Zwiebelpflanzen
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Gemüse mit geringem Wasserbedarf

Wassersparend gärtnern auch in trockenen Sommern

Lange Hitzeperioden, unregelmäßige Niederschläge und Starkregenereignisse stellen Hobby- und Profigärtner zunehmend vor neue Herausforderungen. Doch welches Gemüse kommt auch mit wenig Wasser gut zurecht? Und wie lässt sich der Wasserverbrauch im Gemüsegarten zusätzlich senken? In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Gemüsesorten besonders trockenheitsresistent sind und wie Sie mit Tropfbewässerung und der Regenwassernutzung aus IBC-Containern ressourcenschonend und ertragreich gärtnern.

Warum trockenheitstolerante Gemüsepflanzen immer wichtiger werden

Der Klimawandel macht sich auch im Garten deutlich bemerkbar. Unsere Sommer werden heißer, Regen fällt seltener, dafür oft kurz und heftig. Dies führt dazu, dass der Boden Feuchtigkeit schlechter speichern kann und Pflanzen häufiger unter Trockenstress leiden. Gleichzeitig wird Trinkwasser immer knapper und kostbarer. Gemüse mit geringem Wasserbedarf hilft, Ressourcen zu schonen, den Pflegeaufwand zu verringern und dennoch stabile Erträge zu erzielen. Mit der richtigen Sortenwahl lässt es sich auch in trockenen Sommern erfolgreich gärtnern.

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Gut zu wissen: Es gibt kein vollständig trockenheitsresistentes Gemüse – alle Pflanzen brauchen Wasser zum Wachsen. Einige Sorten tolerieren jedoch trockene Böden und große Hitze deutlich besser als andere.

Welche Eigenschaften Gemüse mit geringem Wasserbedarf charakterisieren

Ob ein Gemüse viel oder wenig Feuchtigkeit benötigt, hängt von seinen biologischen Eigenschaften ab. Gemüsepflanzen, die in warmen oder niederschlagsarmen Regionen entstanden sind, haben im Laufe der Evolution Strategien entwickelt, um Gießwasser effizient zu nutzen und Trockenstress gut zu überstehen.

Tiefe oder weitreichende Wurzelsysteme

Ein entscheidender Faktor ist die Wurzelstruktur. Gemüsearten wie Mangold, Pastinaken oder Schwarzwurzeln bilden kräftige Hauptwurzeln aus, die tief in den Boden vordringen. Dort steht Feuchtigkeit deutlich länger zur Verfügung als in den oberen Bodenschichten, die bei Hitze schnell austrocknen. Tiefwurzelnde Gemüsepflanzen müssen deshalb seltener gegossen werden.

Natürliche Wasserspeicherung im Pflanzengewebe

Manche Gemüsearten speichern Feuchtigkeit direkt in ihrem Pflanzengewebe. Rote Bete beispielsweise bildet wenige Tage nach der Keimung Rübenkörper, die nicht nur Mineralstoffe, sondern auch Feuchtigkeit speichern. Dadurch reicht in der Regel der natürliche Sommerregen im Freiland aus.

Geringere Blattverdunstung durch kleine Blätter

Die Blattfläche beeinflusst maßgeblich den Wasserverlust. Bohnen, Zwiebeln und Erbsen weisen relativ kleine oder schmale Blätter auf, wodurch weniger Wasser über die Blattoberfläche verdunstet. Umgekehrt gilt: Je größer und weicher die Blätter, desto höher der Bedarf an Wasser.

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Langsame Wachstumsdynamik

Langsam wachsende und knollenbildende Gemüse kommen oft mit weniger Wasser aus als schnellwachsende Arten, die viele oder große Früchte ausbilden. Wurzelgemüse wie Karotten, Pastinaken oder Schwarzwurzeln haben eine relativ lange Kulturdauer und benötigen keine großen Wassergaben, sondern profitieren eher von einer gleichmäßigen, moderaten Feuchtigkeit.

Wasserbedarf im Gemüsegarten: Praktische Richtwerte

Bevor wir zu den einzelnen Gemüsesorten kommen, lohnt sich ein Blick auf die grundlegenden Zusammenhänge zwischen Feuchtigkeitsbedarf, Temperatur und Bodenbeschaffenheit. Mit diesen Richtwerten können Sie den Wasserbedarf Ihres Gemüsegartens besser einschätzen.

Wie viel Wasser verdunstet bei welcher Temperatur?

Die Verdunstung hängt stark von der Temperatur ab. Bei Temperaturen unter 20 °C verdunsten pro Quadratmeter Beetfläche etwa 1 bis 2 Liter Gießwasser täglich. Steigen die Temperaturen über 30 °C, erhöht sich die Verdunstung auf 4 bis 7 Liter pro Quadratmeter und Tag. Diese Werte helfen Ihnen einzuschätzen, wie viel Wasser Ihre Pflanzen an heißen Sommertagen tatsächlich verlieren.

Die wichtigste Faustregel: Seltener, aber durchdringend gießen

Damit das Gießwasser bei einer herkömmlichen Bewässerungsmethode auch wirklich bei den Wurzeln ankommt, sollten Sie etwa 15 Liter pro Quadratmeter ausbringen. Diese Menge dringt je nach Bodenart etwa 15 Zentimeter tief ein – genau dorthin, wo die meisten Gemüsewurzeln das Wasser aufnehmen. Da die meisten Böden nur etwa 10 Liter pro Stunde aufnehmen können, empfiehlt es sich, in mehreren Schüben zu bewässern, um ein Abschwemmen zu vermeiden.

Wasserbedarf von Gemüse

Der Wasserbedarf von Gemüse lässt sich nur grob einteilen, da Bodenart, Witterung, Pflanzabstand und Entwicklungsphase eine große Rolle spielen. Als Orientierung können dennoch drei Bedarfsklassen dienen. Kulturen mit geringem bis moderatem Feuchtigkeitsbedarf kommen nach dem Anwachsen häufig mit etwa 5 bis 15 Litern Wasser pro Quadratmeter und Woche aus. Dazu zählen vor allem trockenheitsverträglichere Pflanzen wie Kichererbsen, Linsen und viele mediterrane Kräuter. Zusätzliche Garten-Bewässerung ist hier meist nur bei längeren Trockenperioden erforderlich.

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Gemüse mit mittlerem Feuchtigkeitsbedarf benötigt in der Regel rund 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter und Woche. In diese Gruppe fallen unter anderem Zwiebeln und Knoblauch (je nach Wachstumsphase), Möhren, Rote Bete, Buschbohnen, Erbsen und Mangold. Bei ausbleibenden Niederschlägen reicht es meist aus, diese Kulturen ein- bis zweimal pro Woche gründlich zu gießen, sodass der Boden auch in tieferen Schichten durchfeuchtet wird.

Einen hohen Bedarf haben Starkzehrer und großblättrige Gemüsearten wie Gurken, Zucchini, Kürbis und Sellerie. Hier können je nach Wetterlage etwa 25 bis 40 Wasserliter pro Quadratmeter und Woche notwendig sein, bei Hitze auch verteilt auf mehrere Gießgänge. Tomaten sowie Paprika und Auberginen liegen häufig im Übergangsbereich zwischen mittlerem und hohem Bedarf: Sie reagieren sensibel auf unregelmäßige Wassergaben, benötigen aber keine dauerhaft nassen Böden. Entscheidend ist daher weniger die exakte Literzahl als eine gleichmäßige, standortangepasste Bewässerung.

Welches Gemüse braucht wenig Wasser? Übersicht trockenheitsverträglicher Sorten

Jedes der folgenden Gemüse verträgt Trockenheit und ist daher gut geeignet, wenn Sie einen wassersparenden Gemüsegarten anlegen möchten. Die angegebenen Wassermengen beziehen sich auf Phasen ohne nennenswerte Niederschläge.

Mangold

Mangold ist ein ausgesprochen robustes Gemüse mit einer langen Wachstumsperiode. Im Frühjahr gepflanzt oder gesät, entwickelt er sich schnell und kann bis zu den ersten Frosttagen stetig beerntet werden. Selbst wenn die Blätter bei Trockenheit schlaff werden, regeneriert sich Mangold nach moderatem Gießen schnell wieder.

Wasserbedarf: Etwa 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter und Woche. In normalen Sommern reicht oft der natürliche Niederschlag aus. Nur bei längeren Trockenphasen ist zusätzliches Bewässern erforderlich.

Mangold
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Kichererbsen und Linsen

Kichererbsen und Linsen stammen aus Regionen mit wenig Niederschlag und gehören zu den anspruchslosesten Gemüsearten überhaupt. Sie benötigen nach der Aussaat kaum Pflege und gedeihen sehr gut auf trockenen, warmen Standorten.

Wasserbedarf: Lediglich während der Keimung brauchen sie etwas Feuchtigkeit. Danach kommen beide Arten praktisch ohne zusätzliche Bewässerung aus. Nur in extremen Dürreperioden zur Blütezeit sollten Sie Kichererbsen einmal gründlich wässern.

Knoblauch und Zwiebeln

Knoblauch und Zwiebeln bevorzugen tatsächlich eher trockene Bedingungen und stellen sehr geringe Wasseransprüche. Zu viel Nässe begünstigt Krankheiten und Fäulnis. Die Speicherzwiebeln des Knoblauchs versorgen ihn mit ausreichend Feuchtigkeit, selbst wenn es über Wochen trocken bleibt. Trockenheit und Wärme ab Ende August fördern sogar das Ausreifen der Speisezwiebel bis zur Ernte.

Wasserbedarf: Nach dem Anwachsen nur bei sehr langen Trockenperioden maximal einmal wöchentlich gießen – dann aber tiefgründig in den Wurzelbereich. In der Hauptwachstumsphase von Juni bis August etwa 5 bis 10 Liter pro Quadratmeter und Woche, vor der Ernte die Wassergaben reduzieren.

Knoblauch-Ernte
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Erbsen

Erbsen benötigen vor der Blüte ausreichend Feuchte, kommen danach aber gut mit Trockenheit zurecht. Die robusteren Mark- und Schalerbsen besitzen einen geringeren Wasserbedarf als die knackigen Zuckererbsen.

Wasserbedarf: Bis zur Blüte etwa 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter und Woche. Nach der Blüte und während der Fruchtbildung genügen oft 10 l oder weniger. Achten Sie darauf, dass der Boden bis zur Blüte nicht vollständig austrocknet.

Buschbohnen

Buschbohnen sind deutlich trockenheitsresistenter als Stangenbohnen und kommen nach dem Anwachsen mit wenig zusätzlichem Wasser aus. Häufiges Bewässern fördert zwar die Blattmasse, aber nicht unbedingt den Ertrag. Bei starkem Wassermangel stellen Bohnen allerdings das Blühen und Fruchten ein.

Wasserbedarf: Nach der Keimung einmal wöchentlich gründlich wässern – am besten mit einem Schlauch, der 10 bis 15 Minuten im Beet liegt. Etwa 15 bis 20 l pro Quadratmeter und Woche. Vor der Keimung sparsam gießen. Von der Blüte bis zum Fruchtansatz ist eine kontinuierliche Bewässerung besonders wichtig.

Paprika und Peperoni

Da Paprika und Peperoni aus warmen Regionen stammen, sind diese Gemüsepflanzen hitzetolerant und haben einen mäßigen Bedarf an Wasser. Auf Staunässe reagieren sie jedoch wesentlich empfindlicher als auf kurze Trockenphasen. Ein lockerer Boden ist für Paprika und Peperoni daher wichtiger als häufiges Gießen.

Wasserbedarf: Etwa 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter und Woche, bei Hitze etwas mehr. Gleichmäßige Feuchtigkeit ist wichtiger als große Wassermengen. Gießen Sie lieber häufiger kleine Mengen direkt an die Wurzeln.

Pepperoni-Pflanze
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Gut zu wissen: Chilis werden bei Wassermangel während der Umrötephase deutlich schärfer. Wer es milder mag, sollte in dieser Phase regelmäßiger gießen.

Wurzelgemüse: Karotten, Pastinaken, Rote Bete

Wurzelgemüse wächst tief in den Boden und verlangt keine großen Wassermengen. Pastinaken und Schwarzwurzeln sind durch ihren frühen Kulturbeginn Anfang März und ihre tiefen Wurzeln besonders anspruchslos. Rote Bete speichert Feuchtigkeit in ihren Rübenkörpern und kommt im Freiland meist mit dem natürlichen Sommerregen aus.

Wasserbedarf: Etwa 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter und Woche. Wichtiger als die Menge ist eine gleichmäßige Bodenfeuchte, damit die Wurzeln nicht reißen oder verholzen. Bei Rote Bete ist Gießen oft fast überflüssig – sie wird dadurch sogar widerstandsfähiger gegen Schädlinge.

Rettich

Rettich weist einen äußerst niedrigen Feuchtigkeitsbedarf auf und muss nach der Keimung kaum je gewässert werden. Ein wenig zusätzliches Gießen mildert jedoch die Schärfe der Speicherwurzel des Gemüses.

Wasserbedarf des Rettich-Gemüses: Nach der Keimung praktisch keine zusätzliche Bewässerung nötig. Bei sehr langen Trockenperioden maximal 5 bis 10 Liter pro Quadratmeter und Woche. Wer mildere Rettiche bevorzugt, gießt etwas häufiger.

Rettich-Pflanze
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Auberginen

Auberginen lieben die Sonne und kommen erstaunlich gut mit wenig Feuchtigkeit aus. Sie eignen sich auch für den Anbau in Kübeln auf Balkon oder Terrasse. Bei guter Drainage und sonnigem Standort sind sie pflegeleichter als oft angenommen.

Wasserbedarf von Auberginen: Etwa 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter und Woche. Bei großer Hitze einmal täglich gießen, aber Staunässe unbedingt vermeiden. Im Kübel ist der Wasserbedarf höher als im Freiland.

Asiasalate und Rucola

Überraschenderweise zählen Asiasalate wie Pak Choi zu den wassersparenden Gemüsearten. Auch Rucola ist genügsam und wächst bei gutem Standort die ganze Saison über immer wieder nach. Wurde er einmal erfolgreich angesiedelt, kommt er mit etwas Glück jedes Jahr wieder.

Wasserbedarf: Etwa 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter und Woche. Beide Gemüse bzw. Salate kommen mit deutlich weniger Gießwasser aus als klassische Kopfsalate, die 20 l und mehr benötigen.

Grünkohl

Grünkohl gilt als wahre Vitaminbombe und benötigt nach dem Anwachsen verhältnismäßig wenig Gießwasser. Ab Mai können Sie Grünkohl aussäen, wobei ein Pflanzabstand von 40 bis 50 Zentimetern empfehlenswert ist.

Wasserbedarf des Kohl-Gemüses: Nach dem Anwachsen etwa 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter und Woche. Grünkohl ist robust und übersteht auch längere Trockenphasen ohne große Schäden.

Grünkohl
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Gartenmelde

Ein wahres Wunder an Anspruchslosigkeit ist die Gartenmelde. Im Februar ausgesät, entwickelt sie sich bis zu zwei Meter Höhe – ganz ohne zusätzliche Wassergaben. Dieses traditionelle Blattgemüse war vor der Einführung des Spinats sehr geschätzt und erlebt derzeit ein Revival.

Wasserbedarf: Praktisch keine zusätzliche Bewässerung erforderlich. Die Gartenmelde ist damit eines der genügsamsten Blattgemüse überhaupt.

Was Sie bei Tomaten beachten sollten

Tomaten gehören zu den beliebtesten Gemüsepflanzen, haben aber einen mittleren bis hohen Wasserbedarf – besonders während der Fruchtbildung. Je nach Wachstumsstadium und Witterung benötigen sie etwa 5 bis 10 Liter Wasser pro Pflanze und Woche, an heißen Tagen auch mehr. Das entspricht etwa 20 bis 30 Liter pro Quadratmeter.

Dennoch lassen sich Tomaten trockenheitstoleranter erziehen: Werden sie von Anfang an nicht ständig bewässert, bilden sie ein tieferes Wurzelsystem aus. Zu häufiges Gießen hingegen fördert oberflächliche Wurzeln und macht das Gemüse anfälliger. Unregelmäßiges, aber durchdringendes Gießen stärkt das Wurzelwachstum und macht die Pflanzen widerstandsfähiger gegen kurze Trockenphasen.

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Welches Gemüse Sie meiden sollten, wenn Wasser knapp ist

Nicht alle Gemüsearten eignen sich für trockene Standorte. Folgende Gemüse haben einen hohen Wasserbedarf und leiden schnell unter Trockenstress: Gurken nehmen bei Wassermangel oft einen bitteren Geschmack an und werden ungenießbar. Zucchini und Kürbis vertragen nur kurze Trockenzeiten und können bei längerer Trockenheit ebenfalls bitter werden. Alle drei benötigen etwa 25 bis 40 Liter pro Quadratmeter und Woche – an heißen Tagen sollten sie am besten zweimal täglich gewässert werden. Salat und Radieschen neigen als schnellwachsende Gemüse rasch zur Welke, wenn das Wasserangebot nicht ausreicht. Sellerie hat durchgehend hohen Feuchtigkeitsbedarf und ist für trockene Standorte ungeeignet.

Wie Sie den Wasserverbrauch zusätzlich senken können

Trockenheitstolerante Gemüsepflanzen zu kultivieren ist nicht die einzige Möglichkeit, Wasser im Gemüsegarten zu sparen. Die folgenden Maßnahmen helfen zusätzlich.

Gemüse-Direktsaat statt Jungpflanzen

Ein an Ort und Stelle gekeimtes Gemüsepflänzchen bildet rasch ein tiefgründiges Wurzelsystem in die unteren, länger feucht bleibenden Bodenschichten aus. Setzen Sie bereits große Jungpflanzen ins Beet, benötigen diese wesentlich länger, um in die Tiefe vorzudringen. Im Sommer allerdings sind Jungpflanzen robuster und überstehen längere Perioden ohne Niederschlag besser als frisch ausgesäte Samen.

Frühe Aussaat nutzen

Wer nach dem Aussaatkalender einen frühen Termin wählt, kann die besonders heiße Hochsommerperiode umgehen. Erbsen, Bohnen und Wurzelgemüse sind dann bereits vor der großen Hitze erntereif oder haben schon tief gewurzelt. Im Frühjahr regnet es zudem meist noch ausreichend.

Herbstaussaat als Alternative

Eine Herbstaussaat spart ebenfalls Wasser, da im Herbst und Winter in der Regel genügend Regen fällt. Winterkopfsalate, Romanasalate und Puffbohnen können zwischen August und Oktober für den Überwinterungsanbau gesät werden. Gut eingewurzelt benötigen sie im Frühling kaum noch Wassergaben.

Schalotten Nahaufnahme
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Samenfeste Sorten ausprobieren

Als samenfest bezeichnet man Gemüsesorten, deren Samen wieder Pflanzen mit den gleichen Eigenschaften hervorbringen. Sie können also eigenes Saatgut gewinnen und im nächsten Jahr erneut aussäen – mit verlässlichem Ergebnis. Bei Hybridsorten funktioniert das nicht: Sie entstehen durch gezielte Kreuzung zweier reinerbiger Elternlinien und sind mit „F1″ gekennzeichnet – das steht für erste Filialgeneration, also erste Nachkommengeneration. Gewinnt man daraus Saatgut, spaltet die nächste Generation genetisch auf und zeigt unterschiedliche Eigenschaften.

Der Vorteil samenfester Sorten liegt in ihrer größeren genetischen Vielfalt. Innerhalb einer Sorte gibt es immer einzelne Pflanzen, die mit den jeweiligen Standortbedingungen besser zurechtkommen – sei es Trockenheit, ein karger Boden oder ein kühles Klima. Hybridsorten sind genetisch identisch und bringen unter optimalen Bedingungen oft höhere Erträge, reagieren aber auch einheitlich auf Probleme: Leidet eine Pflanze, leiden alle. Samenfeste Sorten zeigen dagegen mehr Ertragsstabilität, wenn die Bedingungen nicht ideal sind. Wer eigenes Saatgut gewinnt und dabei die robustesten Gemüse auswählt, kann seine Sorten über die Jahre sogar gezielt an den eigenen Garten anpassen.

Mulchschichten nutzen

Eine Mulchschicht aus Stroh, Rasenschnitt oder Laub schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung und reduziert die Verdunstung erheblich. Gleichzeitig verbessert Mulch langfristig die Bodenstruktur und stärkt das Bodenleben. Für Gemüsebeete eignet sich Stroh besonders gut.

Humusreiche, lockere Böden fördern

Humus wirkt wie ein Schwamm und speichert Feuchtigkeit. Regelmäßige Kompostgaben und eine schonende Bodenbearbeitung erhöhen die Wasserspeicherfähigkeit nachhaltig. Eine gute Erdstruktur trägt wesentlich zum Wasserhaushalt im Boden bei.

Humus-in-der-Hand

Pflanzabstände und Standort anpassen

Ausreichende Abstände reduzieren die Konkurrenz um Gießwasser und Nährstoffe. Die Pflanzen entwickeln stärkere Wurzeln und sind insgesamt widerstandsfähiger. Trockenheitstolerante Gemüsepflanzen bevorzugen sonnige, warme Lagen, während empfindlichere Kulturen halbschattig stehen sollten.

Effiziente Bewässerungssysteme verwenden

Tropfbewässerung bringt die Feuchtigkeit direkt an die Wurzeln und vermeidet Verluste durch Verdunstung oder Abfluss. Im Vergleich zu anderen Bewässerungsmethoden lassen sich damit bis zu 70 Prozent Gießwasser einsparen. Das Prinzip ist einfach: Über perforierte Tropfschläuche oder einzelne Tropfer gelangt das Gießwasser langsam und gleichmäßig in den Boden – genau dorthin, wo die Pflanzen es aufnehmen können. Ein vorgeschalteter Druckminderer sorgt dafür, dass der Wasserdruck im System konstant bleibt und die Tropfer gleichmäßig arbeiten. Besonders bei Reihenkulturen wie Tomaten, Paprika oder Bohnen lohnt sich die Installation, da die Schläuche einmal verlegt die gesamte Saison über zuverlässig bewässern.

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Von der Regenwassernutzung profitieren

Wenn Sie zur Bewässerung Ihres Gemüsegartens Regenwasser in IBC-Containern sammeln, sparen Sie Ressourcen und langfristig bares Geld. Regenwasser ist zudem kalkarm und damit ideal für die meisten Gemüsepflanzen. Mit einem gebrauchten IBC-Container starten Sie kostengünstig in die nachhaltige Regenwassernutzung.

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Gut zu wissen: Selten, aber durchdringend gießen – so dringt das Gießwasser tief in den Boden ein und fördert das Wurzelwachstum. Häufige kleine Wassergaben hingegen halten die Wurzeln oberflächlich. Morgens gießen ist effizienter, weil weniger Wasser verdunstet. Lockern Sie den Boden vor dem Gießen leicht, damit er die Feuchtigkeit besser aufnehmen kann.

Mit der richtigen Sortenwahl zum wassersparenden Gemüsegarten

Wer bei der Beetplanung auf trockenheitstolerante Gemüsesorten setzt, reduziert den Gießaufwand deutlich und schont gleichzeitig wertvolle Wasserressourcen. Mangold, Zwiebeln, Knoblauch, Hülsenfrüchte wie Buschbohnen und Kichererbsen oder Wurzelgemüse wie Pastinaken und Rote Bete kommen auch in heißen Sommern gut zurecht. Sie bilden tiefe Wurzeln, speichern Wasser in ihren Knollen oder Zwiebeln und überstehen Trockenperioden ohne größere Ertragseinbußen.

Ergänzend sorgen Maßnahmen wie Mulchen, die richtige Gießtechnik und der geschickte Einsatz von Tropfbewässerung dafür, dass die vorhandene Feuchtigkeit optimal genutzt wird. Die Regenwassersammlung in IBC-Containern macht Sie unabhängiger von der Wasserleitung und spart langfristig bares Geld. Mit diesem Wissen und ein wenig Planung gelingt ein ertragreicher Gemüsegarten auch dann, wenn der Regen einmal länger ausbleibt. So macht Gärtnern Freude – nachhaltig, ressourcenschonend und mit leckerem Gemüse auf dem Teller.