Im ersten Jahr sind besonders viele Nährstoffe im frischen Keyhole-Beet, deshalb pflanzen Sie zunächst am besten Starkzehrer und setzen in den Folgejahren vermehrt auf Mittel- und Schwachzehrer.

Welche Pflanzen eignen sich nicht für den Keyhole-Garten?

Nicht alle Gemüsesorten gedeihen optimal im Schlüssellochbeet. Vermeiden sollten Sie tiefwurzelnde Pflanzen wie Meerrettich oder Artischocken, da diese den Schichtaufbau durchdringen und die Drainage stören können. Auch großflächig wuchernde Gewächse wie Kürbisse mit sehr langen Ranken nehmen zu viel Platz ein und beschatten andere Pflanzen übermäßig. Stark ausbreitende Kräuter wie Minze sollten Sie nur in Töpfen im Keyhole-Beet platzieren, da sie sonst alles überwuchern. Zudem benötigen Stangenbohnen und Erbsen Rankhilfen, die im runden Beetkonzept schwer zu installieren sind – Buschbohnen funktionieren hingegen gut.

Anleitung für einen Keyhole-Garden

Unsere Anleitung vermittelt Ihnen ganz konkret, wie Sie einen Keyhole-Garden anlegen können.

Wann ist die beste Zeit zum Anlegen?

 

Der ideale Zeitpunkt zum Bau eines Keyhole-Gartens ist das Frühjahr (März bis Mai) oder der Frühherbst (September bis Oktober). Im Frühjahr können Sie direkt nach der Fertigstellung mit der ersten Bepflanzung beginnen und die gesamte Gartensaison nutzen. Der Herbst eignet sich ebenfalls gut, da das organische Material über den Winter bereits anrotten kann und im Frühjahr ein nährstoffreiches Substrat zur Verfügung steht. Vermeiden Sie den Hochsommer, da die Arbeit bei großer Hitze anstrengend ist und frisch gepflanzte Setzlinge unter Hitzestress leiden. Auch der Winter ist ungeeignet, da gefrorener Boden die Arbeiten erschwert und die Materialien nicht richtig setzen können.

Schritt 1: Standort wählen

 

Wählen Sie für Ihren Keyhole-Garten einen hellen Standort mit mindestens sechs Stunden Sonne. Für den Schlüssellochgarten inklusive Zugang rundherum brauchen Sie mindestens drei bis vier Meter Platz. Wenn möglich, sollten Sie das Beet küchennah anlegen, damit Sie den Kompostkorb immer schnell und bequem mit neuen Küchenabfällen befüllen können. Wichtig: Halten Sie Abstand zu großen Bäumen, um Wurzelkonkurrenz zu vermeiden.

 

Schritt 2: Grundfläche abstecken

Markieren Sie einen Kreis mit dem gewünschten Beetdurchmesser auf dem Boden. Dazu stecken Sie einen Stab in die Mitte und befestigen eine Schnur mit einer Länge von einem bis 1,5 Metern daran (= Radius, sprich der halbe Durchmesser). Planen Sie auf einer Seite eine circa 60 Zentimeter breite, keilförmige Öffnung ein – möglichst nach Süden ausgerichtet.

Abstecken der kreisförmigen Grundfläche für Keyhole-Garten auf Rasen mit Holzstab, Schnur und weißer Markierung, Gartenwerkzeuge bereit

 

Schritt 3: Kompostkorb setzen

Formen Sie aus Maschen- bzw. Kaninchendraht einen Zylinder mit einem Durchmesser von circa 30 bis 50 Zentimetern und einer Höhe von circa 130 Zentimetern und stellen Sie ihn mittig auf. Legen Sie unten einige Steine als Drainage hinein, darauf grobe Äste und dann erste Küchenabfälle. Tipp: Geben Sie mehrere Kompostwürmer und eine Handvoll Gesteinsmehl dazu, um die Zersetzung zu beschleunigen.

Schritt 4: Außenwand errichten

Schichten Sie Steine, Holz oder anderes Material entlang des markierten Kreises auf. Die Wand sollte etwa 80 bis 100 Zentimeter hoch und muss stabil genug sein, dass Sie sich beim Arbeiten darauf abstützen können. Lassen Sie die keilförmige Öffnung frei.

Schritt 5: Hochbeet mit Kompost schichtweise befüllen

Befüllen Sie das Keyhole-Hochbeet gemäß dem Schichtaufbau oben in der Tabelle. Achten Sie darauf, dass die Erdoberfläche vom Kompostkorb zum Rand hin leicht abfällt, damit sich das Nährstoffwasser gleichmäßig verteilt.

Schritt 6: Schlüssellochbeet bepflanzen

Bepflanzen Sie das Keyhole-Beet wie oben beschrieben. Tipp: Eine dichte, intensive Bepflanzung erhöht den Ertrag pro Quadratmeter.

Schritt 7: Bewässern und pflegen

Gießen Sie regelmäßig Wasser über den Kompostkorb. So werden Nährstoffe ausgeschwemmt und im Beet verteilt. Füllen Sie den Korb laufend mit Küchenabfällen nach. Wenn das Erdreich infolge der Verrottung absackt, sollten Sie Kompost aus der Mitte auf das Beet umschichten – frischer Nachschub reift schließlich ständig nach.

Tipp: Mit einem 1.000 Liter fassenden IBC-Container versorgen Sie kostensparend einen oder mehrere Schlüssellochgärten mit weichem, kalkarmem Regenwasser, das ideal für Gemüse ist. Wenn Sie den Behälter leicht erhöht aufstellen, können Sie eine Schwerkraft-Tropfbewässerung installieren. Ein Tropfschlauch, der direkt in den Kompostkorb führt, verteilt das Wasser langsam und effizient.

Schichtaufbau im Keyhole-Garten sichtbar: Natursteinmauer, grobe Äste als Drainage, Laub und Kompost, Spaten und Rechen als Werkzeuge

Keyhole-Garten durchs Jahr – Pflegekalender

Ein Schlüssellochgarten benötigt ganzjährig Aufmerksamkeit, wobei die Arbeiten je nach Jahreszeit variieren. Dieser Pflegekalender gibt Ihnen einen Überblick über die wichtigsten monatlichen Aufgaben.

März – April: Beginnen Sie die Saison mit einer Bestandsaufnahme. Entfernen Sie eventuelle Frostschäden an der Außenwand und bessern Sie diese aus. Füllen Sie neuen Kompost in den zentralen Korb, falls dieser über den Winter abgesackt ist. Pflanzen Sie erste Frühkulturen wie Salat, Radieschen und Spinat. Geben Sie eine Schicht reifen Kompost auf die oberste Erdschicht und arbeiten Sie diesen leicht ein.

Mai – Juni: Die Hauptpflanzzeit beginnt. Setzen Sie Starkzehrer wie Tomaten, Zucchini und Paprika in die innere Zone. Gießen Sie regelmäßig über den Kompostkorb, da die Verdunstung jetzt zunimmt. Mulchen Sie die Beetoberfläche mit Rasenschnitt oder Stroh, um Feuchtigkeit zu speichern. Füllen Sie kontinuierlich Küchenabfälle in den Kompostkorb nach.

Juli – August: Erntezeit und Hochphase der Bewässerung. Kontrollieren Sie täglich die Bodenfeuchtigkeit, besonders bei Hitzeperioden. Gießen Sie bevorzugt morgens oder abends. Ernten Sie regelmäßig, um die Pflanzen zur weiteren Fruchtbildung anzuregen. Pflanzen Sie in frei werdende Lücken Nachkulturen wie Buschbohnen oder Herbstsalate.

September – Oktober: Herbstbepflanzung mit Wintergemüse wie Grünkohl, Feldsalat und Asia-Salate. Sammeln Sie Laub und geben Sie es in den Kompostkorb – es liefert wichtige Nährstoffe für die nächste Saison. Reduzieren Sie die Bewässerung entsprechend dem geringeren Bedarf. Schichten Sie abgesackten Kompost aus der Mitte auf das Beet um.

November – Februar: Schutzmaßnahmen für den Winter. Decken Sie den Kompostkorb mit einer isolierenden Schicht aus Stroh oder einer Holzplatte ab, um Wärmeverlust zu minimieren. Winterharte Kräuter wie Rosmarin und Thymian können stehen bleiben. Sammeln Sie Strukturmaterial wie Äste und Zweige für die nächste Befüllung. Bei offenem Boden können Sie Gründüngung aussäen oder das Beet mit Vlies abdecken. Nutzen Sie die ruhige Zeit zur Planung der nächsten Bepflanzung.

Probleme lösen – Troubleshooting für den Keyhole-Garten

 

Auch beim besten Beetkonzept können Schwierigkeiten auftreten. Hier finden Sie Lösungen für die häufigsten Probleme.

Staunässe im Beet

Symptome: Das Wasser sammelt sich an der Oberfläche und versickert nur langsam. Pflanzen zeigen gelbe Blätter und kümmern.

Ursachen: Die unterste Drainage-Schicht ist zu dicht oder verstopft. Möglicherweise wurde zu viel Erde auf einmal eingefüllt, die sich verdichtet hat.

Lösungen: Bohren Sie mit einem Stab mehrere vertikale Löcher bis zur Drainage-Schicht, um Luftkanäle zu schaffen. Geben Sie grobkörnigen Sand oder Kies in den Kompostkorb, der als zusätzliche Drainage fungiert. Langfristig sollten Sie das Beet im Herbst teilweise erneuern und mehr grobes Material in die unterste Schicht einarbeiten. Reduzieren Sie die Wassermenge pro Gießgang und erhöhen Sie stattdessen die Frequenz.

Moderner Keyhole Garden mit Beeten, die das Lioch umranden

Schimmel im Kompostkorb

Symptome: Weiße oder grau-grüne Schimmelschichten bilden sich auf den Küchenabfällen im Korb.

Ursachen: Zu viel Feuchtigkeit bei gleichzeitig zu wenig Luftzirkulation. Oft tritt Schimmel auf, wenn ausschließlich feuchte Küchenabfälle ohne trockenes Material eingefüllt werden.

Lösungen: Mischen Sie trockenes Material wie zerknüllte Pappe, welke Blätter oder Stroh unter die feuchten Küchenabfälle – das Verhältnis sollte etwa 1:1 sein. Wenden Sie den Kompost gelegentlich mit einem Stock, um Sauerstoff einzubringen. Reduzieren Sie die Wassergaben vorübergehend. Oberflächlicher Schimmel ist unbedenklich und verschwindet meist von selbst, wenn die Bedingungen optimiert werden. Nur bei massivem Schimmelbefall sollten Sie die obersten Schichten entfernen.

Zu schnelles Austrocknen

Symptome: Die Erde fühlt sich bereits wenige Stunden nach dem Gießen wieder trocken an. Pflanzen welken trotz regelmäßiger Bewässerung.

Ursachen: Unzureichende Mulchschicht, zu sandige Erde oder zu viel direkte Sonneneinstrahlung ohne Schatten.

Lösungen: Bringen Sie eine 5-10 cm dicke Mulchschicht aus Grasschnitt, Stroh oder Rindenmulch auf – diese reduziert die Verdunstung erheblich. Mischen Sie Bentonit oder Perlite in die oberste Erdschicht ein, um die Wasserspeicherfähigkeit zu erhöhen. Installieren Sie eine Tropfbewässerung, die konstant kleine Wassermengen abgibt. Pflanzen Sie hochwachsende Starkzehrer so, dass sie niedrigere Pflanzen leicht beschatten. Arbeiten Sie zusätzlichen reifen Kompost in die Erde ein – dieser speichert Feuchtigkeit besser als reine Gartenerde.

Schalotten Nahaufnahme
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Mäuse und Wühlmäuse im Kompost

Symptome: Gänge im Erdreich sichtbar, angefressene Pflanzenwurzeln, Kot im Kompostkorb.

Ursachen: Der warme, nährstoffreiche Kompost zieht Nagetiere an. Besonders im Winter suchen sie dort Unterschlupf und Nahrung.

Lösungen: Legen Sie bei der Erstanlage ein engmaschiges Drahtgitter (Maschenweite max. 13 mm) auf dem Boden aus, das unter die gesamte Beetfläche reicht. Verzichten Sie auf gekochte Essensreste, Brot oder Käse im Kompostkorb – diese locken Mäuse besonders stark an. Pflanzen Sie Kaiserkrone oder Knoblauch am Rand, deren Geruch Wühlmäuse abschreckt. Nutzen Sie Lebendfallen oder akustische Vertreiber, falls bereits Befall vorliegt. Decken Sie den Kompostkorb mit einem stabilen Gitter ab, durch das Sie weiterhin Abfälle einfüllen können, aber Mäuse keinen Zugang haben.

Nährstoffmangel trotz Kompost

Symptome: Pflanzen wachsen langsam, Blätter bleiben klein und hellgrün, geringe Ernteerträge.

Ursachen: Zu wenig organisches Material im Kompostkorb, unausgewogene Kompostzusammensetzung oder zu hoher pH-Wert der Erde.

Lösungen: Erhöhen Sie die Menge der Küchenabfälle deutlich – ein 2,5 m großer Keyhole-Garten benötigt etwa 2-3 kg organisches Material pro Woche. Achten Sie auf Vielfalt: Mischen Sie stickstoffreiche Materialien (Rasenschnitt, Gemüsereste) mit kohlenstoffreichen (Laub, Pappe) im Verhältnis 2:1. Geben Sie zerkleinerte Eierschalen für Kalzium und Kaffeesatz für Stickstoff hinzu. Überprüfen Sie den pH-Wert der Erde – der optimale Bereich liegt bei 6,0-7,0. Bei zu hohen Werten arbeiten Sie sauren Kompost oder Torf ein, bei zu niedrigen Werten helfen Gesteinsmehl oder Algenkalk. Als Akutmaßnahme können Sie organischen Flüssigdünger über den Kompostkorb geben.

Zwei runde Steinbeete im Garten mit Seeblick, linkes Beet mit Weidenkorb-Kompost, rechtes Beet bepflanzt, Gartenhaus im Hintergrund

Keyhole-Garten vs. Hügelbeet und Kraterbeet

Merkmal Keyhole-Garten Hügelbeet Kraterbeet
Form Rund, erhöht, Kompost in der Mitte Länglich aufgeschüttet Kreisförmig vertieft
Wasserverhalten Zentrale Bewässerung über Kompostkorb, sehr sparsam Wasser läuft hangabwärts ab Wasser sammelt sich in der Mitte
Düngung Selbstdüngend durch integrierten Kompost Verrottungswärme, muss ggf. nachgedüngt werden Kein Selbstdünge-System
Ideal für Kleine Flächen, trockene Standorte, Selbstversorger Feuchte, schwere Böden Trockene, windige Standorte
Platzbedarf Ca. 2-3 m Ø Ab 1,2 m Breite, Länge variabel Ab 2 m Ø
Ergonomie Sehr gut: rückenschonend, kein Betreten nötig Gut: erhöhte Lage Mäßig: Arbeit in der Tiefe

Welche Vorteile hat es, ein Schlüssellochbeet zu bauen – und welche Einschränkungen gibt es?

Das Anlegen eines Schlüssellochgartens geht mit zahlreichen Vorteilen einher:

  • Bis zu 50 % weniger Wasserverbrauch durch gezielte Kompost-Bewässerung
  • Kein zusätzlicher Dünger nötig – der Kompost versorgt die Pflanzen kontinuierlich
  • Rückenschonend: Arbeitshöhe von ca. 80-100 cm, kein Betreten des Beets erforderlich
  • Ideal für kleine Flächen: hoher Ertrag auf ca. 7 qm Grundfläche
  • Nachhaltiger Kreislauf: Küchenabfälle werden direkt im Garten verwertet
  • Brauchwasser nutzbar: Spülwasser (ohne Chemie) kann zum Gießen verwendet werden
  • Längere Nutzungsdauer als klassische Hochbeete (ständiger Kompost-Nachschub)

Es gibt jedoch auch Einschränkungen bzw. Voraussetzungen:

  • Genug organisches Material nötig: Wenn Sie zu wenig Küchen-/Gartenabfälle haben, können Sie den Kompostkorb nicht ausreichend befüllen
  • Hochbeet trocknet grundsätzlich schneller aus als ein ebenerdiges Beet – regelmäßiges Gießen bleibt Pflicht (idealerweise mit Regenwasser aus einem IBC-Container)
  • Nach ca. 5-6 Jahren müssen Sie die Befüllung komplett austauschen
  • Kompost kann einen Nährboden für Mäuse bieten – legen Sie ggf. ein Wühlmausgitter am Boden ein

Tropfbewässerung Nahaufnahme

Häufige Fragen zum Keyhole-Garten

Wie oft muss ich den Keyhole-Garten gießen?

Die Gießhäufigkeit hängt von Witterung, Jahreszeit und Bepflanzung ab. In der Hauptwachstumszeit von Mai bis August sollten Sie bei normalem Wetter jeden zweiten Tag gießen. An heißen Sommertagen kann tägliches Gießen notwendig sein. Im Frühjahr und Herbst reichen oft zwei bis drei Gießgänge pro Woche. Prüfen Sie die Bodenfeuchtigkeit, indem Sie einen Finger 5 cm tief in die Erde stecken – fühlt sie sich trocken an, ist Bewässerung nötig. Der große Vorteil des Keyhole-Gartens: Sie gießen nur über den zentralen Kompostkorb, das Wasser verteilt sich von dort gleichmäßig im gesamten Beet. Pro Gießgang rechnen Sie mit etwa 10-20 Litern Wasser für einen 2,5 m großen Keyhole-Garten.

Funktioniert das System auch im Winter?

Ja, der Keyhole-Garten funktioniert ganzjährig, allerdings mit Einschränkungen. Die Kompostierung läuft bei Temperaturen unter 5 Grad Celsius deutlich langsamer ab, sodass weniger Nährstoffe freigesetzt werden. Dennoch können Sie winterharte Gemüsesorten wie Grünkohl, Winterportulak, Feldsalat oder Rosenkohl anbauen. Decken Sie den Kompostkorb mit einer isolierenden Schicht aus Stroh oder Laub ab, um die Restaktivität der Mikroorganismen zu erhalten. Bei starkem Frost sollten Sie das Beet mit Vlies oder Reisig schützen. Fügen Sie auch im Winter kontinuierlich Küchenabfälle hinzu – diese werden zwar nicht sofort zersetzt, beginnen aber ab dem Frühjahr unmittelbar zu verrotten und stehen dann als Nährstoffquelle zur Verfügung.

Welche Pflanzen eignen sich nicht für den Keyhole-Garten?

Tiefwurzler wie Meerrettich, Pastinaken oder Schwarzwurzeln sollten Sie vermeiden, da sie die Schichtstruktur durchdringen und die Drainage stören können. Großflächig wuchernde Kürbissorten mit sehr langen Ranken nehmen zu viel Platz ein und beschatten andere Pflanzen übermäßig – kompakte Buschkürbisse funktionieren besser. Stark ausbreitende Kräuter wie Minze oder Zitronenmelisse wuchern unkontrolliert und verdrängen andere Pflanzen; kultivieren Sie diese besser in Töpfen. Mehrjährige Stauden mit ausgedehntem Wurzelsystem wie Artischocken oder Spargel eignen sich nicht, da das Beet alle 5-6 Jahre erneuert werden muss. Auch Pflanzen mit sehr spezifischen Bodenansprüchen wie Heidelbeeren (brauchen sauren Boden) oder Meerrettich gedeihen in der gemischten Beeterde nicht optimal.

Keyhole-Garten mit Holzrahmen und IBC-Container im Hintergrund, zentrale Drahtkorb-Kompostierung, Paprika und Tomaten in verschiedenen Wachstumszonen, Mulchschicht

Wie verhindere ich Ungeziefer im Kompostkorb?

Verzichten Sie konsequent auf gekochte Essensreste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und fetthaltige Lebensmittel – diese locken Ratten, Mäuse und Fliegen an. Geeignet sind nur rohe pflanzliche Küchenabfälle wie Gemüseschalen, Kaffeesatz, Teebeutel und Obstreste. Decken Sie den Kompostkorb mit einem abnehmbaren Deckel aus Holz oder dickem Stroh ab – das hält Fliegen fern und reduziert Gerüche. Bei Fruchtfliegenbefall streuen Sie eine dünne Schicht Gesteinsmehl oder Urgesteinsmehl über die Abfälle. Gegen Ameisen hilft das Einarbeiten von Kaffeesatz, da sie den Geruch meiden. Wühlmäuse verhindern Sie am besten präventiv durch ein engmaschiges Drahtgitter am Boden des Beets. Sollten bereits Mäuse eingezogen sein, verwenden Sie Lebendfallen oder pflanzen Sie abschreckende Gewächse wie Kaiserkrone oder Knoblauch am Rand.

Kann ich auch Regenwasser mit Tropfbewässerung nutzen?

Absolut – Regenwasser ist sogar ideal für den Keyhole-Garten, da es kalkarm und für Gemüse besonders bekömmlich ist. Ein 1.000 Liter IBC-Container dient als perfekter Regenwasserspeicher. Stellen Sie den Container leicht erhöht auf einem stabilen Podest auf, sodass Sie die Schwerkraft für die Bewässerung nutzen können – jeder Meter Höhenunterschied erzeugt etwa 0,1 bar Druck. Schließen Sie einen Tropfschlauch oder Perlschlauch an den unteren Ablauf des Containers an und führen Sie diesen direkt in den Kompostkorb des Keyhole-Gartens. Das Wasser tröpfelt kontinuierlich und gleichmäßig, was deutlich effizienter ist als stoßweises Gießen. Ergänzen Sie das System mit einem Hahn oder Zeitschaltuhr, um die Wassermenge zu regulieren. Ein einzelner 1.000-Liter-Container versorgt einen Keyhole-Garten etwa 4-6 Wochen lang, abhängig von Witterung und Bepflanzung.

Schlüsselloch Garten – Ist das was für mich?

Der Keyhole-Garden ermöglicht einen geschlossenen Nährstoffkreislauf im Sinne der Permakultur, spart Wasser und ermöglicht ergonomisches Arbeiten. Er eignet sich besonders für kleine Gärten, trockene Standorte und Selbstversorger. Mit einem IBC-Container als Regenwasserquelle und einer einfachen Tropfbewässerung steigern Sie die Effizienz zusätzlich. So schaffen Sie ein nahezu autarkes Mini-Ökosystem, das Küchenabfälle direkt verwertet und Gemüse auf kleinem Raum gedeihen lässt.


Quellen: wenn nicht anders angegeben, Bilder mit KI generiert