Wassersäule im Garten
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Die Wassersäule im Garten selber bauen

« Mit einfachen Schritten zum DIY-Erfolg »

Wenn eine Sache für den Erfolg des heimischen Gartens unverzichtbar ist, dann ist das Wasser. Vor allem Gießwasser, aber auch Wasser zum Reinigen, möglicherweise zum Bauen oder aber für das Planschbecken oder andere Freizeitaktivitäten. Aber nicht immer ist von vornherein eine Wasserstelle im Garten, oder aber in erreichbarer Entfernung verfügbar. Die Folge ist Aufwand oder sogar die Unmöglichkeit bestimmter Dinge. Deshalb erfahren Sie nun, wie Sie Ihre eigene Wassersäule im Garten selber bauen können. Und das in wenigen einfachen, leicht nachvollziehbaren Schritten.

Was genau ist eine Wasserzapfsäule?

Eine Wassersäule ist nicht mehr oder weniger, als eine einfache, allerdings fest installierte Wasserentnahmestelle. Meistens verfügt sie über einen handelsüblichen Wasserhahn, an dem beispielsweise über einfache Schraubadapter ein gängiger Wasserschlauch angeschlossen, oder aber eine Gießkanne, ein Eimer oder ein sonstiges Gebinde direkt befüllt werden kann. Die Ausführung kann vom einfachen Standrohr, also einer freistehenden, stabilen Rohrleitung mit Entnahmeventil, bis hin zu aufwändig gestalteten Säulen aus Holz, Beton oder Metall reichen. Der Kreativität sind unter Berücksichtigung der praktischen Anforderungen keinerlei Grenzen gesetzt.

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Worauf kommt es beim Wassersäule im Garten selber bauen an?

Schauen Sie sich zunächst in aller Ruhe die Anforderungen an, die Ihr Projekt Wasserzapfsäule an Sie, an Ihren Garten und an die spätere Handhabung stellt. Dann gelingt Ihnen die fehlerfreie Umsetzung im Handumdrehen:

Material und Komponenten

Ihre Gartenwasserstelle soll in aller Regel dauerhaft, also nicht nur über die Sommermonate, errichtet werden. Das bedeutet, dass ein Schlauch für den Wassertransport eher ungeeignet ist. Stattdessen sollten Sie Rohre einsetzen. Vor allem PE-Rohre überzeugen mit einer einfachen Verarbeitung, einer hohen Widerstandsfähigkeit und einer weiteren Tatsache, die sie von vielen klassischen Leitungen abheben: Sie sind absolut rostfrei. Das heißt, Sie können auf Korrosionsschutz in Form von Anstrichen etc. getrost verzichten. Greifen Sie für alle anderen Bauteile Ihrer Wassersäule auf unempfindliche und einfach zu unterhaltende Werkstoffe. So sind witterungsbeständige Hölzer ebenso geeignet, wie Natur- oder Kunststein oder ein entsprechend beschichtetes oder auch absichtlich korrodierendes Metall.

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Die frostsichere Ausführung

Da Ihre Entnahmestelle ganzjährig an Ort und Stelle verbleiben soll, muss die Ausführung frostsicher erfolgen. Das bedeutet, die Leitungen sollten unbedingt ein Gefälle aufweisen. Außerdem muss am tiefsten Punkt eine Entleerung vorgesehen werden, etwa in Form eines Hahns. Setzen Sie auf einen Kugelhahn, da sich in dessen Aufbau kein Restwasser halten kann, das beim winterlichen Gefrieren immer noch zu Schäden führen könnte. Eine einfache Kiespackung kann ausreichen, das Restwasser aus der Leitung versickern zu lassen, ohne dass Ihr Garten sich spontan in einen Teich verwandelt.

IBC Kugelhahn S60x6 (60mm) ALU Überwurf EPDM DN50

Oberirdischer Hahn oder unterirdische Zapfstelle?

Wenn Sie Ihre Wassersäule im Garten selbst bauen, sind Sie an keinerlei Konventionen gebunden. Üblich ist die oberirdische Wassersäule mit gut erreichbarem Zapfhahn. Es besteht aber auch die Möglichkeit, eine Art im Boden eingelassene Wassersteckdose zu errichten. Allerdings erlaubt diese ausschließlich die Anbindung weiterer Schläuche, nicht aber das Unterstellen und Befüllen von Gefäßen. Am verbreitetsten ist deshalb die oberirdische Variante, die im Folgenden weiter behandelt wird.

Wasser-Zapfstelle - Wassersäule im Garten
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Die Wassersäule im Garten selber bauen – Schritt für Schritt

Nun beginnen Sie, Ihre Wassersäule im Garten selber zu bauen. Beachten Sie Ihre vorangegangenen Überlegungen und beginnen Sie Schritt für Schritt mit der Umsetzung.

Leitungstiefe und Ausführung des Grabens

Legen Sie zunächst fest, wo Sie das Wasser entnehmen wollen, wie die Leitung durch den Außenbereich verlaufen soll und wo genau die Wassersäule entstehen soll. Heben Sie einen Leitungsgraben aus, der von der Breite her mindestens 10 Zentimeter aufweist, so dass Sie außer der Leitung noch Platz für ein umfassendes Sandbett haben. Zwar sind PE-Rohre robust. Eine Umhüllung aus Sand schützt aber dennoch vor einzelnen Steinen, die durch punktuellen Druck rasch zu Brücken und Rissen führen können. Die Tiefe sollte so gewählt werden, dass nicht der erste unbedachte Spatenstich sofort zum Schaden führt. Mindestens 30 Zentimeter bieten ausreichenden Schutz. Eine frosttiefe Verlegung muss dagegen nicht sein, da Sie Ihre Leitung ja im Winter entleeren wollen. Das bietet außerdem den Vorteil, dass Sie nicht einmal einen festen Anschluss an eine Hauptleitung brauchen. Setzen Sie einfach auf einen Außenwasserhahn am Haus einen Abzweig und führen Sie die neue Rohrleitung an der Wand nach unten in die Erde, wo Ihr Leitungsgraben beginnt. Achten Sie beim Graben unbedingt auf ein leichtes Gefälle von rund 2 Prozent und kontrollieren Sie dieses regelmäßig mit der Wasserwaage.

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Die Wassersäule – standsicher und praktisch

Nachdem Sie Ihre Leitung in Sand verlegt, mit Sand abgedeckt und anschließend den Leitungsgraben wieder verfüllt haben, geht es an die Gartenwasserstelle. Sicher haben Sie bereits einen Plan, ob Sie eine Holzstütze, eine Betonsäule oder auch nur ein freistehendes Leitungsrohr wünschen. Achten Sie immer auf eine entsprechende Fundamentierung, denn selbst ein einfaches Standrohr sollte auf einem Betonsockel mittels geeigneter Schellen fixiert sein, um sich in der täglichen Handhabung form- und lagestabil zu zeigen. Montieren Sie nach Ihrer Wunschsäule die aufsteigende Leitung und den Zapfhahn. Und schon können Sie nach Belieben einen Schlauch anschließen oder aber die Gießkanne füllen.

Wasserzapfstelle-auf-Rasen - Wassersäule im Garten
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Die Entleerung – für eine frostsichere Rohrleitung

Hoffentlich hatten Sie noch die winterliche Entleerung im Hinterkopf. Am tiefsten Leitungspunkt, also am Knick aus der Horizontalen aufwärts zum Hahn, muss die Entleerung montiert sein. Bilden Sie in diesem Bereich aus Rabatten oder einem speziellen Formteil einen kleinen Schacht aus, in dem die Entleerung positioniert wird. Befüllen Sie unter dem Hahn mindestens 30 Zentimeter Split oder Schotter, so dass das auslaufende Leitungswasser versickern kann. Eine Abdeckung hilft, Unfälle durch den Schacht zu verhindern. Wird der Entnahmehahn so positioniert, dass Gefäße über dem Schacht befüllt werden, dient er außerdem gleichzeitig als Notentwässerung, wenn etwa Gefäße beim Befüllen an Ihrer Wasserzapfsäule überlaufen.

Winterentleerung 1" mit Kugelhahn + Druckluftanschluß

So einfach können Sie Ihre Wassersäule im Garten selber bauen

Und schon haben Sie es geschafft. Sie konnten ganz ohne professionelle Hilfe Ihre eigene Wassersäule im Garten selber bauen. Schließen Sie ab sofort Ihren Schlauch direkt am Ort des Geschehens an und vermeiden Sie aufwändige, langwierige und Nerv tötende Arbeiten mit dem Schlauchwagen.