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Aquaponik-Anlage selber bauen

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Tomaten aus dem Aquarium – diese Thematik dürfte bei vielen Menschen fragende Blicke aufwerfen. Dabei ist der Gedanke gar nicht mal so abwegig. Das 1985 in den Vereinigten Staaten entwickelte Aquaponik-Verfahren macht es möglich und verbindet die Tomaten- und Fischzucht miteinander. Innerhalb eines Kreislaufsystems sorgen Fische für einen optimalen Nährstoffgehalt der Pflanzen und bekommen umgekehrt eine gute Wasserqualität geliefert. Die Technik dahinter ist simpel und mithilfe eines IBC Tanks (Intermediate Bulk Container) lässt sich eine Aquaponik-Anlage selber bauen.

Kurz erklärt: Das Grundprinzip einer Aquaponik-Anlage

Tomaten und Fische passen nicht nur auf der Speisekarte gut zusammen. Schon bei der Aufzucht kann eine Symbiose geschaffen werden. Die Komposition Aquaponik leitet sich aus den Begriffen Aquakultur und Hydroponik ab. Während sich letztere auf die Pflanzenzucht in anorganischen Substraten bezieht, handelt es sich bei der Aquakultur um die Fischzucht in offenen Behältern. Dank ihrer Bauweise und ihres großen Fassungsvermögens sind IBCs geeignet, Fischen ausreichend Lebensraum zu geben. Für die Lebewesen ist insbesondere die Wasserbewegung von Bedeutung, die Sauerstoff zuführt und Ausscheidungen herausleitet.

Fischzucht
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Das Grundprinzip der Anlage besteht also darin, dass Algen und Fischablagerungen Pflanzen zugeführt werden, die mit Bakterienkulturen das zurücklaufende Wasser reinigen. Die Fischzucht bekommt dabei kotfreies Wasser.

Diese Vorteile bietet der Eigenbau

  • ergiebige Fisch- und Pflanzenzucht in einem Kreislaufsystem
  • kostengünstiges Bauen mit IBCs
  • geringer Wasserbedarf
  • kein zusätzlicher Dünger
  • System ist stets erweiterbar

Natürlicher Kreislauf fördert das Pflanzenwachstum

Wer nun mit dem Gedanken spielt, eine Aquaponik-Anlage selber zu bauen, wählt einen ökologisch wertvollen Weg. Tomaten, Gurken, Salate gibt es genauso wie Speisefische in nahezu jedem Supermarkt. Hinterfragt man aber die Wege von der Aufzucht bis hin zum Endprodukt im Regal, wird eines schnell klar: Herstellung und Transport erfordern einen hohen logistischen Aufwand, der eine starke Umweltbelastung zur Folge hat. Rentabel ist dieses Geschäft nur, wenn möglichst viele Produkte den Konsumenten erreichen.

Hydroponik Salate
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Während Meere und Seen auf der ganzen Welt regelrecht leergefischt werden, bedarf es für die erfolgreiche Gemüsezucht einiger Hilfsmittel. Dazu zählt ein enormer Wasserverbrauch. Die Verwendung von chemischen Düngemitteln und Pestiziden steigern ebenfalls den Ertrag.

Die Verfahrensweisen nehmen auch Einfluss auf die spätere Qualität und den Geschmack.

Besitzer eines oder mehrerer IBC Tanks können diesen Entwicklungen entgegenwirken und einen natürlichen Kreislauf schaffen. Das schont nicht nur Ressourcen, sondern fördert gleichwohl die Qualität der Erzeugnisse. Wie sich ein solches System mit einfachen Mitteln bauen lässt, wird im Folgenden erläutert.

Für Einsteiger: Aquaponik-Anlage selber bauen

Da IBC Container seit vielen Jahren im industriellen Bereich zum Einsatz kommen, ist ein hoher Bestand vorhanden. Gebrauchte IBC Tanks sind schon zu einem günstigen Einstiegspreis erhältlich und lassen sich mit dem passenden IBC Container Zubehör funktional erweitern. Wer gebraucht kauft, sollte die Eignung des Tanks sicherstellen.

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Mit neuen IBC Containern geht der Fisch-Gemüse-Züchter auf Nummer sicher. So entsteht mit mittlerem Aufwand und ein wenig Zubehör eine Aquaponik-Anlage im Eigenbau. Idealer Standort ist ein Gewächshaus, da hier Tomaten und weitere Pflanzen beste Bedingungen erhalten.

Aus einem einzigen Tank kann man bereits ein Pflanzbeet und den für die Fische benötigten Wassertank erstellen.

Um damit die gewünschte Anlage zu bauen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Die nachstehende Methode ist sicher keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, sie verdeutlicht lediglich eine prinzipielle Einsteiger-Methode für den Anlagenbau.

IBC Deckel als Pflanzbeet

Um die zwei benötigten Teile zu erhalten, muss der obere Teil des Wasserbehälters mit einer Stichsäge o.ä. abgetrennt werden. Für die Hydrokultur (z.B. Blähton) genügt eine Höhe von etwa 25 Zentimetern. Die nach unten gerichtete Einfüllöffnung sollte im Idealfall mit einem Deckelfilter versehen werden, damit das Substrat nicht ausgespült wird. Von dort aus verläuft nach der Fertigstellung ein passendes Rohr zurück zum unteren Tank oder in weitere Beete bzw. Container, wo die Umwälzpumpe sitzt.

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Ein separat genutztes Untergestell bietet dem Pflanzbeet einen erhöhten Stand mit dem Komfort eines Hochbeetes; das zugleich den Wasserablauf begünstigt. Eine weitere Alternative besteht darin, eine Ansauggarnitur für eine außenstehende Pumpe zu verbauen.

Fische im Container aufziehen

Das Herzstück der Aquaponik im Eigenbau ist der IBC Behälter, der als Standardausführung noch gut 1000 Liter für die Bewässerungstechnik samt Fischzucht fasst. Der Absperrhahn kann durch einen Schlauchadapter ersetzt werden, der den Wasserrücklauf gewährleistet.

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Gewinde- und Klemmfittings runden das Portfolio ab, durch das die Montage zusätzlicher Ein- und Ausläufe möglich ist. Auch hier sorgt die Installation von Filtern für die nötige Wasserqualität und hält gröbere Partikel zurück.

Die richtigen Fische

Die Fischsorte nimmt erheblichen Einfluss auf den späteren Ertrag. Für die Aufzucht eignen sich Tilapia, die zur Familie der Buntbarsche zählen. Aus der Forschung ist der umgangssprachliche Name „Tomatenfisch“ hervorgegangen, da er ideale Voraussetzungen für die unproblematische Zucht in einem Aquaponik-System mitbringt. Tilapia sind robust und bereits nach kurzer Zeit ausgewachsen. Sie laichen vergleichsweise häufig und sichern so ihren eigenen Bestand. Zudem kommen sie ohne separat zugeführtes Futter aus, weil ihnen pflanzliche Rückstände zur Nahrungsaufnahme genügen.

Tilapia Fische
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Alternativ eignen sich auch afrikanische Raubwelse für die Zucht in IBC Behältern. Durch ihren hohen Gehalt an Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren eignen sie sich, ebenso wie Tomatenfische, für die Verwendung als Speisefisch. Die größte Herausforderung bei der Fischzucht ist die Wassertemperatur, denn bei beiden Sorten handelt es sich um Warmwasserfische.

Wasser richtig temperieren

Die Temperaturen im Tank sollten stets an die Gewohnheiten der Fische angepasst sein. Für die Aufzucht von Warmwasserfischen liegen diese zwischen 25° und 34° Celsius. In den Sommermonaten heizt sich ein Wassertank bei der richtigen Standortwahl im Gewächshaus schnell auf und erreicht Idealtemperaturen. Jedoch sollten diese das ganze Jahr über gewährleistet sein, damit die Fischzucht langfristig gelingt. Zudem profitieren Fische und Pflanzen von konstanten Wassertemperaturen. Angesichts des Füllvolumens reichen herkömmliche Aquarienheizungen dafür meist nicht aus.

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Eine speziell für IBC Tanks entwickelte Containerheizung kann bei der Problemlösung behilflich sein. Sie sorgt auch in kalten Wintertagen für tropische Wassertemperaturen, so dass der Betrieb der Anlage nicht saisonal begrenzt ist. Alternativ bliebe noch der Weg, die Fische zwischen Oktober und April im Haus zu kultivieren. Dabei sollte jedoch unbedingt darauf geachtet werden, den Wasserspiegel der Aquaponik Anlage soweit abzusenken, dass Frost keinerlei Schäden anrichten kann. Zwar sind IBC Tanks relativ resistent gegen Wettereinflüsse, jedoch trifft dies nicht unbedingt auf alle Bauteile der Bewässerungsanlage zu.

Fazit: Aquaponik im Eigenbau

Ein Versuch ist es allemal wert, Aqua- und Hydrokultur miteinander zu verbinden. Professionell laufen solche Systeme seit Jahren schon erfolgreich in vielen Ländern. Deutschland steckt allerdings noch in Aquaponik-Kinderschuhen.

Wer gerne Tomaten, Chili, Salate oder auch Paprika züchtet und zudem die gesunde Ernährung mit Speisefischen schätzt, dem bietet das Aquaponik-Verfahren eine äußerst effiziente Alternative zum herkömmlichen Anbau.

Kultivierung, Pflege und vor allem die Kontrolle der Anlage gehören zur täglichen Routine und sollten dem Hobby-Aquaponiker natürlich Freude bereiten. Wer mit Spaß baut, sich weiterbildet und ein wenig Gefühl für Gemüse und Fische hat, darf sich auf lange Sicht über eine hohe Ertragsdichte freuen und spart dabei Kosten und Wege.