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Was passiert mit der Regentonne im Winter?

Im Spätherbst tut man gut daran, den Garten winterfest zu machen, um auch im kommenden Jahr Freude an den Pflanzen zu haben. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Regentonne, die man zum Regensammeln und zur Gartenbewässerung nutzt. Auch sie ist nicht automatisch winterhart, sondern muss auf Frost und Schnee vorbereitet werden. Wie man das macht und worauf es zu achten gilt, können Sie hier nachlesen.

Winterfeste Regentonnen

Es gibt unzählige Pflanzen, die winterhart sind. Das bedeutet, sie überstehen Eis und Schnee während der Wintermonate und können damit an ihrem Standort im Garten verbleiben. Ein gesondertes Winterquartier ist für diese Pflanzen nicht vonnöten. Bei anderen Pflanzen hingegen tut man gut daran, sie im Winter nicht im Freien zu belassen, da die Gefahr groß ist, dass sie erfrieren. Wie aber verhält es sich mit einer Regentonne im Winter? Kann man sie einfach stehen lassen? Muss man sie winterfest machen? Eindeutige Antworten auf diese Fragen sind leider nicht ganz einfach.

Regenfass im Winter
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Wie so oft kommt es nämlich darauf an. Es gibt nämlich sehr wohl Regentonnen, um die muss man sich auch während der Wintermonate keine Sorgen machen. Andere hingegen sollten definitiv nicht ungeschützt draußen stehen bleiben. Ganz allgemein lässt sich sagen: Egal, welchen Regenspeicher man hat, es ist sicherlich nie verkehrt, eine Regentonne winterfest zu machen. Bei den allermeisten Tonnen ist man damit jedenfalls auf der sicheren Seite.

Gefrorenes Wasser – die eigentliche Gefahr für die Regentonne im Winter

Regentonnen werden heute meist aus Kunststoff gefertigt. Dazu muss man wissen, dass Kunststoffe immer auch abhängig von den Temperaturen sind, denen sie ausgesetzt werden. Es kommt daher durchaus darauf an, aus welchem Kunststoff die Tonne gemacht ist, um zu entscheiden, ob sie im Freien bleiben kann, wenn es friert und schneit.

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Normalerweise kommen die beiden Kunststoffe High Density Polyethylen (HDPE) oder Polypropylen (PP) bei der Produktion von Wassertanks und Wassertonnen zum Einsatz. Während HDPE Temperaturen von bis zu minus 50 Grad Celsius problemlos übersteht, kann Polypropylen schon in einem Bereich von 0 Grad Celsius spröde und in der Folge undicht werden. Wer also eine Tonne aus PP als Tank nutzt, sollte sie während der Frostperiode auf jeden Fall in einem geschützten Raum unterbringen.

Gefrorenes Regenwasser
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Die eigentliche Gefahr für die Tonnen hat allerdings nichts unbedingt etwas mit der Empfindlichkeit des Materials zu tun, sondern mit im Regenspeicher verbliebenem Wasser. Sobald es bei Minustemperaturen gefriert, dehnt es sich aus und entfaltet dabei derart starke Kräfte, dass die Tonnenwände platzen können – selbst wenn sie aus dem an sich sehr robusten und widerstandsfähigen HDPE gefertigt worden sind. Ein weiterer Knackpunkt sind in diesem Zusammenhang übrigens die Schweißnähte, die bei Zusammenfügen einzelner Tonnenteile entstehen.

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Dabei handelt es sich um neuralgische Punkte, an denen unter Druck schnell Risse entstehen können. Eine Regentonne winterfest zu machen, bedeutet vor diesem Hintergrund also zuerst, sie zu entleeren. Doch so ganz stimmt auch dies wieder nicht, wie wir gleich noch sehen.

Im Winter: Maximal dreiviertel befüllt lassen

Der sicherste Weg, um eine Regentonne im Freien zu überwintern ist zweifellos der, das in ihr enthaltene Wasser ablaufen zu lassen und sie dann zu trocknen. Mühsam gesammeltes Regenwasser ist aber viel zu schade, um einfach so nutzlos vergossen zu werden.

Wenn die Tonne grundsätzlich frostsicher ist bzw. aus HDPE hergestellt wurde, ist das auch nicht unbedingt nötig. Hier kann bis zu 75 Prozent des Fassungsvermögens auch im Winter in ihr verbleiben.

Eventuell muss also nur ein Teil des Wassers abgelassen werden. Der Rest lässt sich dann im kommenden Frühjahr wieder für die Gartenbewässerung nutzen. Viele Regensammler lassen sich überdies einfach verschließen. Ein Trennen der Leitung ist also nicht unbedingt nötig.  Durch den räumlichen Puffer von 25 Prozent hat das gefrierende Wasser genügend Platz, um sich nach oben hin auszudehnen.

Eis in blauer Tonne
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Allerdings gibt es dabei einen kleinen Haken: Im Laufe der Zeit und bei dauerhaften Minustemperaturen bildet sich innerhalb der Tonne nämlich zwangsläufig eine zusätzliche Eisschicht. Diese Eisschicht kann das unter ihr bereits gefrorene Wasser daran hindern, sich nach oben hin Platz zu verschaffen. In der Folge wird es sich seitlich ausdehnen und die Wände platzen lassen.

Wassertonne in Kleingarten im Winter
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Es ist daher erforderlich, auch im kältesten Winter regelmäßig in den Garten zu gehen und die Tonne zu kontrollieren. Stellt man dabei eine zusätzliche Eisschicht fest, sollte diese entfernt werden. In den meisten Fällen lässt sich die Schicht problemlos zerschlagen.

Eine Regentonne Schritt für Schritt winterfest machen

Der erste Schritt, um eine Regentonne winterfest zu machen, ist immer, Wasser abzulassen. Entweder man leert die Tonne komplett oder man sorgt dafür, dass die Dreiviertelgrenze eingehalten wird. Hat man sich für Letzteres entschieden, gibt es nicht mehr viel zu tun.

Eigentlich reicht es dann vollkommen aus, die Tonne mit einem Deckel zu versehen, um zu verhindern, dass Niederschläge das Gefäß füllen.

Bei der kompletten Leerung hingen tut man gut daran, den Innenraum der Tonne gründlich zu reinigen. Am besten verwendet man dafür neben Wasser zusätzlich noch einen im Fachhandel erhältlichen Tankreiniger, der auch Bakterien und andere Einlagerungen von den Innenwänden entfernen kann.

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Der Vorteil: Wird der Regenspeicher im Frühjahr neu befüllt, kann man von Anfang an auf sauberes, algenfreies und frisches Wasser für die Pflanzen im Garten zurückgreifen. Nach der Reinigung wird die Tonne getrocknet und ebenfalls mit einem Deckel versehen. Sie kann aber auch ganz einfach auf den Kopf gestellt werden. Je nach Material verbleibt sie im Winter entweder direkt im Garten oder wird in einen Schuppen oder eine Garage gestellt.

Die Regentonne im Winter: Achtsamkeit spart Geld

Der Winter ist für alle Gartenfreunde eine Herausforderung. Auch bei winterharten Pflanzen tut man gut daran, sie regelmäßig zu kontrollieren. Fallen die Temperaturen über einen längeren Zeitraum hinweg zu tief, schützt man sie zusätzlich durch eine Abdeckung aus Reisig oder Mulch.

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Kontrolle tut auch bei Regentonnen not, wenn sie im Freien stehen. Auch das stabilste und an sich frostsichere Material kann ermüden. Wer Wasser in der Tonne belassen hat, kommt ohnehin nicht darum herum, es auf eine zusätzliche Eisschicht zu überprüfen. Es gilt: Im Winter lieber einmal mehr nachsehen, als einmal zu wenig. Durch Achtsamkeit lässt sich schließlich jede Menge Geld sparen. Außerdem hält sich die Mühe in den meisten Fällen in engen Grenzen. Es lohnt sich definitiv.