Gartenbewässerung mit Gartenpumpe NanoBanana

Wie viel Druck braucht eine Pumpe für die Gartenbewässerung

Richtwerte für Sprenger, Tropfer und parallele Verbraucher

Ihre Gartenbewässerung liefert nicht die erhofften Ergebnisse? Der Versenkregner erreicht nicht die gewünschte Wurfweite, die Tröpfchenbewässerung arbeitet ungleichmäßig oder mehrere Verbraucher lassen sich nicht gleichzeitig betreiben? Oft liegt das Problem am falschen Pumpendruck. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Richtwerte für verschiedene Bewässerungssysteme gelten, wie Sie Druckverluste realistisch einschätzen und welche Gartenpumpe zu Ihrem Projekt passt.

Warum der richtige Wasserdruck entscheidend ist

Ob Ihr Rasen und Ihre Pflanzen die passende Menge an Wasser erhalten, hängt nicht zuletzt vom richtigen Druck ab. Ist er zu niedrig, wird Ihr Garten unterversorgt: Tropfbewässerungen arbeiten ungleichmäßig oder gar nicht, Rasensprenger erreichen nicht ihre vorgesehene Wurfweite und Sie haben keine Chance, mehrere Verbraucher gleichzeitig zu betreiben. Zu hoher Druck kann Schläuche, Kupplungen oder empfindliche Tropfsysteme beschädigen oder unnötig Wasser verschwenden. Für eine effiziente, langlebige und wassersparende Gartenbewässerung sind demnach die Wahl der Pumpe und die korrekte Einschätzung des erforderlichen Drucks elementar.

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Welche Faktoren den benötigten Wasserdruck bestimmen

Wie viel Druck braucht eine Gartenpumpe? Um diese Frage zu beantworten, müssen Sie sich die folgenden Einflussfaktoren vor Augen führen:

  • Art des Bewässerungssystems: Bei Tropfbewässerungen ist der Druckbedarf am niedrigsten, bei Versenkregnern am höchsten.
  • Erforderliche Fördermenge: Je größer die benötigte Fördermenge, desto stärker steigen die Reibungsverluste in Leitungen und Armaturen – dadurch muss die Pumpe eine höhere Förderhöhe bereitstellen, damit am Verbraucher der erforderliche Druck anliegt.
  • Länge und Durchmesser der Leitungen: Je länger die Leitung und je kleiner der Innendurchmesser, desto höher die Druckverluste.
  • Höhenunterschied: Je größer der zu überwindende Höhenunterschied zwischen Wasserquelle und Entnahmestelle ist, desto mehr Druck braucht es.
  • Anzahl von Kupplungen, Ventilen und Filtern: Je mehr davon eingesetzt werden, desto stärker sollte der Wasserdruck sein.
  • Art der Wasserquelle: Eine Brunnenpumpe muss oft zusätzlich Förderhöhe überwinden, während eine Pumpe am Hauswasseranschluss in der Regel schon mit einem gewissen Vordruck arbeitet.

Gut zu wissen: Diese Einflussfaktoren sind immer gemeinsam zu betrachten, wenn es darum geht, zu ermitteln, wie viel Druck für Ihre Gartenbewässerung erforderlich ist.

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Richtwerte für verschiedene Bewässerungssysteme

Die folgenden Werte haben sich in der Praxis bewährt. Sie beziehen sich jeweils auf den Wasserdruck direkt am Verbraucher, nicht auf den am Pumpenausgang. Dies ist wichtig, denn zwischen Pumpe und Bewässerungssystem kommt es zu mehr oder weniger großen Druckverlusten.

Bewässerungssystem Druck am Verbraucher (bar)
Tropfbewässerung / Perlschlauch* ca. 1
Sprühdüsen / Pop-up-Regner ca. 1,5 bis 2,5
Rotor- / Getrieberegner (Versenkregner) ca. 1,7 bis 3,8
Großflächen- und Viereckregner ca. 2 bis 4

Gut zu wissen: *Tropfbewässerungen benötigen häufig einen Druckminderer, weil Pumpen für diese Systeme grundsätzlich zu viel Druck liefern. Ohne Druckreduzierung könnten die Tropfer beschädigt werden.

Druckverluste durch Höhenunterschiede, Leitungen und Armaturen

Hobbygärtner unterschätzen oftmals die zwischen Pumpe und Verbraucher entstehenden Druckverluste. Nicht selten wählen sie dann eine zu schwache Pumpe aus und wundern sich anschließend, warum die Gartenbewässerung nicht so funktioniert, wie sie sich das vorgestellt haben. Um einem solchen Szenario vorzubeugen, sollten Sie von Anfang an berücksichtigen, dass Höhenunterschiede, Leitungen und Armaturen den letztlich am Verbraucher wirkenden Wasserdruck verringern.

Faustregel: Pro Meter Höhenunterschied gehen etwa 0,1 bar verloren. Wenn das Wasser beispielsweise aus einem Brunnen oder Keller zwei Meter nach oben gefördert werden muss, sind allein dafür schon 0,2 bar zusätzlich einzuplanen. Auch lange Leitungen reduzieren den effektiven Wasserdruck.

Als grobe Orientierung können bei einem ½-Zoll-Gartenschlauch etwa 0,2 bis 0,4 bar Druckverlust pro 10 Meter angesetzt werden – allerdings nur bei geringen Durchflussmengen (z. B. ca. 10–15 Liter pro Minute). Steigt der Durchfluss im Gartenschlauch, nehmen die Reibungsverluste deutlich zu. Bei höheren Fördermengen können die Druckverluste in ½“-Schläuchen schnell ein Mehrfaches betragen.

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Wichtig: Der tatsächliche Leitungsverlust hängt stark vom Volumenstrom (l/min), der Schlauchlänge, dem Innendurchmesser und der Schlauchqualität ab. Für größere Durchflussmengen oder längere Leitungen sollten daher entweder größere Schlauchdurchmesser gewählt oder Druckverlusttabellen bzw. Online-Rechner herangezogen werden.

Beispielrechnung für Druckverluste

Bei komplexen Bewässerungssystemen summieren sich diese Verluste schnell. Beispiel für die Gartenbewässerung mit einem kleinen Rasensprenger: Die Pumpe muss das Wasser aus einem drei Meter tiefen Brunnen durch einen 25 Meter langen ½-Zoll-Schlauch fördern. Die Druckverluste belaufen sich in diesem Fall auf etwa 0,8 bis 1,3 bar (0,3 für den Höhenunterschied + 0,5 bis 1 für die Schlauchlänge).

Wie viel Druck braucht eine Pumpe wirklich?

Pumpenhersteller geben üblicherweise den theoretischen Maximaldruck an. Dieser Wert ist jedoch nicht praxistauglich, weil er von null Litern Fördermenge ausgeht. Sobald Wasser fließt, was im praktischen Einsatz logischerweise immer der Fall ist, sinkt der tatsächlich verwertbare Betriebsdruck durch die oben beschriebenen Faktoren merklich.

Um herauszufinden, wieviel Druck eine Gartenpumpe haben sollte, müssen Sie somit vorab stets die unter den in Ihrem Garten real gegebenen Bedingungen zu erwartenden Druckverluste bestimmen. Dann addieren Sie das Ergebnis zu dem Druckwert, den Ihr genutztes Bewässerungssystem grundsätzlich erfordert.

Beim obigen Beispiel benötigt der kleine Rasensprenger einen Maximaldruck von mindestens 2,8 bis 3,3 bar (0,8 bis 1,3 durch die Druckverluste + 2 bar für die Bewässerungsart).

Orientieren Sie sich an den folgenden Empfehlungen:

Bewässerungsart Erforderlicher Maximaldruck (bar)
Tröpfchenbewässerung ca. 2 bis 3
Klassische Gartenbewässerung mit Sprengern ca. 4 bis 5
Profi-Gartenbewässerung mit Versenkregnern ca. 5 bis 6

Wie viel Druck liefert eine Gartenpumpe?

Damit Sie sich gezielt nach geeigneten Modellen umsehen können, hier übliche Druckbereiche je nach Pumpenart im Überblick (Angaben in bar):

  • Gartenpumpe: 2,5 bis 4,5
  • Hauswasserwerk: 4 bis 6
  • Tauchdruckpumpe: 4 bis 7

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Wie verändert sich der Druckbedarf bei mehreren parallelen Verbrauchern?

Möchten Sie in Ihrem Garten mehrere Sprenger oder verschiedene Systeme gleichzeitig betreiben, steigen die Anforderungen an die Gartenpumpe zusätzlich. Jede weitere Abnahmestelle erhöht den Volumenstrom, den die Pumpe bereitstellen muss. Und mehr Durchfluss führt zu größerem Druckverlust.

Somit steigt der Systemdruckbedarf, um den verstärkten Durchfluss und die damit verbundenen Reibungsverluste auszugleichen und den erforderlichen Wasserdruck an jedem einzelnen Verbraucher zu gewährleisten.

Wichtig: Problematisch wird es, wenn die Gartenpumpe keine ausreichende Förderleistung hat. In einem solchen Fall bricht der Druck ein, sobald mehrere Verbraucher geöffnet sind. Deshalb müssen Sie neben dem Wasserdruck auch die Fördermenge beachten. Wählen Sie eine Gartenpumpe mit höherer Leistungsreserve.

Typische Szenarien im Überblick (Druckangaben in bar)

  • Ein einzelner Rasensprenger benötigt je nach Typ etwa 500 bis 1.000 Liter pro Stunde und funktioniert oft schon bei 2 bis 3 stabil.
  • Zwei parallel betriebene Rasensprenger benötigen etwa 1.000 bis 2.000 Liter pro Stunde und in der Folge meist 3,5 bis 5.
  • Versenkregner mit mehreren Zonen arbeiten meist nur dann zuverlässig, wenn diese Zonen nacheinander statt parallel bewässert werden.
  • Tropfbewässerung parallel zu Sprengern lässt sich gemeinhin nur über einen separaten Kreis mit Druckminderer sinnvoll bewerkstelligen.

Gut zu wissen: Wichtig ist, dass Sie die Pumpenkennlinie stets richtig interpretieren. Dabei handelt es sich um eine grafische Darstellung, die den Zusammenhang zwischen Förderstrom, Förderhöhe, Wirkungsgrad und Leistungsaufnahme zeigt. Sie können von ihr ableiten, welchen Wasserdruck die jeweilige Pumpe bei einem bestimmten Volumenstrom liefert.

3 Praxisbeispiele für typische Gartensituationen

Die folgenden Szenarien veranschaulichen typische Anforderungen an Gartenpumpen – alle genannten Druckwerte sind in bar angegeben.

Beispiel 1: Kleiner Garten mit Rasensprenger

Ein Garten mit 150 Quadratmetern Rasenfläche soll mit einem Viereckregner bewässert werden. Die Schlauchlänge beträgt 20 Meter, Höhenunterschiede sind gering und daher zu vernachlässigen. Am Regner werden etwa 3 benötigt. Unter Berücksichtigung der durch die Schlauchlänge entstehenden Druckverluste von etwa 0,5 sollte die Pumpe mindestens 3,5 bis 4 liefern können.

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Beispiel 2: Gartenbewässerung mit mehreren parallel laufenden Kreisregnern

Drei Kreisregner sollen parallel betrieben werden. Jeder benötigt etwa 3 bar und rund 800 Liter pro Stunde. Die Gartenpumpe muss demnach eine Förderleistung von mindestens 2.400 Litern pro Stunde bereitstellen. Der erforderliche Pumpendruck ergibt sich aus dem benötigten Regnerdruck zuzüglich der Druckverluste durch Leitungen, Armaturen und eventuelle Höhenunterschiede. Je nach Auslegung des Leitungssystems kann der notwendige Maximaldruck daher deutlich variieren.

Beispiel 3: Tropfbewässerung im Hochbeet

Ein Hochbeet soll über einen Tropfschlauch versorgt werden. Die Wasserquelle liegt zwei Meter tiefer. Der Tropfschlauch benötigt etwa 1 bar. Durch den Höhenunterschied gehen 0,2 bar verloren. Eine kleine Pumpe mit 2 Maximaldruck ist ausreichend; ein Druckminderer schützt das System. Übrigens: Mit einem IBC-Container als Wasserreservoir schaffen Sie eine praktische Lösung für die Regenwassernutzung im Garten.

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Kompakte Richtwerte für Ihre Gartenpumpe

Die richtige Pumpe für den Garten zu finden, ist einfacher, als es auf den ersten Blick scheint. Wer sich die Zeit nimmt, den Druckbedarf seines Bewässerungssystems realistisch einzuschätzen und die zu erwartenden Druckverluste einzukalkulieren, wird mit einer zuverlässigen und wassersparenden Gartenbewässerung belohnt. An folgenden Richtwerten können Sie sich orientieren (Angaben in bar):

  • Tropfbewässerung: 0,5 bis 1,5 am Verbraucher, Pumpe ca. 2 bis 3 (Druckminderer verwenden!)
  • Rasensprenger: 2,5 bis 4 am Verbraucher, Pumpe ca. 4 bis 5
  • Höhenverlust: ca. 0,1 pro Meter
  • Leitungsverlust: ca. 0,2 bis 0,4 pro 10 Meter Länge
  • Parallelbetrieb: höhere Fördermenge und größerer Systemdruck notwendig
  • Versenkregner: 3 bis 5 am Verbraucher, Pumpe ca. 5 bis 6

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Denken Sie stets daran: Ausschlaggebend ist, wie viel Druck wirklich am Verbraucher ankommt! Ermitteln Sie zuerst den Druckbedarf für Ihre Gartenbewässerung sowie die zu erwartenden Druckverluste. Dann können Sie gezielt eine Gartenpumpe auswählen, die zuverlässig arbeitet, Wasser spart und Ihren Garten mit saftigem Grün belohnt.